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Hubert Mangold amtiert als Rathauschef.

Nahverkehr Thema im Gemeinderat Schwaigen

Bürgerbus Grafenaschau: Kommt Haltestelle hinzu?

Der öffentliche Nahverkehr ist ein Dauerthema, wenn sich der Schwaigener Gemeinderat trifft. Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) präsentierte in der jüngsten Sitzung eine Idee.

Grafenaschau – Im Durchschnitt nutzen nur drei bis vier Passagiere pro Fahrt den Bürgerbus, der zweimal die Woche auf der Linie Grafenaschau-Murnau verkehrt. Das Fahrzeug wird von einem örtlichen Unternehmen gestellt. Die Zahl der Passagiere sei entschieden zu wenig, betonte der Schwaigener Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) im Rahmen der Gemeinderatssitzung. Daher sprach er sich dafür aus, die Einrichtung Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee an der Garhöll in Murnau mit in den Fahrplan einzubinden. „Da fahren bestimmt jedes Mal einige Bewohner mit, und dann wird der Bus für uns billiger.“ Auch solle die Linie, die momentan ein monatliches Defizit um die 400 Euro einfährt, besser beworben werden. Der Bürgerbus könne jedoch nur eine Ergänzung zum Linienverkehr des Regionalverkehr Oberbayern (RVO) sein, stellte der Bürgermeister klar. „Wenn wir den Schülerverkehr von Murnau-Westried auch auf die RVO-Busse bekommen, gibt es wieder mehr Fahrten auf der Linie 9621.“

Der Kreistag hatte beschlossen, einen Nahverkehrsplan aufzustellen, was laut Mangold mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. „Auch die Gemeinden werden dazu befragt. Dafür gibt die RVO ein Angebot ab, wie viele Fahrten er eigenwirtschaftlich bewerkstelligen kann, und für welche der Landkreis bezahlen muss. So werden Schülerfahrten eigenwirtschaftlich abgewickelt, aber für den inzwischen eingestellten Staffelseebus musste der Landkreis aufkommen, zumal er Aufgabenträger ist.“ Nachdem der RVO eine Konzessionsverlängerung von zehn Jahren beantragt hatte, reichte die Gemeinde Schwaigen Klage ein. Der Bürgermeister schüttelt den Kopf. „Wir verstehen nicht, dass die Konzession verlängert werden soll, wenn der Nahverkehrsplan in zwei Jahren fertig ist.“ Allerdings lege die Kommune Wert auf eine außergerichtliche Einigung, unterstrich Mangold. „Wir wollen schließlich auch weiterhin zusammenarbeiten.“ Am 1. Juni gebe es hierüber eine Entscheidung, kündigte der Rathauschef an. 

Auch eine andere Variante für einen Bürgerbus stellte Mangold vor. „Der Staat würde einen Buskauf mit 50 Prozent fördern und den ehrenamtlichen Fahrern den Personenbeförderungs-Führerschein bezahlen. Bei 15 000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr gibt es dann nach sechs Jahren wieder eine Förderung. Aber das bringt uns nicht wirklich weiter, denn da zahlen wir noch mehr drauf.“ Ohnehin seien die ehrenamtlichen Kräfte im Dorf ausgelastet: „Wir können ihnen nicht noch mehr zumuten.“ Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Verwaltung zu beauftragen, im Hinblick auf eine weitere Haltestelle des Bürgerbusses am Senioren Ruhesitz Staffelsee an der Garhöll Kontakt mit dem Murnauer Seniorenbeirat aufzunehmen.

Heino Herpen

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