Auf einer Straße fährt ein Auto, am Straßenrand steht das Hinweisschild, dass nur Anlieger erlaubt sind.
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Wird hier schon bald ein Kassenautomat stehen? Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Grafenaschau und Eschenlohe war Thema im Gemeinderat.

Bürgermeister würde am liebsten Kassenautomaten aufstellen

Zwischen Grafenaschau und Eschenlohe: Maut für beliebten Schleichweg?

Autofahrer werden im nördlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen möglicherweise zur Kasse gebeten. Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold will auf der Verbindungsstraße zwischen Grafenaschau und Eschenlohe eine Maut einführen.

Schwaigen – Eigentlich dürfen nur Anlieger die fünf Kilometer lange Gemeindeverbindungsstraße zwischen Grafenaschau und Eschenlohe mit ihren Kraftfahrzeugen benutzen – und auch eine Begrenzung auf 3,5 Tonnen ist eingerichtet. Doch die Realität sieht anders aus: Nicht nur, wenn die Bundesstraße 2 im Bereich des Murnauer Mooses unter Wasser steht, nutzen Auto- und Lkw-Fahrer die Route gerne als Alternative. Einige wollen einfach den Umweg über Murnau vermeiden. Und selbst manche Navi-Geräte lotsen offenbar Fahrer auf die Strecke. Dem nicht genug: Der Schleichweg hilft Fuhrunternehmen, Kraftstoff zu sparen. Die Folgen sind ein in Mitleidenschaft gezogener Fahrbahnbelag, der für Schwerlastwagen nicht ausgelegt ist. Hinzu kommen zerstörte Seitenstreifen. Immer wieder gibt es auch kritische Situationen im Begegnungsverkehr.

Kein Wunder, dass sich der Gemeinderat Schwaigen schon länger intensiv darüber Gedanken macht, wie man dieses Problem lösen könnte. „Der Zustand ist so, wie er ist: unhaltbar. Irgendetwas müssen wir machen“, betonte Bürgermeister Hubert Mangold (parteilos) in der Ratssitzung. Er hatte eine Idee mitgebracht: die gemeindeeigene Straße in eine kostenpflichtige Mautstraße umwidmen. Dies jedoch gestaltet sich verkehrsrechtlich offenbar als schwierig.

Bürgermeister von Schwaigen: Ein Kassenautomat als einfachste Lösung

Welche Möglichkeiten der Kommune zur Verfügung stehen, will Mangold abklären. „Wir warten auf Empfehlungen des Landratsamtes und des Bayerischen Gemeindetags.“ Was den Rathauschef ärgert: „Auf Autobahnen darf Maut verlangt werden, in München wollen sie es jetzt auch machen, und wir als Gemeinde dürfen das nicht.“ Die einfachste Lösung wäre für ihn die Aufstellung von Kassenautomaten, an denen entsprechende Tickets gekauft werden können. „Damit weisen sich die Autofahrer dann bei einer Kontrolle aus“, erklärte er.

Die Gemeinderatsmitglieder erteilten ihm mit ihrem Votum den Auftrag, zu prüfen, ob eine Umwidmung zur Mautstraße möglich ist. In einer der nächsten Sitzungen wird das Thema wieder auf den Tisch kommen.

Ein weiteres Problem an eben dieser Gemeindeverbindungsstraße stellt die Situation an der Einmündung zum ehemaligen Hartsteinwerk dar, wo an Wochenenden Dutzende von Autos wild parken. „Außerhalb geschlossener Ortschaften ist das Parken ohnehin verboten“, betonte Mangold. In diesem Bereich will er künftig Parkverbotsschilder aufstellen lassen, was die Polizei nach seinen Worten begrüßt. Dieses Vorhaben stieß bei den Ratsmitgliedern ebenso auf Zustimmung. In einem Gespräch mit der kommunalen Verkehrsüberwachung wird sich der Bürgermeister nun beraten zu lassen.

Heino Herpen

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