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Nur noch wenige Monate wird das „Haus Lindenhof“ in Grafenaschau Senioren als Domizil dienen. Dann ziehen die Bewohner in einen Neubau in Schlehdorf. 

Debatte um großes Areal in Grafenaschau 

Lindenhof: Gemeinde und Innere Mission sind uneins

Wie geht es mit dem Lindenhof weiter? Der Schwaigener Gemeinderat hat durchaus Ideen für das große Areal im Herzen des Ortsteils Grafenaschau. Allerdings gibt es offenkundig Differenzen mit dem Eigentümer.

Murnau – Die Fläche, um die es geht, ist nicht gerade klein. Rund 10 000 Quadratmeter umfasst das Areal der Inneren Mission im Zentrum von Grafenaschau. Derzeit wird das darauf stehende Gebäude noch als Seniorenheim genutzt. Doch dies ist nicht mehr lange der Fall. Voraussichtlich nach Ostern ziehen die Bewohner um nach Schlehdorf, wo derzeit ein neues Domizil für ältere Herrschaften entsteht. Der Lindenhof steht dann voraussichtlich erst einmal leer.

Der Schwaigener Gemeinderat hatte das Thema jetzt erneut auf dem Tisch. Das Gremium beschloss einmütig, die Veränderungssperre für das Gebiet zu verlängern.

Bekanntlich hat die Kommune vor, einen Bebauungsplan aufzustellen. Im Mai könnte die erste Auslegung erfolgen, schätzt Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei). Zudem muss der Flächennutzungsplan geändert werden, in dem derzeit für die betreffende Fläche ein Pflegeheim für Demenzkranke vermerkt ist. Die Gemeinde wünscht sich eine gemischte Nutzung aus Gewerbe und Wohnen. „Wir würden auch gern für ältere Mitbewohner etwas anbieten“, sagt Mangold. So stehe man etwa mit der Arbeiterwohlfahrt in Kontakt. Auch einen kleinen Landgasthof hält er für denkbar. Der Bürgermeister sieht in diesem Nutzungsmix eine „Aufwertung des Grundstücks“

Die Gemeinde hat zwar die Planungshoheit, aber der Eigentümer des Areals muss natürlich auch mitspielen. Kommune und Innere Mission scheinen sich aber nicht ganz grün zu sein. Die Verhandlungen gestalten sich offenkundig schwierig. Mangold beklagt, dass ihm der „soziale Grundgedanke“, den eine kirchliche Einrichtung haben sollte, bei dem Diakonieunternehmen „völlig abgeht“. Dessen Vorstand Dr. Günther Bauer will das nicht kommentieren. Offiziell sagt er auf Nachfrage des Murnauer /Garmisch-Partenkirchner Tagblatts nur: „Wir sind weiterhin gesprächsbereit.“

Laut Mangold war das von der Gemeinde beauftragte Stadtplanungsbüro Leuninger & Michler (Kaufbeuren) schon zwei Mal bei der Inneren Mission in München, um die Ideen vorzustellen. Dem Vernehmen nach will der Eigentümer, dass auf dem Grafenaschauer Gelände vor allem Wohnraum für größere Familien geschaffen wird, die sich den Ballungsraum München nicht leisten können. Doch auch für eine soziale Nutzung soll das Diakonieunternehmen angeblich aufgeschlossen sein.

Wie auch immer: Wenn die Bebauungsplan-Unterlagen erstmals öffentlich ausgelegt werden, wird wohl auch die Innere Mission eine Stellungnahme abgeben. Dann wird man weiter sehen. Jedenfalls dürfte der Eigentümer kein größeres Interesse daran haben, dass die wuchtige Immobilie jahrelang leer steht. Vielleicht verkauft er das Objekt aber auch. 

Anfang Februar begibt sich der Gemeinderat erstmal in Klausur, wobei im Rathaus unter anderem der Lindenhof aufs Tapet kommt. Auch die Städteplaner sollen teilnehmen.

Roland Lory

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