Ein Mann fährt mit einem Fahrrad bei Sonnenaufgang über einen Feldweg.
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Ausflug: Ein Mann fährt mit einem Fahrrad bei Sonnenaufgang über einen Feldweg (Symbolfoto).

Rathauschef Hörmann will mit Nachbargemeinde verhandeln

Neuer Anlauf für Radweg zwischen Seehausen und Uffing

  • Andreas Mayr
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Seit Jahrzehnten ist immer mal wieder von einem Radweg zwischen Seehausen und Uffing die Rede. Nun soll es einen neuen Anlauf geben.

  • Schon seit Jahrzehnten wird darüber gesprochen, einen Radweg zwischen Seehausen und Uffing zu bauen.
  • Nun will Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) mit der Nachbargemeinde verhandeln.
  • Seehausen führt drei Gründe an, warum sie genau jetzt anpackt, was so oft schief ging.

Seehausen/Uffing – Das Drama um den Rad- und Fußweg zwischen Rieden und Uffing ist eine Geschichte der verpassten Chancen. Es plätschert schon ein halbes Jahrhundert vor sich hin. Allerdings ist es nicht zu Ende. Und es könnte – wider Erwarten – wirklich noch gut ausgehen. Denn die Gemeinde Seehausen unternimmt nun einen weiteren Vorstoß, um die Strecke entlang der Staatsstraße, 1400 Meter, für Fußgänger und Radfahrer zugänglich zu machen. Bislang müssen sie auf diesem Teilstück auf die Schotterpiste an der Bahnlinie ausweichen, ein Umweg von mehr als einem Kilometer. „Wahnsinnig viele akzeptieren das nicht“, sagt Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Stattdessen wandern und radeln sie an der Murnauer Straße, wie sie offiziell heißt, entlang und sorgen „immer wieder für gefährliche Situationen“, wie Hörmann festhält. Die Staffelsee-Gemeinde führt drei gewichtige Gründe an, warum sie genau jetzt anpackt, was so oft schief ging. In der Kurzfassung geht es um Wasser, Strom und Internet – also nur indirekt um Ausflügler, Touristen und Arbeitnehmer, die nach Murnau wollen. Aber langsam.

Stichwort Wasser

Zunächst zum Wasser. Die beiden Nachbargemeinden planen einen sogenannten Notverbund mit einer direkten Verbindung von der Pumpstation in Rieden zum Hochbehälter in Uffing. Im Notfall könnten sich die beiden Kommunen helfen, sobald die Wasserversorgung an einer Stelle einmal ausfällt. Eine vergleichbare Wasser-Kooperation praktizieren die Seehauser bereits in Riedhausen mit dem Markt Murnau. Die Idee ist nicht neu. Allerdings ließ Uffing sie unter Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) fallen. „Doch wir wollen sie wieder aufgreifen“, stellt Hörmann klar.

Strom und Glasfasernetz

Als zweiten Punkt führt er die neue 20-KV-Starkstromleitung an, die ebenfalls im Boden neben der Straße verbuddelt werden soll. Seit einigen Jahren bauen die Versorger die überirdischen Masten ab und verlegen ihre Trassen ins Erdreich. Zuletzt möchte Seehausen das Glasfasernetz erweitern, die Lücke zwischen den Dörfern schließen. Wenn man schon gerade dabei ist, den Fahrbahnrand aufzugraben, warum dann nicht gleich den Fuß- und Radweg mitbauen? Das Ingenieurbüro Ostenrieder hat im Akkord eine Machbarkeitsstudie erstellt und kürzlich Pläne übersandt. „Ich bin dankbar, dass wir solche Büros haben“, lobt Hörmann. Die Skizze der Experten will er nun als Diskussionsgrundlage nach Uffing mitnehmen, um mit dem dortigen Rathauschef Andreas Weiß (parteifrei) zu verhandeln. „Wir haben mehrere Argumente im Köcher“, betont der CSU-Mann.

Auch in Uffing Thema

Nun hat sich die Gemeinde Uffing – ganz zufällig – zuletzt ebenfalls dem Thema angenommen. Im Zuge der Besucherlenkung sprachen die Räte über einen Weg zwischen Rieden und Uffing, äußerten sich aber weit weniger euphorisch. Bürgermeister Weiß merkte an, man müsse konkret überlegen, wem diese Verbindung nutzt. Der örtlichen Bevölkerung oder den Gästen? In großen Teilen war sich das Gremium einig: Den eigenen Bürgern dient die Trasse nicht. Wer zum Einkaufen nach Murnau fährt, bevorzugt die kürzere und schnellere Strecke an der Bahnlinie. Vize-Bürgermeister Josef Diepold (WGU) fand: „Die Radfahrer nach Rieden schicken dürfen wir erst recht nicht.“ Weiß appellierte an die Kollegen, man solle die Energie in den Weg nach Murnau stecken, der doch arg ramponiert daherkommt.

Eigentümer müssten zustimmen

Hörmann hofft trotzdem, die Nachbarn zu überzeugen, alleine um das unsäglich lange Projekt nach all den Jahren des Zauderns anzupacken. In den 1970er Jahren hatte man es beim Neubau der Staatsstraße versäumt, die Fahrbahn zu verlegen und einen Streifen am Seeufer für Fußgänger und Radler zu schaffen. „Da haben nicht alle Hurra geschrien“, sagt Hörmann. Auch als Seehausen die Wasserleitung nach Rieden legte und wieder einen solchen Weg anstieß, scheiterten die Verhandlungen. Im Gemeinderat habe keiner „unmittelbaren Druck“ verspürt, erklärt Hörmann. Die Ortspolitiker vertagten und vertagten den Punkt, das man fast schon sagen müsste: Sie verjährten ihn. Als die Bahn dann noch den Bahnübergang bei Rieden aus Sicherheitsaspekten dicht machte, den viele Ausflügler nutzten, um bei Rieden auf den Pfad nach Uffing zu gelangen, wuchs der Unmut der Gäste. „Wir haben ein Problem bekommen“, erklärt Hörmann. Das möchte er nun endgültig beseitigen und an der Ostseite der Straße einen etwa drei Meter breiten Weg schaffen. Das Projekt würde das Staatliche Bauamt übernehmen. Dazu braucht es neben der Zusage diverser Eigentümer (dem Vernehmen nach fünf) auch die Zustimmung der Kommunen. Wie sagt Hörmann so schön über die Nachbardörfer: „Wir sind die Gehilfen.“

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