Bei der Übergabe der Urkunden (v. l.): Professor Dr. Alexander Woltmann (UKM), Dr. Peter Gutsfeld, Landrat Harald Kühn, Gerhard Knorr vom Gesundheitsministerium und Professor Dr. Volker Bühren. Foto: fkn

Schwerstverletzte in guten Händen

Garmisch-Partenkirchen - 22 Kliniken im Süden von Oberbayern schließen sich zu einem sogenannten Traumanetzwerk zusammen. Schwerstverletzte sollen so optimal versorgt werden.

Der Hubschrauber mit dem lebensgefährlich verletzten Unfallopfer an Bord kreist über der Stadt. Kein Krankenhaus will den Verunglückten aufnehmen, angeblich sind alle Betten belegt. Ein solches Szenario kennen Professor Dr. Volker Bühren, ärztlicher Direktor der Unfallklinik Murnau (UKM) und Chefarzt der Unfallchirurgie, und Dr. Peter Gutsfeld, Leitender Arzt am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, aus ihrem Wirkungskreis nicht. Trotzdem begrüßen es beide, dass die Versorgung Schwerstverletzter nun bestmöglich geregelt ist - und zwar 24 Stunden 365 Tage im Jahr. Der freiwillige Zusammenschluss von 22 Kliniken im Süden von Oberbayern zu einem Traumanetzwerk gewährleistet, dass dieses Ziel bestmöglich erreicht wird.

Einer der wichtigsten Punkte der Vereinbarung, die Vertreter der 22 Kliniken und der Staatsregierung in München unterzeichnet haben, ist die unbedingte Pflicht der überregionalen Zentren, Patienten mit lebensgefährlichen Verletzungen aufzunehmen. Zu diesen Häusern zählen neben dem UKM die Kliniken der Universität München und das Landeskrankenhaus Salzburg. Die Garmisch-Partenkirchner Einrichtung gilt als regionales Zentrum, zu denen auch Traunstein und Kempten gehören. „Hier kann jeder Notfall aufgenommen und erstversorgt werden“, erklärt Bühren. Als dritte Kategorie gibt es lokale Zentren.

Die Einstufung der Kliniken erfolgte über eine Zertifizierung, die jede separat durchlaufen musste. „Um ins Traumanetzwerk aufgenommen zu werden, gibt es feste Vorgaben“, verdeutlicht der Professor. Neben dem Hubschrauber-Landeplatz, dem Schockraum und dem Röntgenbereich werde unter anderem die Alarmierungsliste unter die Lupe genommen. Diese Prozedur muss jedes der beteiligten Krankenhäuser alle drei Jahre durchlaufen.

Das Netzwerk München-Oberbayern Süd ist in Bayern das dritte, das freigeschaltet wurde, bundesweit gibt es mittlerweile neun derartige Kooperationen. „Entscheidend ist, dass Schwerstverletzte optimal versorgt werden“, unterstreicht Gutsfeld. Im Landkreis funktioniere die Zusammenarbeit zwischen Garmisch-Partenkirchen und Murnau hervorragend. Beide Häuser seien auch gut ausgestattet, ergänzt Bühren. „Bei uns musste nichts nachgebessert werden.“ Durch den jüngst unterzeichneten Vertrag werde diese Kooperation optimiert und auf eine breitere Basis gestellt. (tab)

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