Konzertbesucher beim Kulturknall auf der Konzertwiese in Riedhausen
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Endlich wieder Party: Die Besucher feiern auf dem Riedhauser Konzertgelände, bis der gewaltige Sturm kommt.

Veranstalter trotz Wetterkapriolen zufrieden mit Festival

Kulturknall wie weggeblasen: Orkan sorgt für ersten Abbruch

Das hat es in der von Erfolgen gespickten Geschichte des Kulturknalls noch nicht gegeben: Wegen apokalyptischer Unwetter musste das Festival am Samstagabend abgebrochen werden.

Riedhausen – Dröhnende Elektro-Beats mischen sich mit apokalyptischer Stimmung, als das Duo Loisach Marci am Samstagabend beim Kulturknall in Riedhausen aufspielt: Der Wind frischt auf, Wolkenmassen verdunkeln den Horizont, und die Besucher recken die Hände in die Luft, während ihre Körper sich im Takt wiegen.

Es ist eine ausgelassene Atmosphäre, die man seit der Pandemie so schmerzlich vermisst hatte. Der Abend hätte einen so schönen Ausklang finden können – doch nach zwei Liedern ist Schluss. Die Organisatoren des Vereins Menschen Helfen müssen das Benefiz-Festival wegen Unwetters frühzeitig abbrechen – zum ersten Mal in der Geschichte des Kulturknalls.

Auch die Seehauser Feuerwehr zeigt auf der Riedhauser Partymeile ihr Können.

Nach der Durchsage geht alles ganz schnell. Die Menschen strömen über das Gelände, die ersten Tropfen fallen, Zelte werden gegen den aufkommenden Sturm gesichert. Dann prasseln scharfkantige Hagelkörner vom Himmel. Mitten durch dieses Szenario läuft der Vereinsvorsitzende Robert Roithmeier. Völlig durchnässt, aber trotzdem bester Laune. „Es war bisher ein Top-Festival!“, ruft er gegen den sintflutartigen Regen an.

So kam es, dass der Kulturknall im beschaulichen Alt-Riedhausen trotz Wetterkapriolen zum Erfolg wurde. Die Tickets waren restlos ausverkauft. „Wir sind zufrieden, weil wir gezeigt haben, dass man ein Festival auch in diesen Zeiten auf die Beine stellen kann“, verdeutlicht Pressesprecher Robert Zormeier. Alle bedauern zwar das abrupte Ende, doch das sei eben das Risiko.

Am Samstag fanden sich 1000 Gäste auf dem Areal entlang der Mauritiusstraße ein – die meisten waren ausgestattet mit wetterfester Kleidung und Schirmen. So lässt es sich gut aushalten, als die lokale Band Bison gegen den Schauer anspielt. Mit Erfolg: Kurz darauf zeigt sich die Sonne, und das Partyvolk kann den Spätnachmittag bei sommerlichen Temperaturen genießen.

Auf zwei Bühnen traten am ersten Tag viereinhalb Bands auf, wenn man das Intermezzo von Loisach Marci mitzählt. Für volle Reihen sorgte etwa die Murnauer Gruppe „Die Zeitzeugen“. Deren gesellschaftskritische Texte stammen allesamt aus der Feder von Sänger Frank Vogler.

Darüber hinaus gab es ein kulinarisches Angebot mit Standmeilen. Auch Kunsthandwerk war geboten. Die Riedhauser Westtorhalle verköstigte die Besucher im „Café Vollmeise“. Die kleinen Besucher kamen beim Kinder-Kulturknall auf ihre Kosten. Basteln, Schminken, Feuerwehr-Übungen und Bauernhof-Führungen standen auf dem Programm. Für den Sonntag hatten sich unter anderem Beeswax, Stray Colors und die Wellküren angekündigt – mit deutlich mehr Glück – wettertechnisch.

Das Publikum war bunt gemischt und verteilte sich auf dem großflächigen Areal. Dort herrschte außer am Sitzplatz FFP2-Maskenpflicht. Das stieß nicht bei allen auf Verständnis: „Es ist anstrengend. Ich finde es übertrieben, weil hier sowieso alle getestet, genesen oder geimpft sind“, sagte ein Besucher, der seinen Namen nicht nennen will. Lob sprach hingegen Monika Walser vom Kreisjugendring aus. Ihr zufolge ist es wichtig, kulturelle Veranstaltungen auch in Krisenzeiten zu ermöglichen. „Es gab so viele Einschränkungen und Entbehrungen, da wollen die Leute mal wieder was machen.“ Davon abgesehen dient das Ganze einem guten Zweck: Der Erlös kommt einem moldawischen Kinderzentrum sowie lokalen Hilfsprojekten zugute. Constanze Wilz

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