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Sieht zwar possierlich aus, kann aber große Schäden anrichten: der Biber.

Bund Naturschutz warnt vor Willkür

Rabiat: Biber am Staffelsee einfach erschlagen

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Der Bund Naturschutz schlägt Alarm: Privatleute nehmen seinen Angaben zufolge das Biber-Problem am Staffelsee selbst in die Hand – und zwar mit Brachialgewalt. Mindestens eines der geschützten Tiere sei erschlagen worden, heißt es. 

Landkreis – Der Biber ist eigentlich ein niedliches Tierchen. Doch steigt die Population der Nager stark an, kann es zu empfindlichen Schäden kommen, vor allem am Baumbestand, aber beispielsweise auch an den Reusen der Fischer. Am Staffelsee scheint dies der Fall zu sein, einige sprechen bereits von einer „Plage“. Wie viele Biber dort genau leben, dazu gehen die Schätzungen weit auseinander. Im Fischerdorf Seehausen kursiert die Zahl 100.

Eigentlich genießen die Wildtiere einen besonderen Schutz und dürfen nicht getötet werden. Doch das Landratsamt gab dem wachsenden Druck nach und erließ im Februar eine Art Ausnahmegenehmigung, die aber nur in dem Bereich Staffelsee-Südufer mit Seewaldweg gilt. „Entnahme“ heißt es nüchtern in der Beamtensprache, wenn die fleißigen Dammbauer um die Ecke gebracht werden – eine Praxis, die von Umwelt- und Tierschützern zum Teil heftig kritisiert wird. In der Regel werden die Biber gefangen und erschossen. Entscheidend ist: Diesen Job dürfen nur bestimmte Personen, meist Jäger, erledigen.

Am Staffelsee scheint aber diesbezüglich die Willkür ausgebrochen zu sein. Das behauptet zumindest die Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN). Ihr wurden nach eigenen Angaben Fotos von einem erschlagenen Biber zugeschickt. Der BN ist entsetzt: „Nach den vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen vorgenommenen Tötungen mehrerer Biber fühlen sich offenbar auch Privatpersonen befugt, ihrem Hass gegenüber dem heimischen Wildtier durch Tötung Ausdruck zu verleihen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Landratsamt und die Polizei seien nun gefordert, „gegen diese illegalen Zustände vorzugehen“. Denn es sei verboten, den Tieren nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Axel Doering, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe, verurteilt den Vorfall aufs Schärfste: „Es kann doch nicht sein, dass jeder Tiere töten kann, wann und wie er will. Dann kommt das nächste Mal einer und erschlägt die Hauskatzen, weil sie Vögel fressen“, ärgert er sich. Und weiter: „Wie soll das enden? Soll der Biber, nachdem er nach 150 Jahren bei uns endlich wieder heimisch geworden ist, hier erneut ausgerottet werden?“

Bemerkenswert: Weder bei der Polizei in Murnau noch beim Landratsamt ist der geschilderte Fall bekannt. Eine Anzeige ging bislang nicht ein. Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde, bestätigt aber die rechtliche Einschätzung des BN: Eine Privatperson dürfe nicht einfach einen Biber umbringen, erklärt er. „Das ist mindestens eine Ordnungswidrigkeit, wenn nicht sogar eine Straftat.“ Die offiziellen „Entnahmen“ seien nur noch heute möglich. Denn dann beginne die Schonzeit für die Biber (bis September). Wie viele bislang der Aktion zum Opfer fielen, das konnte Scharf nicht sagen. Das Landratsamt setzt künftig auf eine beauftragte Biber-Managerin, die das Thema landkreisweit behandeln soll. Zu ihren Aufgaben gehört es zum Beispiel, die genauen Bestände zu ermitteln, Geschädigte zu beraten und für Präventivmaßnahmen, zu denen etwa der Baumschutz zählt, zu werben.

Für Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) steht fest: „Es besteht Handlungsbedarf.“ Man brauche endlich eine klare Regelung, um das Biber-Problem in den Griff zu bekommen. In anderen Regionen seien die „Entnahmen“ ganz normal, sagt der Rathauschef. Nur bislang war es offenbar schwierig, diese auch umzusetzen. Der Grund: Die Biber blieben bei Kälte und Eis lieber in ihren Burgen.

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