Die legendäre Route 66 besucht Florian Kempinger aus Seehausen gleich zu Beginn seines einjährigen Austauschprogrammes in den USA. 
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Die legendäre Route 66 besucht Florian Kempinger aus Seehausen gleich zu Beginn seines einjährigen Austauschprogrammes in den USA. 

Florian Kempinger nimmt an Austauschprogramm teil

Seehauser für ein Jahr in Amerika: Große Autos, große Ziele

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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Austauschprogramm: Seehauser Florian Kempinger (24) reist für ein Jahr in die USA

Seehausen/St. Louis – Es ist alles größer. Dieses Klischee hat sich also erfüllt. Mächtige Highways, Autos, Entfernungen, Einkaufszentren, die gigantischen Werbetafeln am Straßenrand – „sogar der Kühlschrank und die Milchtüten“, sagt Florian Kempinger lachend. „Ich könnte endlos weiter aufzählen.“ Doch groß ist auch seine Neugierde. Vor wenigen Tagen ist der junge Seehauser in den USA gelandet. Dort wird er für mindestens ein Jahr studieren, arbeiten und noch ganz nebenbei wichtige Lebenserfahrungen sammeln.

Der 24-Jährige ist Stipendiat des Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) für junge Berufstätige des Deutschen Bundestages. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt begleitet als Pate diesen Austausch. Gemeinsam mit dem amerikanischen Kongress ermöglicht der Bundestag jungen Menschen den Sprung über den großen Teich.

Ohne Auto geht gar nichts in Amerika

Der Seehauser wohnt jetzt für ein Jahr in der Kleinstadt Brentwood im St. Louis County im Bundesstaat Missouri. Er besucht dort für ein Semester das renommierte St. Louis Community College. „Das ist in gut 20 Minuten mit dem Auto zu erreichen.“ Schnell merkte er, dass nicht nur alles größer ist, sondern auch ohne fahrbaren Untersatz „leider gar nichts geht.“ Der öffentliche Nahverkehr sei bei weitem nicht so ausgebaut wie in Deutschland. Von Montag bis Freitag belegt er College-Kurse, arbeitet dazu parallel 40 Stunden ehrenamtlich. Ab Januar wird der gelernte Mechatroniker für ein halbes Jahr in einer amerikanischen Firma tätig sein. „Ich weiß aber noch nicht wo.“

Letzte Ratschläge bekommt Florian Kempinger von Alexander Dobrindt (r.) in Murnau.

Der junge Seehauser lebt bei einer amerikanischen Gastfamilie. Dort hat er ein Zimmer mit Schreibtisch, Wandschrank und Bett. Dazu ein kleines Badezimmer, „das ich mir mit Kater Greywing teile“, sagt er lachend. Freunde hat er bereits gefunden. Auch den lokalen Spezialitäten widmete er sich in den ersten Tagen. „Man muss schließlich alles ausprobieren.“ Vor allem die Süßigkeiten tun es dem Kempinger an. Ein wenig überfordern ihn hingegen die „gigantischen großen Malls und die viele Bürokratie mit den verschiedensten Anträgen“.

Auf das einjährige Programm ist Florian Kempinger „eher zufällig“ aufmerksam geworden

Doch der Anfang ist geschafft. Jetzt will Kempinger loslegen. „Ich möchte so viel wie möglich in den USA erkunden.“ Beispielsweise plant er einen Wochenend-Trip nach Chicago. Im Januar steht ein Civic Education Workshop in Washington DC auf dem Programm. Natürlich bietet auch St. Louis vieles: Baseball mit den Cardinals, Hockey mit den Blues – natürlich stehen auch die Museen und Parks auf Kempingers To-do-Liste.

Auf das einjährige Programm ist er durch einen Flyer „eher zufällig“ gestoßen. Die USA faszinieren ihn schon lange. Konkret wurden seine Pläne aber erst, als er sich für das Programm beworben, in die engere Auswahl kam und schließlich die finale Zusage von Dobrindt persönlich erhielt. „Es ist nicht einfach, mich so lange Zeit von der Heimat zu verabschieden“, sagt Kempinger. Aber die Lust auf etwas Neues und das Fernweh sind einfach größer. Über WhatsApp ist er täglich mit Freunden und Familie in Kontakt, trotz der sieben Stunden Zeitverschiebung. CSU-Landesgruppenchef Dobrindt ist bereits seit 20 Jahren Paten-Abgeordneter. „Dieses Austauschjahr bringt sehr viel“, versichert er. „Weltoffenheit, Lebenserfahrung, neue Ausbildungsinhalte und spannende Berufschancen.“ In Murnau haben sich die beiden vor dem Abflug noch einmal persönlich getroffen. Dobrindts wichtigster Tipp: „Sei offen für alles Neue.“

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