Kommt aus dem Allgäu an den Staffelsee: Pfarrer Thomas Renftle. 
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Kommt aus dem Allgäu an den Staffelsee: Pfarrer Thomas Renftle. 

Pfarreiengemeinschaft Staffelsee

Nachfolger von Robert Walter steht fest: Er kommt aus dem Allgäu

Der Nachfolger von Pfarrer Robert Walter in der Pfarreiengemeinschaft Staffelsee steht fest: Er kommt aus dem Allgäu.

Uffing/Seehausen/Spatzenhausen – Das Internet ist zu einem verlässlichen Werkzeug für die katholische Kirche geworden. In der Pfarreiengemeinschaft Staffelsee erhalten die Gläubigen beinahe wöchentlich eine virtuelle Nachricht mit den aktuellen Entwicklungen. In Corona-Zeiten eine wertvolle Quelle, um möglichst viele Katholiken zu erreichen. Auf diesem Weg verfolgten sie den Leidensweg ihres Pfarrers Robert Walter. Am Wochenende erfuhren sie von seinem Nachfolger. In der Betreffzeile heißt es bürokratisch: „Wiederbesetzung der Pfarreiengemeinschaft Staffelsee“. Der Brief kommt von höchster Stelle, aus Augsburg, von Domkapitular Harald Heinrich. Tatsächlich erfahren die Gläubigen auch den Namen des Neuen. Dekan Thomas Renftle, derzeit noch Leiter der Pfarreiengemeinschaft Weiler im Allgäu, tritt am 1. September sein Amt an.

Der „Neue“ fährt gern Rad

Nur ein paar Klicks entfernt lernen die Christen den 45-Jährigen kennen. Das Bistum porträtiert seit einiger Zeit seine Geistlichen. Über Walter las man von der Obsession fürs Motorradfahren. Es bringt natürlich keinem etwas, seinen Nachfolger damit zu vergleichen. Aber in diesem Punkt unterscheiden sich beide gewaltig. Thomas Renftle wählt gerne das Rad. Er fährt dann auch einmal stundenlang durch den Wald, seinen liebsten Rückzugsort. Forstwissenschaftler wollte er zunächst werden. An der Hochschule Weihenstephan hatte sich der Mann aus Mussenhausen (Kreis Unterallgäu) bereits für ein Studium eingeschrieben. „Ich bin einfach ein Landtyp“, sagt er im Gespräch mit dem Bistum. Damit ist er in der Region zwischen Staffelsee und Alpen ja bestens aufgehoben.

Nacht- und Nebelaktion

Renftle hat den Studiengang nie begonnen. Eine ganz witzige Geschichte: Abends, im Fernsehen lief noch „Wetten, dass …“, rief ihn der Vorsitzende des Augsburger Priesterseminars an und lud ihn ein. In den Wochen davor hatte sich der Allgäuer einmal die Ausbildungsstätte für Pfarrer angesehen. Renftle nahm an. Heute sagt er: „Eine Nacht und Nebel-Aktion.“

Renftle war schon Pfarrer in Huglfing

Nach seiner Priesterweihe 2001 entsendeten ihn die Oberen in alle Ecken des Bistums. In Schrobenhausen und Oberstdorf arbeitete er als Kaplan. In Huglfing leitete er seine erste Pfarrei. Bis heute pflegt er die Kontakte. „Meine schönste Zeit“, sagte er beim Abschied 2010. Das Überschaubare, der direkte Kontakt zu den Gläubigen, die Gespräche – er hat diese Dinge danach als Stadtpfarrer von Kaufbeuren (rund 40 000 Einwohner) vermisst. Im Allgäu leitete er die Neuordnung der Kirchengemeinde – von sieben Pfarreien zu einem großen Konstrukt. 2014 wechselte er ins Ostallgäu. Zurück ins Kleine und ins Grüne. Renftle betreute die Orte Oberreute, Simmerberg und Ellhofen mit 5000 Katholiken.

Wird er auch der neue Dekan?

Ähnlich groß wie der Zusammenschluss vom Staffelsee. Zudem ernannte ihn Augsburg zum Dekan von Lindau. Womöglich übernimmt der Hobbymusiker nun auch das Dekanat Benediktbeuern. Doch dieser Entscheidung steht noch aus.

Pfarreiengemeinschaft bleibt erst einmal eigenständig

Im Brief der Diözese steht noch eine weitere gute Neuigkeit: Mit der Berufung von Thomas Renftle bleibt die Pfarreiengemeinschaft Staffelsee fürs Erste eigenständig. Für die Zukunft plant das Bistum ein Konglomerat Habach/Staffelsee. Domkapitular Heinrich betont allerdings, „dass wir die vollständige Einrichtung (…) aufschieben“. 

Andreas Mayr

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