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Herber Schlag: Für die Seehauser Berufsfischer bedeutet das Aal-Sterben wirtschaftliche Einbußen.

Tiere erkranken an Virus

Das große Aal-Sterben im Staffelsee

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Im Staffelsee sind in den vergangenen Wochen massenhaft Aale gestorben. Der Grund war eine Virus-Erkrankung, die im Sommer bei hohen Wassertemperaturen ausbrechen kann. Dem Landesamt für Umwelt zufolge ist diese für den Menschen ungefährlich.

Seehausen – Der Anblick muss ziemlich eklig gewesen sein: In den Uferbereichen des Staffelsees, auch bei den Strandbädern in Seehausen und Uffing, sowie an der Einmündung der Ach trieben in jüngster Zeit auf der Wasseroberfläche etliche tote Aale. Augenzeugen berichten von einem üblen Geruch – nicht gerade die beste Werbung für eine Urlaubsregion. Der Grund für das Fischsterben war nach Auskunft der zuständigen Fachbehörden ein Virus, der so genannte Aal-Herpes. Fischer und Anwohner sammelten die tote Tiere ein und entsorgten sie. Über die Menge kann nur spekuliert werden. Angeblich waren es Hunderte.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg, das dem Umweltministerium unterstellt ist, untersuchte den Fall. Es wurden sowohl Tierkadaver als auch Wasserproben unter die Lupe genommen. Die Behörde gibt Entwarnung: Die besagte Infektion trete ausschließlich bei Aalen auf, sagt ein Sprecher auf Tagblatt-Nachfrage. „Für den Menschen ist das weder ansteckend noch gefährlich.“ Der Badebetrieb sei daher nicht betroffen. Die Krankheit könne auch nicht andere Fischarten befallen.

„Das tritt immer mal wieder auf. Da kann man nichts machen“, sagt Christoph Haggenmüller, der im Wasserwirtschaftsamt Weilheim unter anderem für die Gewässeraufsicht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zuständig ist. Die ersten toten Aale im Staffelsee seien Ende Juli gemeldet worden, berichtet der Fachmann. Neue Fälle gebe es nicht. Das Wasserwirtschaftsamt geht daher davon aus, dass der ganze Spuk nach wenigen Wochen schon wieder vorbei ist. Das Virus vermehre sich bei hohen Wassertemperaturen, etwa ab 23 Grad, erklärt Haggenmüller. Die Symptome seien Entzündungen an den Kiemen und innere Blutungen, was schließlich das Aus für viele Aale bedeute. Eine Wasserverunreinigung konnte seinen Angaben zufolge ausgeschlossen werden.

Für die Seehauser Berufsfischer ist das Aal-Sterben ein herber Schlag – und ein wirtschaftlicher Verlust. „Das ist furchtbar“, sagt deren Vorsitzender Gerhard Meyer. Schließlich ist das schlangenförmige Tier ein beliebter Speisefisch. Aus dem Staffelsee werden neben den Aalen vor allem Renken, Hechte und Zander geholt. Meyer fragt sich, woher die Virus-Erkrankung kommt. „Das ist eigenartig.“ Er habe diese jedenfalls am Staffelsee noch nie erlebt.

Eine Antwort weiß Franz Geiger, Präsident des Fischereiverbandes Oberbayern. Er gehe davon aus, dass das Aal-Herpes-Virus bereits in allen Gewässern hierzulande vorhanden ist und nach heißen Tagen ab einer bestimmten Temperatur ausbricht. Vermutlich seien Wildvögel die Überträger. „Alle paar Jahre“ gebe es in Oberbayern Fälle dieser Form des Fischsterbens. „Wir müssen damit leben. Gegen die Natur sind wir machtlos.“

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