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Bei Tag ist alles kein Problem - für Abendveranstaltungen aber würde dem Olympia-Skistadion eine Flutlicht-Anlage gut zu Gesicht stehen.

Der Kampf ums Flutlicht im Olympia-Skistadion: Nun gibt SCP-Chef Maurer den Wadlbeißer

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Michael Maurer will nicht locker lassen: Der Präsident des Skiclub Partenkirchen kämpft weiter für eine Flutlichtanlage im Olympia-Skistadion. Nachdem sich der Bund weigert, Zuschüsse zu geben, möchte er am Neujahrstag nun bei Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch einmal nachhaken.

Garmisch-Partenkirchen – Diese Nachricht hat Michael Maurer mit Interesse gelesen. 34 Millionen Euro mehr an Steuergeldern fließen 2020 in den deutschen Sport. Hat das Bundesinnenministerium verlauten lassen, das sich um die Belange der Sportler kümmert. Insgesamt sind es dann 279 Millionen Euro im nächsten Jahr. Deshalb überrascht den Präsidenten des Skiclub Partenkirchen die ablehnende Haltung gegenüber einer finanziellen Beteiligung am Bau einer Flutlicht-Anlage im Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen (wir berichteten) umso mehr. „Ich kann das alles nicht verstehen“, sagt er offen, „denn in der Begründung für die höhere Förderung heißt es, dass die Sportstätten adäquat sein müssen, um in Zukunft etwas zu reißen.“ Gilt offenbar nicht für den Fall Garmisch-Partenkirchen.

Gute 500 000 Euro wären es nach der alten Berechnung gewesen, die der Bund beisteuern müsste. Der Freistaat Bayern und die Marktgemeinde hatten stets signalisiert, im Boot zu sitzen. Mit einer ähnlichen Summe, da die Kostenschätzungen zuletzt bei 1,5 Millionen Euro gelegen hatten. In einem Schreiben hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aber mitgeteilt, dass es kein Geld vom Bund gibt. Daran hat sich seither nichts geändert. Darum freut Maurer, dass Bayerns Spitzenpolitiker am Neujahrstag im Stadion zu Gast sein werden. Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) stehen auf der Liste der VIPs. „Ich würde Herrn Söder schon gerne sagen, dass er noch einmal in Berlin vorstellig werden sollte“, betont Maurer. Denn Söder hatte vor zwei Jahren alles ins Rollen gebracht und große Hoffnung verbreitet.

Ein bisschen was hat sich in einem halben Jahr schon geändert. Die Kostenfrage beispielsweise. Nun ist bereits von zwei Millionen Euro die Rede. Das bestätigt Maurer. Ein Kopfschütteln kann er sich aber nicht verkneifen. „Es geht mit 1,5 Millionen Euro“ – das steht für ihn fest. „Dann muss man eben ein solches Budget festsetzen und damit auskommen.“ Maurer und Mitstreiter Hannes Krätz, der früher nicht nur für die Freien Wähler im Gemeinderat saß, sondern als Dritter Bürgermeister der Marktgemeinde für den Bereich Sport zuständig war, prangern in dieser Hinsicht schon auch die Vorgehensweise im Rathaus an. „Man muss doch nicht immer gleich mit allem zu einem externen Architekten rennen, es gibt doch auch eigenen Leute. Da hast du die erste Rechnung schon im Briefkasten, bevor es überhaupt losgegangen ist.“ Krätz stößt ins selbe Horn. „Mit jedem Ingenieurbüro sind es sofort drei oder vier Kostenstellen mehr, selber könnte die Gemeinde viel besser überprüfen, was passiert.“

Die Argumentation der Bundespolitik, Zuschüsse zu verweigern, stößt Maurer immer noch sauer auf. „Es heißt, dass bei uns keine Spitzensportler trainieren.“ Exakt in diesem Jahr sei es genau anders gekommen. „Wir waren im Herbst die einzige Schanze, die ein Training auf Eisspur angeboten hat, weil in Oberstdorf umgebaut wurde.“ Der SCP-Chef fühlt sich auch von der politischen Spitze im Rathaus ein wenig allein gelassen. „Wir haben da drin einfach keinen richtigen Wadlbeißer. In so einer Sache muss man ekelhaft sein, da reicht es nicht, nur mal ein Schreiben zu schicken, man muss beharrlich sein.“

Das hat sich Maurer nun für den Neujahrstag vorgenommen. Söder und Herrmann werden wohl nicht ohne Aufträge wieder abreisen. Ob’s etwas hilft? Maurer weiß es auch nicht. „Aber ich will nichts unversucht lassen.“

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