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Bar und Tanzlokal: In Sachen Stad’l gibt es Ärger.

Gerichtstermin im Juli

Schwimmbad-Gaststätte: Pächter Pfaff geht in die Offensive

Ohlstadt - Nach seinem Rauswurf meldet sich Severin Pfaff zu Wort. Der Pächter wirft der Kommune vor, ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen zu sein. Derweil  läuft die Räumungsklage. 

Severin Pfaff, Pächter der Ohlstädter Schwimmbad-Gaststätte, legt nach seinem Rauswurf nach. Die geringe Zahl an öffentlichen Veranstaltungen im Stad’l habe „sich die Gemeinde selbst zuzuschreiben“, schreibt der Jungunternehmer in einer E-Mail ans Tagblatt.

Denn die Kommune komme ihren Verpflichtungen als Verpächter nicht nach. Sie habe „die nötigen Reparaturen der Lüftung nicht erledigt“ und könne zudem „baurechtliche Genehmigungen nicht vorweisen“. Sollte die Gemeinde die Reparaturen realisieren, dann könnten „wir wieder die Werbetrommeln antreiben und auch verantworten, größere öffentliche Veranstaltungen durchzuführen“, erklärt Pfaff. Dies sei auf Grund des Schallschutzes und den nicht mehr vorhandenen Fenstern nicht möglich.

Zur Erinnerung: Die Gemeinde Ohlstadt, Eigentümerin des Gebäudes, hatte Pfaff zum Ende des Monats April gekündigt. Dieser denkt aber nicht daran, die Lokalität zu verlassen. Nun läuft eine Räumungsklage. Die Parteien treffen sich am 20. Juli vor dem Landgericht München II.

Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) sagt, ihm falle langsam nichts mehr zu der Angelegenheit ein. Die Vorwürfe weist er zurück. Er tritt auch Pfaffs Mutmaßungen entgegen, die Verzögerung bei der Sanierung des Schwimmbad-Gebäudes habe mit den Querelen um den Stad’l zu tun. „Er sollte sich mal nicht überschätzen“, betont der Rathauschef. Er würde es nach wie vor begrüßen, wenn sich beide Parteien mal zusammensetzen würden. Scheuerer beklagt, dass Pfaff nur über die Medien und seine Anwältin kommuniziere. Der Pächter entgegnet, es habe genügend Diskussionen und auch persönliche Treffen gegeben. Irgendwann, unterstreicht Pfaff, habe er „keinen Sinn mehr gesehen“ zu debattieren.

Im Rahmen einer Klausurtagung im Juni will sich der Gemeinderat mit der Immobilie befassen. Auch Fachleute sollen dabei ihre Expertise einbringen. Eins ist laut Scheuerer klar: „Die Zukunft können wir uns nicht mit Herrn Pfaff vorstellen.“ Ob es künftig am Schwimmbad weiter eine Gaststätte gibt, wird sich zeigen. Eine Schließung des Bads steht aber nicht zur Debatte. Momentan hält Pfaff nach eigenen Angaben nur vereinzelt kleinere Veranstaltungen ab. Das habe auch mit der erwähnten, fehlenden baurechtlichen Genehmigung zu tun.

Das behördliche Plazet für die derzeitige Verwendung fehlt derzeit. „Die ursprünglichen und genehmigten Baupläne sehen im ersten Obergeschoss bereits eine Nutzung als Schwimmbad-Gaststätte vor“, erklärte Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts, vor ein paar Monaten. Ihm zufolge müsste jedoch „die konkrete Ausgestaltung des Betriebs, nämlich als Gaststätte (Schank- und Speisebetrieb) mit Musikdarbietung, zusätzlich genehmigt werden“. Pfaff sagt, er wisse nicht, ob „das Landratsamt kommt und mir den Laden zusperrt“.

Roland Lory

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