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Eine außergewöhnliche Prozession: Das zweite Evangelium wird am Kreuz der kleinsten Staffelseeinsel St. Jakob gelesen.

Seit 1935 feiert die Gemeinde so Fronleichnam

Fronleichnam außergewöhnlich schön: Seehausen bereitet sich auf Seeprozession vor

Die Seehauser Fronleichnamsprozession ist außergewöhnlich, weil sie nicht nur in den Dorfstraßen, sondern auch auf dem Staffelsee stattfindet. Am Donnerstag, 31. Mai, ist es wieder soweit.

Seehausen – Die Vorbereitungen für die Seeprozession in Seehausen am Donnerstag, 31. Mai, sind in vollem Gange. Seit 1935 feiern die Gläubigen in der Staffelseegemeinde Fronleichnam mit einer außergewöhnlichen Prozession, bei der sich das ganze Dorf in einem herrlichen Festtagsgewand zeigt. Zur bayernweit einzigen Seeprozession wird nach dem Gottesdienst bei schönem Wetter mit vielen Hunderten von Gläubigen die Monstranz von der Pfarrkirche St. Michael durch den Ort zum See und mit Dutzenden von Booten über das Wasser bis zum St.-Simpert-Kircherl auf der Insel Wörth geführt und wieder zurück.

Mit dem Hochfest feiern die katholischen Gläubigen die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Den Gottesdienst mit Chor und Blaskapelle gestaltet um 8 Uhr Generalvikar Harald Heinrich aus Augsburg. Gegen 8.45 Uhr setzt sich die Prozession vom Kirchausgang über die Dorfstraße in Gang, inmitten derer der erste Altar aufgebaut ist. Gäste sind herzlich eingeladen und werden gebeten, den religiösen Charakter des Festes zu wahren und sich zu Gesang und Gebet mit einzureihen. Wer keinen Platz auf der Fähre oder in den Booten bekommt, kann die Zeremonie am Ufer per Fernübertragung verfolgen. Die Prozession endet um 11.30 Uhr mit der zweiten Messe in der Pfarrkirche.

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Derweil ist auf der größten der sieben Staffelseeinseln alles auf die Prozessionsteilnehmer vorbereitet: Am St.-Simpert-Kircherl hat Mesner Klement Widmann noch ein paar Außenwartungen erledigt. Im Innern der kleinen Kirche, vor der an einem Altar das dritte Evangelium gelesen wird, unterstreicht ein dezenter Blumenschmuck die schlichte Schönheit des 1838 von Franz Paul Utzschneider errichteten Gotteshauses. Dieses ist das Ziel der Prozession und erinnert an den Ursprung der Pfarrei. „Wir kehren zu unseren Wurzeln zurück“, erklärte Widmann. Denn bis 1773 mussten die Kirchgänger für die Gottesdienste die oft beschwerliche Route über einen Steg im Wasser zur dortigen Kirche gehen.

Auch das Gras auf dem Weg zum Kircherl hat Bio-Bauer Michael Weiß aus Schöffau, dessen Murnau-Werdenfels-Rinder sonst die Landschaftspflege auf der Insel betreiben, schon heruntergemäht. Während die Blumengirlanden für die Fähre noch vor dem Hochfest geflochten werden, passiert die größte Verwandlung des Dorfes erst direkt am Festtag selbst. Dann nämlich machen sich in aller Herrgottsfrüh die Dorfbewohner allesamt auf, um kunstvolle Blumenteppiche zu legen, die Häuser mit Birken zu schmücken, Fahnen herauszuhängen, Altäre zu gestalten oder frisches Heu zu mähen und es auf dem Prozessionsweg aufzuwerfen. „Das wird vom ganzen Dorf mit Inbrunst gemacht“, erzählte Widmann. Er weiß, dass es ganz viele gibt, die sagen, sie möchten einmal in ihrem Leben diese besondere Prozession sehen.

Wer die Kapelle auf der Insel Wörth besichtigen will, hat um 11.15 und 12 Uhr noch die Möglichkeit zu einer weiteren Überfahrt.

Birgit Schwarzenberger

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