Ein Meilenstein in der Ortsgeschichte wird die Entwicklung des Areals, wo jetzt noch der alte Lindenhof (r.) steht.
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Ein Meilenstein in der Ortsgeschichte wird die Entwicklung des Areals, wo jetzt noch der alte Lindenhof (r.) steht.

Neuer Ortskern für Grafenaschau

Lindenhof-Areal: Ein Projekt wie der Kemmelpark für Murnau

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Der nächste Schritt bei einem Jahrhundertprojekt ist getan: Die Gemeinde Schwaigen hat mit dem bisherigen Eigentümer des Lindenhofs einen so genannten Optionsvertrag geschlossen. Auf dem Areal soll ein Ortskern mit etwa zehn neuen Gebäuden entstehen.

  • Die Gemeinde Schwaigen hat den nächsten Schritt bei einem Jahrhundertprojekt getan.
  • Sie hat einen Optionsvertrag mit dem bisherigen Lindenhof-Eigentümer geschlossen.
  • Auf dem Areal soll ein neuer Ortskern entstehen.

Schwaigen – Was das Projekt Kemmelpark für den Markt Murnau war, ist der Lindenhof für Grafenaschau. Dies betonen unisono Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) und Christoph Gratz, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Ohlstadt. Es ist also so was wie ein Jahrhundertprojekt für die kleine Gemeinde mit ihren rund 600 Einwohnern.

Vorfinanzierung sicherstellen

Und es geht etwas voran bei diesem Vorhaben, im Zuge dessen Grafenaschau einen neuen Ortskern bekommen soll. Die Gemeinde hat mit dem bisherigen Eigentümer der 10 800 Quadratmeter großen Fläche – dabei handelt es sich um das evangelische Sozialunternehmen Diakonie München und Oberbayern – einen so genannten Optionsvertrag geschlossen. Dabei verpflichtet sich eine Partei, eine Immobilie in einem vereinbarten Rahmen zu verkaufen oder zu kaufen. Schwaigen will kaufen. Bis 18. Januar 2022 läuft die Frist. „Es liegt jetzt an der Gemeinde, die Vorfinanzierung sicherzustellen“, sagt Kämmerer Gratz. Man könne nun konkret an die Umsetzung gehen.

Vorverträge mit Investoren

Wie Rathauschef Mangold erklärt, sollen Vorverträge mit Investoren geschlossen werden. So hat die Gemeinde zum Beispiel jemanden an der Hand, der sich vorstellen kann, einen Landgasthof mit 20 bis 30 Doppelzimmern auf dem Areal an der Aschauer Straße zu errichten. Aber auch soziale Einrichtungen, Dienstleister und Anbieter aus dem Gesundheitssektor könnten ihren Platz finden. Mangold nennt zudem ein Institut für nachhaltiges Bauen. „Es kommt eine Anfrage nach der anderen.“ Die Gemeinde hat für sich eine Fläche für den Kindergarten reserviert.

Kosten von 2,5 bis 2,8 Millionen Euro

Eins stellt Mangold klar. „Wir kaufen es nur, wenn wir die Investoren haben.“ Die Flächen will Schwaigen an diese weiterveräußern. Doch zunächst muss die Finanzierung stehen. Mangold schätzt, dass die Gemeinde 2,5 bis 2,8 Millionen Euro ausgeben muss. Darin sind Grunderwerb, Grunderwerbssteuer sowie Abriss enthalten. Mangold hätte gern, dass er mit dem potenziellen Hauptkäufer (Landgasthof-Betreiber) zum Notar gehen kann. „Dann brauchen wir keine Schulden machen.“ Nach Angaben von Kämmerer Gratz will die Gemeinde an anderer Stelle noch zwei Baugrundstücke veräußern. Eins hat sie schon im Januar verkauft. Zudem will die Gemeinde einen Kredit aufnehmen.

Gemeinde kann gestalten

Mangold ist optimistisch, dass der Plan der Kommune aufgeht. Dass sie einen Rückzieher machen wird, schließt der Bürgermeister aus. „Das wird nicht passieren, weil das zu wichtig ist.“ Überall bluteten die Ortskerne aus. „Und wir können gestalten.“ Etwa zehn neue Gebäude sollen entstehen.

Abstimmung mit Rechtsaufsicht

In mehreren Sitzungen überlegte der Gemeinderat, wie man das Ganze vorfinanzieren kann, ohne dass die Kommune ein Risiko eingehen muss. Alles läuft in enger Abstimmung mit der Rechtsaufsicht am Landratsamt. Dabei geht es um Fragen der Finanzierung und Abwicklung. „Sofern die Gemeinde zum Erwerb Kredite aufnehmen möchte, benötigt sie im Rahmen des Haushaltes dafür eine Genehmigung durch das Landratsamt“, sagt Sprecher Stephan Scharf.

Leistungsfähigkeit bewahren

Doch nicht nur das: „Sollte die Gemeinde Garantien, Bürgschaften oder kreditähnliche Rechtsgeschäfte mit künftigen Zahlungsverpflichtungen oder Risiken für die Gemeindefinanzen eingehen, ist auch dafür eine Genehmigung durch das Landratsamt erforderlich.“ Die Aufgabe der Kreisbehörde besteht darin sicherzustellen, dass die Gemeinde keine Risiken eingeht, die ihre dauernde Leistungsfähigkeit gefährden. Sie muss in der Lage sein, auch in Zukunft ihre Pflichtaufgaben wie Friedhof, Straßen, Kindergarten, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Verwaltung und so weiter zu erfüllen.

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