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Unmengen von Erdreich, Gestein und Bäumen wälzen sich 2015 beim Hangrutsch ins Tal.

Erdreich leicht mit Kupfer belastet

Nach Hangrutsch droht Kostenlawine

Noch ist die Lage nicht dramatisch: Doch wegen leicht belastetem Erdreich im Bereich des Hangrutschs könnten auf die Gemeinde Schwaigen eventuell erhebliche Kosten zukommen. 

Grafenaschau – Für viele Orte, aber auch Behörden ist es ein echtes Problem: Wegen gesetzlicher Vorgaben ist es möglich, dass ganz normal und natürlich gewachsener Boden inzwischen als belastet gilt und als Sondermüll teuer zu entsorgen ist.

„Wir kennen das zur Genüge“, sagt Horst Hofmann, der beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) für den Wasserbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen verantwortlich zeigt. Auch die Gemeinde Schwaigen ist mit der Thematik konfrontiert. Das WWA hat im Bereich des gewaltigen Erdrutschs an mehreren Stellen Untersuchungen vorgenommen. Dabei kam heraus, dass das Erdreich 42 Milligramm des Schwermetalls Kupfer pro Kilo enthält. Damit sei es „leicht belastet“, die Kategorie nennt sich Z1.1. „Bei der Entsorgung muss man darauf achten, wo man es unterbringt“, betont Hofmann. Das Material sei „nicht uneingeschränkt verwertbar“.

Die Gemeinde Schwaigen deponiert das Erdreich, das bei der Ausbaggerung von Bächen anfällt, nach Angaben von Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) an den jeweiligen Uferböschungen. „Das kann man an Ort und Stelle lagern.“ Mangold hofft, „dass wir es so lang wie möglich nicht wegfahren müssen“.

Laut Hofmann ist die Lagerung vor Ort sogar „am besten“. Der Fachmann gibt allerdings zu bedenken, dass bei starkem Regen auch größere Mengen Material ins Tal geschwemmt werden könnten. „Wenn ein paar 10 000 Kubikmeter herunterkommen, könnte es aufwändig werden“ – und „nicht billig“.

Im Sommer 2015 war nach tagelangen Regenfällen ein großer Hangrutsch an dem Berg abgegangen. Rund 60 Hektar Fläche sind von der Riesenmure – vermutlich die größte in ganz Mitteleuropa – betroffen.

Auch heuer wurde Schwaigen innerhalb von zehn Tagen von zwei Starkregenereignissen heimgesucht, wie sie nur alle 100 oder 200 Jahre vorkommen. Die Gemeindeverbindungsstraße nach Eschenlohe musste zwei Mal gesperrt werden.

Die Gemeinde stellte dann beim Freistaat Bayern einen Antrag, um in das Sonderförderprogramm „Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ aufgenommen zu werden. Die Initiative war erfolgreich. Die besagten Konzepte sollen den Gemeinden „Möglichkeiten zur Vermeidung, Vorsorge, Ereignisbewältigung und Nachsorge aufzeigen“, heißt es in einem Infoblatt des Bayerischen Umweltministeriums. Dabei werden Gefahren und Risiken ermittelt, lokale Schutzziele definiert und örtlich spezifische Schutzmaßnahmen dargelegt.

Auch in Sachen Gschwandlbach ist die Gemeinde aktiv geworden. Sie hat beim Bayerischen Umweltministerium beantragt, dass dieses Gewässer ausgebaut und als Wildbach eingestuft wird. Das Umweltministerium legt fest, ob das Projekt umgesetzt wird oder nicht. Wenn ja, müsste sich der Freistaat um den Unterhalt kümmern.

Roland Lory

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