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Neuralgischer Punkt: Für den Bereich an der Einfahrt in die Keltenstraße liegen Pläne für eine Querungshilfe vor.

Kontroverse Debatte im Seehauser Gemeinderat 

An Verkehrsinsel scheiden sich die Geister

Braucht es für den Bereich Bahnhofstraße/Ecke Keltenstraße eine Querungshilfe, um die Sicherheit zu erhöhen? Im Seehauser Gemeinderat herrscht bei dieser Frage keine Einigkeit.

Seehausen – Das Thema beschäftigt die Kommunalpolitiker schon länger. Es gab auch schon Termine mit dem Staatlichen Bauamt und der Polizeiinspektion Murnau. Eine Ampelanlage oder ein Zebrastreifen sind nach Angaben von Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) dort nicht möglich. Eine Querungshilfe in Form einer 10 auf 2 Meter großen Verkehrsinsel würde gut 100 000 Euro kosten. Der Haken: Die Gemeinde müsste diese Summe komplett selbst schultern.

Doch es gibt Bedenken, ob die Querungshilfe von der Bevölkerung überhaupt akzeptiert würde. Von einer „Verschwendung“, die auch geschwindigkeitsmäßig „nichts bringt“, sprach Klaus Neubert (CSU). Die Maßnahme sei für ihn „überzogen“. Aus Sicht von Dr. Tobias Gloeck (CSU) ist das „keine riskante Stelle“. Ihm sei kein Unfall mit Personenschaden bekannt. Mit einer Verkehrsinsel erzeuge man auch Risiken, betonte Gloeck. Dabei erinnerte er an einen tödlichen Unfall, der 2014 auf Höhe des Fenebergmarkts an der Murnauer Entlastungsstraße passierte. Und zwar kurz, nachdem die dortige Verkehrsinsel angelegt worden sei. Damals kam eine Rollerfahrerin ums Leben (wir berichteten).

Verschiedene Meinungen gab es im Rat auch zur Frage, ob die vorhandene Querungshilfe am Bahnhof vom Bürger akzeptiert wird. Neubert meinte nein, Dr. Robert Roithmeier (Liste Bürgernah) teilte diese Einschätzung nicht. Er zeigte sich dagegen überzeugt: „Es ist Aufgabe der Gemeinde, Sicherheit zu schaffen.“ Roithmeier hielt es für gerechtfertigt, dafür 100 000 Euro in die Hand zu nehmen – auch wenn nur 20 Prozent der Bürger die Querungshilfe nutzen sollten. Das sei finanziell machbar, die Kommune sei nicht pleite. Auch Walter Stuprich (CSU) war für den Bau: „Ich glaube nicht, dass das verschwendetes Geld ist.“ 

Rathauschef Hörmann hält die bisherige Planung hingegen für „nicht stimmig“. Würde nur eine Insel errichtet, würde das seiner Meinung nach die Gefahr erhöhen. Er findet, dass zusätzlich ein Zaun gebaut werden müsste, und zwar südlich der Bahnhofstraße. Damit würde man den Trampelpfad Richtung Keltenstraße quasi stilllegen.

Grundsätzlich verfolgt der Bürgermeister das Ziel, bei diesem Thema „Ruhe reinzubringen“. Denn es bestehe „schon ein Risiko“, wie er dem Tagblatt sagte. Dies belegten auch Anrufe bei der Kommune. Am Ende stimmten Stuprich und die Liste Bürgernah für die Querungshilfe. Der Rest und damit die Mehrheit war dagegen. Das letzte Wort in der Sache dürfte damit aber noch nicht gesprochen sein. „Das ist noch nicht endgültig gestorben“, sagte Hörmann.

Roland Lory

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