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Gehört der Inneren Mission München: das Pflegeheim „Lindenhof“ in Grafenaschau.

Debatte über Zukunft des Seniorenheims in Grafenaschau

„Lindenhof“: Nächstes Jahr ist Schluss

Nur noch bis Herbst 2018 soll es das Pflegeheim „Lindenhof“ der Inneren Mission in Grafenaschau geben. Und dann? Die Gemeinde wünscht sich auf dem Areal weiterhin eine altersgerechte Einrichtung. Potentielle Investoren haben offenbar schon angefragt.

Grafenaschau – 44 Senioren leben derzeit noch in dem Pflegeheim, das die Innere Mission München in Grafenaschau betreibt. Ihr gehören auch das Gebäude sowie das rund 10 700 Quadratmeter große Grundstück. Dass der „Lindenhof“ schließen wird, wenn der Neubau des Seniorenwohn- und Pflegeheims in Schlehdorf fertig ist, ist bekannt. Diesen Neubau wird die „Hilfe im Alter“ der Inneren Mission vom Seniorenheim-Zweckverband, bestehend aus den Gemeinden Großweil und Schlehdorf, pachten (wir berichteten).

„Sobald wir dort einziehen können, ziehen wir um“, sagt Jörg Kahl, Heimleiter des „Lindenhofs“ und künftiger Chef des Schlehdorfer Hauses mit 54 Heimplätzen. Geplant sei dieser Umzug für Oktober 2018. Alle Bewohner, die zu diesem Zeitpunkt noch im „Lindenhof“ leben, können nach Schlehdorf übersiedeln, versichert Kahl. „Die können alle mit.“ Frei werdende Heimplätze im „Lindenhof“ werden schon Monate vor dem Umzug nicht mehr belegt, so dass sich die Zahl der Bewohner bis nächstes Jahr noch verringern dürfte. Den Senioren diesen Umzug zuzumuten, hält Kahl für unvermeidlich, da der „Lindenhof“, ein 1980er-Jahre-Bau, die gesetzlichen Anforderungen an Pflegeheime nicht mehr erfülle. Man habe nur noch eine Fristverlängerung bis zur Fertigstellung des Neubaus in Schlehdorf erwirken können.

Das Gebäude, meint Kahl, „wird man nicht mehr viel nutzen können“. Nach dem Auszug der Bewohner, die laut Kahl aus Murnau, Ohlstadt oder München, nicht aber aus Grafenaschau direkt stammen, werde es leerstehen. Über die künftige Nutzung des Geländes liefen aber bereits Gespräche mit der Gemeinde.

Von richtigen Gesprächen will Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold indes nichts wissen. „Man hat sich mal getroffen“, sagt er. Mehr aber auch nicht. Mangold wirkt verärgert. Er kann nicht verstehen, sagt er, warum die Innere Mission in einen Neubau nach Schlehdorf zieht, statt auf ihrem Grund in Grafenaschau zu bauen. Und was soll mit dem leeren „Lindenhof“ geschehen? „Wir wollen, dass es eine altersgerechte Einrichtung bleibt“, betont der Bürgermeister. Denn solche fehlen seiner Ansicht nach im Landkreis. Erste potentielle Investoren hätten schon angeklopft, die sich vorstellen könnten, dort ein Altenheim zu bauen. Mehr will Mangold dazu aber nicht sagen. Verhandlungen über einen Kauf von Teilflächen des Geländes durch die Gemeinde habe die Innere Mission abgelehnt. Im Herbst werde sich der Gemeinderat bei einer Klausurtagung samt Planer darüber beraten, „was vorstellbar ist“. Nicht gewünscht ist laut Mangold eine reine Wohnbebauung. Eine Veränderungssperre für das Gebiet hat der Gemeinderat bereits erlassen.

Franziska Seliger

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