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Die Helfer bei der Arbeit: Etwa ein Kilometer Froschzaun soll die Erdkröten vor dem Tod bewahren. 

Tierschutz-Aktion in Grafenaschau

Krötenschutz: In Eimern zum Laichplatz

In Grafenaschau wird der Tierschutz großgeschrieben: Zahlreiche Helfer bringen Kröten über die Straßen - und retten damit deren Leben. 

Grafenaschau – Wenn das Thermometer Plusgrade anzeigt, entwickeln nicht nur die Menschen Frühlingsgefühle. Auch für Tausende von Erdkröten ist es der Impuls, sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern zu machen, um sich dort zu paaren. Somit nimmt aktuell die größte landgebundene Massentierwanderung Mitteleuropas ihren Lauf. Da die Wandergebiete oft von befahrenen Straßen durchzogen sind, ist das ein gefährliches Unterfangen. Unzählige Amphibien lassen jedes Jahr ihr Leben.

In Grafenaschau haben sich deshalb zwei Dutzend Helfer zusammengefunden, um den Kröten auf ihrem Weg zu helfen. Sowohl an der Ortsausfahrt in Höhe des Sportplatzes, wo die Tiere den Deponieweiher zum Ziel haben, als auch entlang der Schwaigener Straße Richtung Eschenlohe in Höhe des Schlangenbachs haben sie am Wochenende über einen Kilometer Froschzaun errichtet. Hier sollen die Kröten in den nächsten Wochen in Fangeimer umgeleitet werden, wo man sie bei Sonnenaufgang einsammeln und über die Straße tragen kann.

„Ausgewachsene Kröten sind Landbewohner“, erklärt die Grafenaschauer Biologin Eva Kriner. „Zur Paarung und zum Ablaichen wandern sie aber zurück in die Gewässer, wo sie geboren wurden.“ Hierfür nehmen die Amphibien eine Reise von bis zu zwei Kilometern über Stock und Stein in Kauf. Dies ist ein mühsames Unterfangen, und eine Rast auf einer asphaltierten Straße kommt da gerade recht. „Hier werden die Tiere langsamer und ruhen sich aus“, erklärt Kriner. Dass sie sich damit in einer besonders gefährlichen Situation befinden, ahnen die Amphibien nicht. Hinzu kommt, dass sie vor allem nachts in Bewegung sind. „Die Kröten wandern vorrangig bei Dunkelheit ab einer Temperatur von 6 Grad.“ Dann kriechen mehrere hundert Kröten auf einmal über die Straße.

Die Helfer sind zwar auch dort mit Taschenlampen unterwegs, aber ohne die Mithilfe der Autofahrer geht es nicht. Deshalb bittet Kriner: „Meidet die Schwaigener Straße bei Dunkelheit wenn möglich komplett. Ansonsten fahrt bitte vorsichtig um die Kröten herum.“ Die kleinen Tiere zwischen die Reifen zu nehmen und darüber hinweg zu fahren, ist keine Lösung. Schon ab einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern platzen die inneren Organe durch den entstehenden Unterdruck.

Die Wanderzeit dauert noch etwa vier Wochen. So lange ist Vorsicht geboten. In Grafenaschau sucht man derweil noch nach zusätzlichen Helfern, um diesen Zeitraum gut abzudecken. „Wir brauchen dringend Leute, die den Kröten zwischen 21 und 23 Uhr über die Straße helfen und morgens die Eimer an den Froschzäunen kontrollieren.“ Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 0 88 41/16 66 melden.

Beate Berger

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