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Sie sind „Groovers Combo“: Frontmann Thomas Krüger, Schlagzeuger Jens Freyberg (l.) und Rhythmusgitarrist Joachim King. 

Thomas Krüger aus Seehausen gründet Gruppe vor 30 Jahren

„Groovers Combo“: Die Band, die niemals gemeinsam probt

Gibt es das? Eine Band, die niemals gemeinsam probt? Das gibt es tatsächlich, und die Wurzeln liegen in Seehausen. Vor 30 Jahren rief Thomas Krüger „Groovers Combo“ ins Leben. 

Seehausen – Auf der Bühne zu stehen und das Publikum mit seiner Musik zu begeistern, ist für Thomas Krüger alias „Groover“ das schönste Gefühl. Dieses zieht sich nahezu durch das gesamte Leben des Seehausers, der vor 30 Jahren die Band „Groovers Combo“ ins Leben rief. Als deren Frontmann textet, singt und musiziert der 61-Jährige mit wechselnder Besetzung.

Aktuell ist die Combo zu dritt. Seit 15 Jahren an Bord ist Schlagzeuger Jens Freyberg aus Eglfing. Der Huglfinger Joachim King (Rhythmusgitarre) stieg vor fünf Jahren ein. Hauptmerkmal der Band ist ein dynamischer Mix aus verschiedenen Stilrichtungen – darunter Reggae, Blues, Country sowie irische und südamerikanische Klänge. Diese werden untermalt von bayerischen Texten, die alle aus Krügers Feder stammen. Er verarbeitet persönliche Eindrücke, Gefühle und Gedanken in seinen lebensnahen Songs. Das Hauptthema Liebe zieht sich als roter Faden durch faste alle Stücke. Das hat einen guten Grund: „Die Liebe ist in jedem angelegt. Ohne sie muss der Mensch verhungern“, sagt der Seehauser mit der rauchigen Stimme.

Dass der bayerische Dialekt angelernt ist, merkt man ihm zunächst nicht an. Erst wenn Krüger seine waschechte Berliner Schnauze erklingen lässt, kann man Rückschlüsse über seine Herkunft ziehen. Geboren und aufgewachsen ist der 61-Jährige in der Hauptstadt. 1974 zog er mit seinen Eltern nach Garmisch-Partenkirchen – für das Großstadtkind ein Kulturschock: „Ich habe mich anfangs dagegen gewehrt und die bayerische Sprach abgelehnt.“ Das änderte sich, als Krüger Gleichgesinnte Künstler aus der Region kennenlernte. 1985 widmete er sein Leben voll und ganz der Musik, indem er der bayerischen Bluesband Williams Wetsox beitrat. Dies war bis 2007 sein Haupterwerb. Danach rückte die Musik durch persönliche Umstände an zweite Stelle. Fortan konzentrierte sich Krüger hobbymäßig auf seine 1989 gegründete „Groovers Combo“, die in den vergangenen Jahren zwei Studioalben und eine Live-CD hervorbrachte. Damit hat sich der gebürtige Berliner einen Traum erfüllt. „Der Spaß an der Musik steht im Vordergrund – und nicht das Geld“, betont der Künstler, der in der Pflege tätig ist.

Auch Freyberg und King sind beruflich voll eingespannt. „Daher gibt es nur wenige, aber sehr intensive Auftritte im Jahr“, sagt der Frontmann. Zu den denkwürdigsten Shows zählt etwa die Mondscheinfahrt, bei der die Combo einmal im Jahr an Bord der MS Seehausen über den Staffelsee schippert. „Wir haben schon bei Sturm und monsunartigem Regen gespielt.“ Dieser Termin wird seit 21 Jahren ohne Pause wahrgenommen und zählt zu den persönlichen Höhepunkten der Band. Immerhin hat Krüger jene Veranstaltung einst mit initiiert. Noch eine Besonderheit umgibt ihn und seine Jungs: Es wird nicht gemeinsam geprobt. Kurz vor Auftrittsbeginn eine Runde zu jammen, muss genügen. Das ist nur möglich, wenn sich alle durch ihren jeweils intuitiven Zugang zur Musik aufeinander abstimmen. Krügers Wunsch: „Das will ich noch weitere 30 Jahre lang machen.“

Weitere Informationen gibt es unter www.groovers-combo.de. Das nächste Konzert ist am 21. Dezember um 21 Uhr im Habacher Village.

Lesen Sie auch: Stehpaddler unerwünscht: Gemeinde Seehausen bleibt konsequent - „Nun wird hier nicht mehr ständig gestritten“

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