Seehauser nehmen bei Requiem Abschied

Gestorbener Pfarrer Robert Walter: Guter Hirte, Freund und Helfer

Endlich konnten die Seehauser bei einem feierlichen Requiem Abschied nehmen von ihrem im März gestorbenen Pfarrer, dem Dekan Robert Walter. Es zeigte sich, wie sehr der Seelsorger fehlt.

Beim Requiem dabei: ein Porträtfoto des betrauerten Pfarrers Robert Walter. Foto: her
  • Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise Ende März stirbt Pfarrer Robert Walter.
  • Nun können die Seehauser in einem feierlichen Rahmen Abschied nehmen von dem hochgeschätzten Seelsorger.
  • Redner stellen klar, was den gestorbenen Pfarrer Walter ausmachte.

Seehausen – Der 27. März markierte für die Pfarreiengemeinschaft Staffelsee eine Zäsur: Nach längerer, schwerer Krankheit starb ihr langjähriger Pfarrer und Dekan Robert Walter. Wegen der Corona-Pandemie war es den Gläubigen in Seehausen erst am Samstag möglich, von Walter mit einem Requiem auf dem Friedhof feierlich Abschied zu nehmen. Dabei waren Walters Angehörige, Würdenträger und die Fahnenabordnungen der Ortsvereine. Zu Beginn schritt eine Reihe von Ministranten mit Sonnenblumen in den Händen zum Altar, um die Blumen unter dem Porträtfoto des Pfarrers zu platzieren.

Requiem für Pfarrer Walter: Dekan Siegbert Schindele hebt besondere Gabe des gestorbenen Kollegen hervor

Dekan Siegbert Schindele aus Murnau, der die Zeremonie feierte, verglich seinen Vorgänger im Amt mit einem guten Hirten, der sich aufopfernd um seine Schafe gekümmert habe: „Er war ein solcher guter Hirte. Das ist Beziehung – und sie alle pflegten diese Beziehung 16 Jahre lang mit ihrem Pfarrer Robert Walter“, wandte sich Schindele direkt an seine etwa 200 Zuhörer. Der Dekan hob die besondere Fähigkeit seines Kollegen hervor, sich gerade in Notsituationen wie bei schweren Unfällen und anderen Schicksalsschlägen für die Betroffenen einzusetzen. Auch erinnerte er an das silberne Priesterjubiläum Walters am 6. Juli 2019, bei dem Monsignore Gottfried Fellner, Pfarrer der Wieskirche, die Festpredigt gehalten hatte; er befand sich nun unter den Requiem-Besuchern.

Gestorbener Pfarrer Walter: Sein Ziel war, aus Einzelpfarreien eine Gemeinschaft zu bilden

„Aus den vier Einzelpfarreien eine Gemeinschaft zu bilden, war sein Ziel“, unterstrich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Angelika Guglhör. Walter habe auf vielfältige Weise den Kontakt zu den Gläubigen gesucht und gefunden. Besonders wichtig sei ihm die Arbeit mit den Erstkommunionkindern und den Ministranten gewesen. „Als Seelsorger war er immer Ansprechpartner und offen für die Sorgen seiner Mitmenschen. Über seine persönliche Leidenschaft, das Motorradfahren, hat er auch zahlreiche Menschen erreicht, die der Kirche nicht so nahe stehen und sie auf verantwortliches Verhalten im Straßenverkehr und die frohe Botschaft aufmerksam gemacht“, sagte Guglhör.

Seehauser Bürgermeister Hörmann trauert um einen „persönlichen Freund“

Elisabeth Widmann vom Katholischen Frauenbund Seehausen/Schöffau stellte die tatkräftige Unterstützung des Dekans für ihre Organisation heraus. Als „persönlichen Freund“ bezeichnete der Seehauser Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) den Gestorbenen. „Wir sahen uns als gleichwertige Partner in einer gemeinsamen Sache.“ Hörmann verwies auf viele Höhepunkte während der gemeinsamen Jahre – die Fronleichnamsprozessionen, die Romfahrt mit Papstaudienz, die Kreuzweihe auf der Jakobsinsel – sowie die engagierte Begleitung diverser Bau- und Sanierungsprojekte durch den Geistlichen.

Schade nur, dass sich während Hörmanns Rede die Himmelsschleusen öffneten und die ganze Feier in Windeseile in die Pfarrkirche St. Michael verlegt werden musste. Dort konnten jedoch nur mehr 70 Menschen an der anschließenden Eucharistie teilnehmen.

Heino Herpen

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Rubriklistenbild: © Herpen

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