Steht noch: die große Immobilie, die einst das Seniorenheim Lindenhof beherbergte.
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Steht noch: die große Immobilie, die einst das Seniorenheim Lindenhof beherbergte.

Pläne für neues Ortszentrum

Lindenhof in Grafenaschau: Räte weisen Einwände der Inneren Mission zurück

  • vonRafael Sala
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Die Gemeinde Schwaigen hält an den Plänen zur Gestaltung des Lindenhof-Areals fest. Am Projekt gebe es nichts zu rütteln – weder in juristischer noch in städtebaulicher Hinsicht, befand jetzt der Gemeinderat. Er reagierte damit nach monatelanger Abwägung auf Kritik des Eigentümers, der Inneren Mission in München.

  • Die Schwaigener Gemeinderäte haben sich einmal mehr mit der Zukunft des Lindenhof-Areals beschäftigt.
  • Die Innere Mission ist der Ansicht, dass der Entwurf Fehler enthält.
  • Die Volksvertreter wiesen Einwände des Eigentümers zurück.

Schwaigen – An ihrer Planungshoheit über das Lindenhof-Areal will die Gemeinde Schwaigen festhalten. Sämtliche Einwände des Eigentümers, der Inneren Mission in München, wiesen die Mandatsträger in der jüngsten Sitzung zurück. Gleichzeitig billigten sie einstimmig den bestehenden Entwurf, womit er jetzt abschließend noch einmal öffentlich ausgelegt und eingesehen werden kann. Dann könnte es theoretisch mit der Gestaltung und Bebauung des rund ein Hektar großen Gebiets losgehen. Der Ortskern der kleinsten Gemeinde im Landkreis könnte damit endlich ein Gesicht bekommen.

Alles einwandfrei

Zuvor hatte Ingo Lehmann, Mitarbeiter des Büros „Die Stadtentwickler“ in Kaufbeuren, die einzelnen, aus Sicht der Inneren Mission fehlerhaften Nutzungsabsichten Punkt für Punkt vorgetragen und gleich darauf auch seine Einschätzung dazu gegeben. Fazit: Alles laufe einwandfrei, sowohl in juristischer als auch in städtebaulicher Hinsicht, befand der einstige Bürgermeister der Stadt Landsberg: „Alles ist durchdacht, es gibt kein Missverhältnis in den Nutzungsabsichten.“

Altbau blieb zurück

Bis zum vergangenen Jahr hatte die Innere Mission in Grafenaschau ein Pflegeheim betrieben. Zurückgeblieben ist eine in die Jahre gekommene Immobilie, die jetzt laut dem Bebauungsplan anderen Nutzungen weichen soll. Planerisch zulässig sind demnach unter anderem Betriebe des Beherbergungsgewerbes, Schank- und Speisewirtschaften, Räume für freie Berufe im Gesundheitswesen, Betreutes Wohnen sowie auch Anlagen für kirchliche und kulturelle Zwecke. Zudem sollen Grünflächen entstehen.

Ortszentrum geplant

Mit dieser Vielfalt an Nutzungen will die Gemeinde eine Art Begegnungszentrum für Jung und Alt schaffen und damit den Ort insgesamt beleben – eine Maßnahme, die aus Sicht des Rathauses dringend nötig ist. „Grafenaschau braucht ein solches Zentrum“, hielt Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) fest. Nötig sei die Errichtung eines Gebäudes „mit Schaufensterwirkung für Passanten“. Es gelte, eine „sinnvolle funktionale Ergänzung“ zu den vorhandenen Strukturen von Rathaus mit Kindergarten, Kirche und Dorfladen zu schaffen. Derzeit steht auf dem Grundstück ein rund 1200 Quadratmeter großes Gebäude. Umgeben ist es von einer parkartigen Grünanlage mit älterem Baumbestand.

Eigentümer sieht Fehler

Die Pläne hatten den Unmut der Inneren Mission auf sich gezogen. Die kirchliche Einrichtung bemängelte eine Vielzahl von Punkten, unter anderem den aus ihrer Sicht bestehenden Widerspruch zwischen privaten und öffentlichen Belangen. Wie eine von der Inneren Mission beauftragte Rechtsanwaltskanzlei festhielt, weise der derzeitige Entwurf „materiell-rechtliche Fehler“ auf. Lehmann wollte diese Einschätzung nicht gelten lassen: „Es handelt sich um städtebauliche Formen, die überlegt gesetzt sind.“ Die Bereiche Gesundheit, Gewerbe, Tourismus und Wohnen miteinander zu verknüpfen, sei zulässig. „So können dem Plangebiet entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden.“

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