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Prägend: Von dieser Hecke an der evangelischen Kirche Murnau müssen wegen Käferbefalls 70 Meter entfernt werden.

Asiatischer Laubholzbockkäfer befällt große Hecke

Schädling macht sich in Murnau breit

Der Asiatische Laubholzbockkäfer beschäftigt nach wie vor die Behörden. An der Murnauer Christuskirche steht demnächst eine größere Fällaktion an. Betroffen ist ein rund 70 Meter langes Teilstück einer Hecke. Ab 17. Oktober muss es entfernt werden, weil sich der Baumschädling dort breit gemacht hat. 

Seehausen – Am Ende der Seehauser Gemeinderatssitzung hat Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) eine Neuigkeit bekannt gegeben, die das Ortsbild an der evangelischen Kirche Murnau deutlich verändern wird. Denn wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) muss an der Seehauser Straße 1 ein rund 70 Meter langes Teilstück einer Hecke entfernt werden. 

Elke Zahner-Meike, die bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, bestätigt den geplanten Eingriff. „Das Flurstück samt Hecke gehört einer Eigentümergemeinschaft.“ Der betroffene Abschnitt wird nach ihren Angaben im Rahmen der Fällmaßnahmen in Murnau in der Kalenderwoche 42 bis 43 entfernt, also ab dem 17. Oktober. Bei dem Gewächs handelt es sich um eine Hainbuchenhecke. „Eine Nachpflanzung ist umgehend möglich“, erklärt Zahner-Meike. Es sei jedoch verboten, spezifizierte Pflanzen zu verwenden. Dies betrifft 16 Gattungen. Die LfL hat die Eigentümergemeinschaft entsprechend informiert und angeboten, bei der Nachpflanzung zu beraten. 

Auf Seehauser Flur gab es im Zusammenhang mit dem ALB nach Angaben von Bürgermeister Hörmann bis dato keine größeren Fällaktionen. Eine ebenfalls an der evangelischen Kirche stehende, rund 200 Jahre alte Linde kann offenbar stehen bleiben. Der Baum sowie drei weitere auf dem Nachbargrundstück (zwei Linden, eine Buche) wurden mit Einzelanordnungen vom 1. September als Naturdenkmale geschützt, da sie das Ortsbild dort in besonderer Weise prägen. Das bedeutet, dass sie „nicht entfernt, zerstört oder beschädigt werden dürfen“, erklärt Franziska Klein vom Büro des Landrats. „Sie sind dauerhaft zu erhalten.“ Dieser Schutzstatus gelte auch im Hinblick auf ALB-Bekämpfungsmaßnahmen. „Die Bäume werden dazu durch ein spezielles Monitoring überwacht.“ Sie bleiben also „unter ständiger Beobachtung“, wie es Rathauschef Hörmann ausdrückt. 

Die 200 Jahre alte Linde steht auf Seehauser Flur, das Grundstück gehört allerdings der Marktgemeinde Murnau.

Roland Lory

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