Yoga im Freien: Eine Frau an einem Gewässer.
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Yoga im Freien: Eine Frau an einem Gewässer (Symbolbild).

Bayernwerk weiß nichts von Angebot

Wirbel um Yoga-Kurs auf Staffelsee-Insel: Eigentümer schreitet ein

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Yoga ist beliebt. Ziel ist es dabei, Körper, Geist, Seele und Atem in Einklang zu bringen und damit mehr innere Gelassenheit zu erlangen. Eine Yoga-Lehrerin aus der Region bietet Stunden auf der Staffelsee-Insel Kleine Birke an. Der Eigentümer wusste bis dato nichts davon.

  • Eine Frau bietet einen Yoga-Kurs auf der Staffelsee-Insel Kleine Birke an.
  • Die Eigentümerin - die Bayernwerk AG - weiß davon nichts.
  • Die Bayernwerk AG fordert die Yoga-Lehrerin auf, das Angebot zu streichen.

Seehausen – Der Staffelsee ist ein Paradies für Wassersportler. Diese umrunden gerne auch mal die Kleine Birke, die drittkleinste Insel in dem Gewässer. Sie liegt zwischen Wörth und Großer Birke und im Landschaftsschutzgebiet „Staffelsee“.

Yoga-Stunden für Geld

Keine Frage: Der Platz hat was. Das hat sich offenbar auch eine Yoga-Lehrerin gedacht, die im Landkreis ansässig ist. Sie bietet auf ihrer Homepage Yoga auf der Kleinen Birke an. Für Geld – beziehungsweise wie sie es ausdrückt – für eine „Wertschätzung“.

Kein Einverständnis des Eigentümers

Das Problem: Die Yoga-Anbieterin hat dafür keine Erlaubnis des Insel-Eigentümers. Das Eiland gehört dem Bayernwerk. Bei der Aktiengesellschaft wusste man nichts von dem Yoga-Kurs, wie der stellvertretende Pressesprecher Christian Martens auf Tagblatt-Nachfrage erklärte. „Es gibt keine Vereinbarung.“

Yoga-Lehrerin sagt, sie habe dort nie Stunden gegeben

Die Yoga-Lehrerin erklärte gestern, dass das Angebot zwar auf ihrer Homepage stehe. „Ich habe dort aber nie Yoga-Stunden gegeben, weil nie jemand danach gefragt hat. Ich habe nicht gewusst, dass ich das nicht darf.“ Sie hätte im Fall des Falles auch nur ein oder zwei Personen mit auf die Kleine Birke genommen. „Es ist wunderschön, in der Natur Yoga zu machen. Da schadet man niemandem.“

Bayernwerk kontaktiert Anbieterin

Das Okay des Grundeigentümers braucht man halt. „Generell gilt, dass solche Kurse nicht mehr unter das Recht fallen, die freie Natur zu betreten“, sagt Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. „Die privatrechtliche Erlaubnis des Grundeigentümers wäre erforderlich.“ Das Bayernwerk hat jedenfalls Kontakt mit der Yoga-Lehrerin aufgenommen und sie gebeten, das Angebot zu streichen. Laut Martens erklärte die Frau, dass sie den Eintrag demnächst auf ihrer Homepage löschen wolle. Damit sei die Sache „aus unserer Sicht gelöst“, betont der Bayernwerk-Sprecher.

Singen und Trommeln im Landschaftsschutzgebiet

Aufmerksame Naturfreunde haben an der Mini-Insel auch schon eine Ansammlung von Menschen beobachtet, die singen, trommeln und Gitarre spielen. Die Kleine Birke liegt zwar im Landschaftsschutzgebiet, „das Abhalten von Kursen, Trommeln und Singen sind aber nach der Schutzgebietsverordnung nicht verboten oder erlaubnispflichtig“, teilt Scharf mit. Mit Strafen muss man ihm zufolge in keinem Fall rechnen. Allenfalls drohe eine Geldbuße, wenn eine Ordnungswidrigkeit vorliege.

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