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Übergabe der Unterschriftenlisten: Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (l./CSU) mit ifb-Chef Hans Schneider (2.v.r.), dem Westtor-Vorsitzenden Claus Auwärter und Hallenwirtin Anke Stöhrer. 

Kampf um Kulturzentrum

„Überwältigende Resonanz“: 3863 Unterschriften für die Westtorhalle

Die Riedhauser Westtorhalle hat einen großen Unterstützerkreis: 3863 Unterschriften konnten jetzt für den Erhalt des Kulturzentrums gesammelt werden.

Riedhausen – „Es geht um das blanke Überleben des Vereins“, sagte Claus Auwärter, Erster Vorsitzender der Riedhauser Westtorhalle. Im Zuge eines Pressetermins überreichte er die Unterschriftenlisten samt Online-Petition an die Gemeinde Seehausen sowie die ortsansässige Firma ifb.

Unter dem Motto „Westtor bleibt!“ hatte der Verein seit April Stimmen gesammelt. Die Resonanz bewertet Auwärter als „überwältigend“. Insgesamt stützen 3863 Unterschriften die Petition, die Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) entgegennahm. In der Begründung wird gefordert, dass die Halle so lange an ihrem angestammten Platz bleiben kann, „bis ein alternativer, gleichwertiger Standort gefunden worden ist, der die ununterbrochene ehrenamtliche Arbeit des Vereins garantiert“. Rathaus-Chef Hörmann zeigte sich erfreut darüber, dass der Verein zu diesem „demokratischen Mittel“ gegriffen habe und versprach, sich der Sache anzunehmen. Ihm zufolge zeugt der große Rückhalt seitens der Bevölkerung von der „überregionalen Bedeutung der Westtorhalle“. Hintergrund des Ganzen ist die unsichere Lage des Kulturzentrums. Denn Hans Schneider, Chef des benachbarten Instituts zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb), hat ein Auge auf das Areal geworfen, das der 470 Mitglieder starke Verein von der Gemeinde Seehausen gepachtet hat.

Nun gilt es, eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten zu finden. Auch die Nachbarn des Westtors müssten laut Hörmann mit ins Boot geholt werden. Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, laufen bereits konkrete Grundstücksverhandlungen. Diverse Optionen stehen zur Auswahl. Eventuell wäre ein Neubau auf einer gemeindlichen Fläche möglich – finanziert durch den Erlös, der sich aus dem Verkauf des Westtorareals ergäbe. Schneider bot sogar an, eine „neue“ Westtorhalle an gleicher Stelle im Untergeschoss eines neuen Bürobaus unterzubringen. Auch Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hatte jüngst im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Westtorhalle offeriert, dem Verein – wenn nötig – einen Standort in der Marktgemeinde zuzuweisen.

Doch Auwärter bleibt skeptisch: „Wir halten seit zehn Jahren die Augen nach alternativen Standorten offen. Ohne Erfolg. Außerdem werfen die bisher angebotenen Lösungen lauter ungeklärte Fragen auf“, gab er zu bedenken.

Ungewissheiten könnten schon nächste Woche geklärt werden, wenn sich Auwärter mit Vertretern von Gemeinde und ifb zu einer nicht-öffentlichen Sitzung trifft. „Die Zeit drängt. Wir wollen die Sache in diesem Jahr noch abschließen“, sagte Hörmann. Schließlich steigt die Anspannung auf allen Seiten: Die Hallen-Betreiber haben angesichts der unsicheren Situation für 2019 noch keine Künstler gebucht. Dem ifb-Chef bereitet die Angelegenheit ebenfalls Kopfzerbrechen: „Wir befinden uns am Rand der räumlichen Möglichkeiten und müssen zeitnah erweitern“, erklärte er.

Nun liegt es an der Gemeinde, zu vermitteln. „Hier geht es nicht um den Konkurrenzkampf zwischen Kunst und Wirtschaft, sondern um eine friedliche Koexistenz“, merkte der Dritte Bürgermeister Daniel Schreyer (CSU) an. Ob und wie dieser Spagat bewältigt werden kann, wird sich in naher Zukunft zeigen.

Constanze Wilz

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