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Blick auf die Insel Wörth: Die Gebäude werden nach wie vor mit Öl beheizt.

Einsatz der Gemeinde Seehausen bisher erfolglos

Insel Wörth: Schlösserverwaltung hält an Heizöl fest

Die Gemeinde Seehausen kämpft weiter für eine alternative Heizung auf der Insel Wörth. Der Freistaat hat eine Vorbildfunktion, sagt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Doch bislang beißt die Kommune auf Granit.

Seehausen – Das Thema Öl poppt in Zusammenhang mit der Insel Wörth immer wieder mal auf. Erst kürzlich kam es in Seehausen zu einem Ölunfall auf dem Staffelsee. Die Schlösserverwaltung wollte auf dem Eiland Arbeiten verrichten lassen. Beim Verladen eines Unimogs schnappte die Rampe der Lastenfähre auf und beschädigte den Tank dieses Fahrzeugs. Daraufhin lief Diesel aus.

Der Vorfall ruft die Debatte in Erinnerung, die sich seit Jahren um die Heizöltransporte auf die Wörth dreht. Denn die dortigen Gebäude werden nach wie vor mit Öl beheizt. Und daran wird sich nach aktuellem Stand auch nichts ändern. „Die Gefahr bei diesen Transporten schätzen wir als gering ein“, erklärt Ines Holzmüller, Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung in München. Das Verfahren sei „von einem Sachverständigen begutachtet und freigegeben“ worden.

In Bezug auf eine etwaige Hackschnitzelheizung sagt die Sprecherin, dass in den historischen Bestandsgebäuden auf der Insel „keine Lagerflächen für Hackgut“ vorhanden seien. „Somit wäre bei Umstellung auf eine Hackschnitzelheizung der Bau einer Lagerhalle notwendig, der jedoch baurechtlich nicht möglich und denkmalpflegerisch nicht vertretbar ist. Deswegen ist keine Veränderung des Heizungssystems auf der Insel Wörth geplant.“ Dass eine Lagerhalle schwer machbar wäre, betont auch Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Objekt genehmigt wird, sei „verschwindend gering“. Denn die Gebäude seien denkmalgeschützt, man befinde sich im Außenbereich, zudem wäre ein solches Vorhaben höchstwahrscheinlich nicht privilegiert. Die Gemeinde Seehausen ist schon seit Jahren an dem Thema dran. Sie will erreichen, dass eine alternative Heiztechnik zum Einsatz kommt. Rathauschef Markus Hörmann (CSU) ist überzeugt. „Wenn man das will, wäre es machbar.“ Der Bürgermeister macht auf die „Vorbildfunktion“ des Freistaats Bayern aufmerksam.

Das Staatliche Bauamt hatte vor ein paar Jahren verschiedene Möglichkeiten für eine neue Heizung geprüft. Darunter war auch eine Hackschnitzel-Variante. Damals hieß es, dass eine solche nicht wirtschaftlich eingerichtet und betrieben werden kann. Hörmann hält dagegen: „Es geht nicht um die Wirtschaftlichkeit, sondern um den Klimaschutz.“ Die Gemeinde wäre laut seiner Aussage nach wie vor bereit, Hilfe zu leisten.

Hörmann hat gehört, dass sich die Schlösserverwaltung bei entsprechender finanzieller Ausstattung vorstellen kann, die Ölheizung auszutauschen. Auf eine entsprechende Tagblatt-Nachfrage geht Sprecherin Holzmüller jedoch nicht ein. Der Öl-Transport wird übrigens von den Mietern koordiniert. Zuletzt wurden im April Tanks hinübergebracht. 2016 hatte ein Fachmann eine Hackschnitzelheizung für machbar erklärt. 

Roland Lory

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