Einmündung der Poschinger Allee in die Bundesstraße 2; Murnau..
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Bekannte Stelle: Dort, wo die Poschinger Allee von der Bundesstraße abbiegt, könnte ein Kreisel entstehen.

Gespräche mit Murnau sind zu führen

Geplantes Seehauser Gewerbegebiet: Zufahrt über Kreisel an B 2?

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Einige Firmen, die interessiert waren, sind schon abgesprungen. Zu langwierig erschien ihnen die Realisierung des Seehauser Gewerbegebiets. Nun möchte die Gemeinde eine Kreisverkehrslösung offensiv verfolgen. An den großen Nachbarn Murnau will die Kommune mit diesem Vorschlag in absehbarer Zeit herantreten.

  • Die Gemeinde Seehausen will ihr geplantes Gewerbegebiet mit einem Kreisel an der B 2 erschließen.
  • Das Staatliche Bauamt wäre damit einverstanden.
  • Gespräche mit dem Markt Murnau stehen noch aus.

Seehausen/Murnau – Mittlerweile sind fast zehn Jahre ins Land gegangen, seit die Gemeinde Seehausen sich des Themas Gewerbegebiet annahm. 2011 stellte man sich die Frage, welche Areale überhaupt in Frage kommen. Letztlich kristallierten sich die Längenwiesen heraus. Erste Planungen datieren aus dem Jahr 2013. Die Kommune kaufte Flächen. Heute gehört ihr ein größerer Teil der fünf Hektar, eine kleine Ecke ist in Privatbesitz, ein Viertel ist im Eigentum der Kirche. Als Knackpunkt erwies sich in den vergangenen Jahren die Zufahrt. Die Gemeinde Seehausen erwarb ein Grundstück, das zwischen dem Mc-Donald’s-Restaurant und dem Lautnerhof liegt. Die Fläche liegt auf der Flur des Marktes Murnau. Doch die Volksvertreter des großen Nachbarn konnten sich mit dem Vorstoß nicht anfreunden – und lehnten ab (wir berichteten).

In der internen Planung

Immer wieder war auch von einem Kreisverkehr die Rede. Diese Lösung, mit der die Poschinger Allee angebunden würde, will die Gemeinde Seehausen jetzt konkret verfolgen und dem Markt Murnau in absehbarer Zeit vorlegen. „Ich schätze, dass das in naher Zukunft diskutiert wird.“ Im Seehauser Gemeinderat wurde die Sache schon besprochen. „Momentan sind wir in der internen Planung“, sagt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Eine Erschließung über eine Fläche des Marktes Murnau wäre ihm zufolge mit dem Kreisel vermieden. Freilich müsste Seehausen noch Grund kaufen.

Staatliches Bauamt einverstanden

Das Staatliche Bauamt Weilheim steht einem Kreisverkehr auf Höhe der Poschinger Allee „grundsätzlich positiv gegenüber“, sagt Werner Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau. „Der Platz wäre vorhanden. Das würde auf jeden Fall gehen.“ Das Verkehrsaufkommen ist beträchtlich: An einem Werktag sind in dem Abschnitt laut einer Zählung von 2015 durchschnittlich rund 14 000 Fahrzeuge unterwegs.

Murnau zurückhaltend

Beim Markt Murnau hält man sich in Bezug auf einen Kreisel zurück. „Wir wissen zwar von Überlegungen, aber es gibt keine konkreten Planungen, so dass hierzu auch keine Aussagen getroffen werden können“, sagt Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler). Da es sich um eine Bundesstraße handelt, liege die Straßenbaulast und Planungshoheit beim Staatlichen Bauamt Weilheim. „Sowohl mit der Gemeinde Seehausen als auch mit dem Staatlichen Bauamt bleiben wir in Kontakt und wünschen uns für die Gemeinde Seehausen sowie für alle Beteiligten eine optimale und zufriedenstellende Lösung.“

Umgehungs-Pläne nicht betroffen

Ein Kreisel wäre nach Hörmanns Ansicht kein Hindernis für eine künftige Umfahrungstrasse, wäre also damit vereinbar. Bauamts-Mitarbeiter Hüntelmann betont, ein Kreisverkehr habe für die Planung für die Murnauer Umgehungsstraße keine Auswirkungen, „ist davon völlig unabhängig“.

Viele Firmen sprangen ab

Der Bedarf für das Gewerbegebiet ist vorhanden. Hörmann schätzt, dass im Laufe der Jahre rund 20 Firmen angefragt haben. Viele sprangen ab, als sie hörten, dass sich die Sache zieht. „Ziemlich dramatisch“ findet er das. Auch Seehauser Firmen suchten sich etwas anderes.

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