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Wild und vielfältig: Barbara Pantele (46) liebt den Gang durch ihre Beete. Bei dieser Pracht ist das kein Wunder.

Bald darf geerntet werden

Ein Garten-Paradies in Rieden

Gemüse-Bäuerin Barbara Pantele freut sich heuer über ein besonders gutes Jahr. Die Zucchini, Kürbisse und Krautköpfe darf sie früher ernten als sonst. Ihr prachtvoller Garten erweckt bei so manchem Passanten Bewunderung. 

Seehausen– Heuer ist alles ein bisserl früher dran als sonst. Die Kürbisse sind fast schon reif. Ach die Krautköpfe müssen bald geerntet werden. „Sonst werden sie noch schlecht“, sagt Barbara Pantele. Die Bäuerin aus Rieden kennt sich aus. Immerhin ist sie nicht nur auf dem Hof ihrer Eltern, den sie heute betreibt, aufgewachsen. Sie ist auch ausgebildete Garten-Bäuerin. Und gartelt selbstverständlich selbst. Wobei – das Wort Garten ist eigentlich eine Untertreibung. „Kleines Paradies“ trifft die Sache schon eher. Was da alles in den Beeten, die Pantele liebevoll hegt und pflegt, gedeiht, könnte sich auch auf Werbeplakaten oder in einer Fachzeitschrift für Gärtner sehen lassen. Fußgänger, die am Hof der Panteles vorbeikommen und mit offenem Mund die blühenden Beete bewundern, gibt es des Öfteren. Dabei geht es in Panteles Areal eigentlich gar nicht so ordentlich zu. Salatköpfe, Lauch, Pastinaken, Krautköpfe, Kohlrabi und Kürbisse sind neben Blumen und Kräutern gepflanzt. Das Ergebnis ist dennoch – oder gerade deshalb – wunderschön.

„Mischkultur“ nennt sich diese Art des Anpflanzens im Fachjargon. Das heißt: Die Gemüsesorten werden nicht streng nach Art unterteilt, sondern abwechslungsreich in Reihen auf einem Beet gemischt. „Dadurch unterstützen sie sich gegenseitig. Sie helfen mit ihrem Duft Schädlinge abzuwehren und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten“, betont Pantele. Und das funktioniert. Bei Pantele offenbar besonders. „Heuer ist alles recht gut gelungen“, erklärt sie. Obwohl sie eigentlich nicht der Typ ist, der sich selber lobt. Woran das liegt? Bestimmt an ihrem grünen Daumen. Die Bäuerin macht auch das Wetter für den Erntesegen verantwortlich. „Es war heuer die richtige Mischung zwischen Sonne und Regen“, sagt die 46-Jährige und lacht. Darum sei viel Gemüse früher erntereif als sonst. Und das, obwohl sie ihre Beete so gut wie nicht gießt. Das überlässt sie der Natur.

Auch eines der Dinge, die Pantele bei ihrer eineinhalbjährigen Ausbildung zur Garten-Bäuerin gelernt hat. Das Wissen, dass sie sich dort angeeignet hat, kombiniert sie mit ihrem eigenen in puncto Landwirtschaft. „Ich probiere einfach gerne Neues aus“, sagt die Expertin – und fügt an: „Manchmal ist es auch zu viel.“ Cremes, Kräutersalben oder Lippenpflege stellt sie zum Beispiel seit Kurzem selbst her. Natürlich mit Zutaten aus dem eigenen Garten. Aus ihren Tomaten macht sie Pizzaaufstrich und Ketchup. Gurken, Gelbe Rüben und Rote Beete legt sie ein. Außerdem stellt sie Suppengrün – getrocknet und im Glas – her. Alles frisch, alles natürlich. „Das schmeckt ganz wunderbar“, sagt sie.

Bald ist es wieder soweit. Nach der Ernte macht sich die sympathische Riederin daran, das Gemüse in Salzlake einzulegen um es für den Winter haltbar zu machen. Zum Beispiel Gelbe Rüben und Sellerie. Das bildet nach einiger Zeit im Steinguttopf Milchsäure. „Die ist für den Darm sehr gesund“, betont Pantele. Das wissen sie und ihre Familie aus eigener Erfahrung. Das eingelegte Gemüse gibt es nämlich täglich zur Brotzeit – mit etwas Öl. Manches Gemüse muss aber auch nicht eingelegt werden, zum Beispiel der Zuckerhutsalat. Der wird im Winter geerntet, schmeckt etwas bitter – und ist? „Gesund natürlich“, sagt Pantele. Und g’schmackig. „Kinder mögen den Salat.“

Vier haben sie und ihr Mann. Sie sind zwischen 21 und 11 Jahren. Die Jüngeren gehen mit der Mama zu den Beeten. So wie es die Bäuerin damals selbst mit ihrer Mutter gemacht hat. Die Großen interessieren sich auch fürs Garteln. „Des is einfach so was Scheens“, meint Pantele. Schulungen gibt sie bislang noch keine. Wer es genau wissen will, sollte einen Spaziergang durch Rieden machen und sich vom Garten selbst überzeugen. Wenn die Besitzerin da ist, gibt sie gerne den einen oder anderen Tipp.

Magdalena Kratzer

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