Soll im großen Stil umgebaut werden: das malerisch gelegene Fischerstüberl in Seehausen.
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Soll im großen Stil umgebaut werden: das malerisch gelegene Fischerstüberl in Seehausen.

Unternehmerfamilie kaufte Fischerstüberl Seehausen

Neues Café lässt weiter auf sich warten - Planer verzweifelt: „Empfinde ein Gefühl der Ohnmacht“

  • Simon Nutzinger
    VonSimon Nutzinger
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Im Jahr 2019 hat die Münchner Unternehmerfamilie Zöttl das Fischerstüberl in Seehausen gekauft. Ein Café sowie sechs Ferienwohnung will sie dort errichten. Das Problem: Bislang fehlt die Baugenehmigung. Daran hat vorerst auch der jüngste Beschluss des Gemeinderats nichts geändert.

Seehausen – Michaela und Bernhard Zöttl warten. Und warten und warten und warten. „Mehr bleibt uns ja nicht übrig“, sagt die Chefin einer großen Münchner Bäckereien-Kette, die gemeinsam mit ihrem Mann im Jahr 2019 das Fischerstüberl in Seehausen gekauft hat. Ein Café sowie sechs Ferienwohnungen wollen sie dort errichten. Ein großer Um- und ein Neubau sind geplant. Das Problem: Passiert ist bislang rein gar nichts. Noch immer fehlt die Baugenehmigung durch das Landratsamt. Selbst ein entsprechender und von der Gemeinde Seehausen abgesegneter Bebauungsplan hat daran bislang nichts geändert.

Seehausen: Baugenehmigung fehlt weiterhin - Unternehmerfamilie muss Geduld haben

„Schon ein bisschen ernüchternd“, findet das Michaela Zöttl. Schließlich hatte das Landratsamt zuletzt stets den fehlenden Bebauungsplan als Argument dafür verwendet, warum die Behörde sein Plazet noch nicht erteilt hat. Als der Gemeinderat den Plan vergangenen Donnerstag beschloss, dachte auch Bürgermeister Markus Hörmann (CSU), dass nun endlich Bewegung in das ebenso für den Ort interessante Vorhaben kommt. „Ich hoffe, die Bauherren können jetzt endlich loslegen“, betonte er.

Das Landratsamt aber reagiert bisher nicht. Behördensprecher Wolfgang Rotzsche sagt auf Tagblatt-Nachfrage lediglich Folgendes: „Die jüngsten Unterlagen sind erst kürzlich eingegangen. Das Landratsamt wird den Antrag zeitnah abschließend beurteilen.“

„Wir wollten eigentlich spätestens im September mit den Arbeiten anfangen“

Für Michaela und Bernhard Zöttl verständlicherweise keine zufriedenstellende Aussage. Drängt doch mittlerweile gehörig die Zeit. „Wir wollten eigentlich spätestens im September mit den Arbeiten anfangen“, stellt Joachim Gießler klar. Der Leiter des zuständigen Planungsbüros befürchtet, dass vor dem Winter nicht mehr viel geschieht. Noch immer hofft er, bis dahin die beiden Dachstühle aufstellen zu können. Auch die neuen Fenster möchte er bis zum ersten Schnee eingebaut haben. Nur dann könne die Sanierung im Innenbereich ordentlich über die Bühne gehen.

Zöttl hofft auf Genehmigung des Landratsamtes: „Empfinde ein Gefühl der Ohnmacht“

„Und da gibt es mehr als genügend zu tun“, verdeutlicht Gießler. Jüngste Statikberechnungen hätten ergeben, dass etwa einige neue Träger angebracht werden müssen. Ebenso sollen Böden und Decken rausgerissen werden. „Es ist ein altes Haus, da sind im Laufe der Zeit immer wieder Dinge verändert worden“, gibt der Seehauser zu bedenken. „Im Grunde sprechen wir von einer Kernsanierung.“ Und diese geschehe nun einmal nicht über Nacht. Für Gießler steht daher fest: „Wenn wir nicht bis Mitte Oktober starten, dann wird das Café kaum bis Ostern 2022 eröffnen können.“

Von diesem Plan will sich Michaela Zöttl jedoch vorerst nicht verabschieden. Sie hofft noch immer, dass die Genehmigung des Landratsamtes in den kommenden Tagen eintrudelt. Dass sie selbst keinen Einfluss darauf nehmen kann, ist ihr bewusst. „Auch wenn ich dort jeden Tag anrufe, werde ich den Vorgang nicht beschleunigen.“ Ihr Planer Joachim Gießler drückt das Ganze schon etwas drastischer aus: „Ich empfinde ein Gefühl der Ohnmacht.“

Aber wie dem auch sei. Letztlich hilft den Beteiligten in diesem Fall wohl nur Eines. Und zwar warten, warten – und nochmals warten.

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