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Muss gefällt werden: die Linde auf der Verkehrsinsel an der Mauritiusstraße. Die Interessengemeinschaft Riedhauser Dorfstraße hat in ihren Presse-Unterlagen den Baum schon mal rot durchgestrichen.

Bürgermeister versteht Aufregung nicht

„Das ist nicht mehr dörflich“: Bürger schlagen bei Plänen für Riedhausen Alarm

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Das geplante Kanal- und Straßenbauprojekt der Gemeinde Seehausen im Ortsteil Riedhausen erhitzt die Gemüter. Es wird befürchtet, dass der Dorfcharakter verloren geht. Am Dienstag treffen sich Bewohner zu einer Versammlung in der Westtorhalle, um ihre Forderungen und Wünsche zu formulieren.

Riedhausen – Es ist eine ehrgeizige Unternehmung, die die Gemeinde Seehausen vorhat: Die in die Jahre gekommene Infrastruktur der Riedhauser Dorfstraße – konkret geht es um die Mauritiusstraße und einen Teil des Straßenzugs Am Fügsee – muss komplett erneuert werden. Dazu zählen vor allem die Wasser- und Kanalleitungen. Und es soll auch gleich noch eine neue Straße entstehen. Insgesamt will die Kommune für das Vorhaben, das in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden soll, rund 1,8 Millionen Euro in die Hand nehmen. Ein beauftragtes Fachbüro ist derzeit damit beschäftigt, die Planung fertigzustellen.

Betroffene, die offenbar bereits Entwürfe gesehen haben, schlagen Alarm. Sie befürchten, dass sich das Ortsbild zum Negativen verändert und der Verkehr zunimmt. Kritisiert wird, dass die Straßen breiter, Grünstreifen verschwinden und Bäume gefällt werden sollen. Beispielsweise soll die schöne Linde auf der Verkehrsinsel verschwinden.

„Das ist nicht mehr dörflich“, kommentiert Martin Schmötzer die Pläne. Der Rentner hat daher zusammen mit Gleichgesinnten die Interessengemeinschaft Riedhauser Dorfstraße ins Leben gerufen, die nach eigenen Angaben rund 25 Mitstreiter hat. Diese Gruppierung sammelte bereits über 100 Unterschriften, die demnächst im Rathaus übergeben werden sollen. Die Botschaft ist klar: „Der Riedhauser Dorfcharakter muss erhalten bleiben.“

Bürgermeister: Man komme um Erneuerung der Infrastruktur nicht herum

Am Dienstagabend um 20 Uhr findet nun in der Westtorhalle eine Versammlung statt, zu der die besagte Interessengemeinschaft alle Riedhauser per Handzettel und Mundpropaganda eingeladen hat. Man will unter sich sein: Es handelt sich um ein Treffen ausschließlich für die Bewohner des Ortsteils. Pressevertreter sind nicht eingeladen. Es gehe darum, offen und sachlich das Thema zu besprechen, sagt Schmötzer – und gemeinsam eine Leitidee zu entwickeln.

Einige Vorschläge hierfür liegen bereits auf dem Tisch. Die Interessengemeinschaft macht sich dafür stark, die Bäume zu erhalten, den dörflichen Charakter zu stärken, die Versiegelung so gering wie möglich zu halten und für die Verkehrssicherheit zu sorgen.

Es sei ja nichts gegen die Erneuerung der Leitungen oder gegen eine Reparatur der Straße zu sagen, betont Schmötzer. Nur sollte man sich auf das Nötigste beschränken: „Wir brauchen nicht mehr.“ Seiner Einschätzung nach teilen viele Riedhauser diese Ansicht.

Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) kann indessen die Aufregung nicht verstehen. Der ganze Planungsprozess sei noch nicht abgeschlossen. Natürlich nehme man Anregungen auf. „Alles ist diskussionsfähig“, sagt der Rathauschef, der am Montag noch nicht wusste, ob er es schafft, am Dienstagabend in die Westtorhalle zu kommen. Es werde aber eine Anliegerversammlung geben, kündigt Hörmann an. Nur komme man um eine Erneuerung der zum Teil 100 Jahre alten Infrastruktur nicht herum. Dazu seien gewisse Einschnitte wie die Fällung der Linde nötig. Dort soll ein unterirdisches Bauwerk für die Wasserleitung entstehen. Bäume könne man außerdem wieder nachpflanzen. Die Straße werde nur teilweise breiter, sagt Hörmann, an manchen Stellen sogar schmäler. Aus seiner Sicht werde insgesamt das Ortsbild aufgewertet.

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