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Feiern mit: (v.l.) Pfarrer Siegbert Schindele, Christian Malzer von der TU München, Landrat Anton Speer, Bürgermeister Hubert Mangold und Pater Johannes Bauer vom Kloster Ettal bei der Einweihung an der Fuchslochkapelle.

Neue Attraktion in Grafenaschau

Glashüttenweg ist eröffnet

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Knapp vier Kilometer ist er lang, der Glashüttenrundweg in Grafenaschau. Der Pfad, der jetzt feierlich eröffnet wurde, informiert auf 16 Schautafeln über die Geschichte dieser Produktionsstätten. Ein Teil der Route wurde allerdings infolge des Starkregens beschädigt.

Grafenaschau– Es war ein gehöriges Stück Arbeit. Nun ist in Anwesenheit von einiger Politprominenz und etwa 120 Besuchern der Glashüttenrundweg in Grafenaschau feierlich eingeweiht worden. Nach einem halbstündigen Fußmarsch von der Kirche im Dorfzentrum über die Birkenallee – vorbei an dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, dem Gesellenhaus und der Lahnebrücke – ging es hinauf zum Fuchsloch, dem ersten und zweiten Standort der Glashütte. Dort empfing Schwaigens Rathauschef Hubert Mangold (parteifrei) die vielen Gäste. „Wir sind stolz auf unsere Vergangenheit und wollen mit diesem Rundweg einen wichtigen Teil in Erinnerung rufen und den Touristen erzählen.“

Im Jahr 1731 gründete der Glashüttenmeister Johann Georg Tritschler das Werk und schloss mit Kloster Ettal einen auf 30 Jahre laufenden Pachtvertrag. Früher beschäftigte die Glashütte als einer der größten Arbeitgeber im Landkreis an die 100 Personen. Es wurden nicht nur Glasscheiben, Flaschen und Glaskrüge fabriziert, sondern auch das Flachglas, das für die Hinterglasmalerei benötigt wurde. Im damaligen Aschau, das erst im Jahr 1859 in Grafenaschau umbenannt wurde, florierte die Wirtschaft wie in kaum einer anderen Gemeinde. Landrat Anton Speer (Freie Wähler), bekennender Fan dieses mit 620 Einwohnern kleinsten und mit 120 Mädchen und Buben kinderreichsten Orts im Landkreis, zog seinen Hut: „Respekt, was Ihr hier alles auf die Beine stellt, wieder habt ihr ein großes Projekt geschaffen nach dem Bau von Rathaus, Mehrzweckhalle und derzeit auch dem Dorfladen.“ Und dass die neue Touristenattraktion im beschaulichen Grafenaschau gerade noch rechtzeitig zur Landesausstellung fertig gestellt worden sei, freute den Landrat besonders. Nebenbei verriet Speer, dass die erste Sektflasche der Welt in Grafenaschau hergestellt worden sei. „160 Jahre lang bis zu seiner Schließung im Jahr 1890 war dieser Wirtschaftszweig ein Aushängeschild der Region. Schön, dass nun ein touristischer Pfad diese Leistung würdigt.“

Es gibt jedoch einen Wermutstropfen: Der Starkregen am Sonntagnachmittag führte dazu, dass ein Bach auf einer Länge von 600 bis 800 Metern einen Weg ausspülte, weil an einer Stelle ein Rohr dicht gemacht hatte. Nach Mangolds Angaben ist der Schaden aber mittlerweile behoben. „Man kann gehen. Das ist nicht so tragisch.“


Barbara Falkenberg und Roland Lory

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