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Teures Unterfangen: An der Mauritiusstraße steht ein großes Straßen-, Wasserleitungs- und Kanalbauprojekt an.  

Gemeinderat verabschiedet Haushalt 

Seehausen kleckert nicht, sondern klotzt

Kräftig gebaut, saniert und geplant wird heuer in Seehausen. Die Gemeinde investiert mehr als fünf Millionen Euro. Die Mandatsträger haben den Haushalt 2019 einmütig verabschiedet.

Seehausen – Seit Januar stand der große Saal des Seehauser Gasthofs Stern – mit Ausnahmen – nicht für Veranstaltungen zur Verfügung. Der Grund waren Sanierungsarbeiten in puncto Lüftung, Brandschutz und Akustik. Die Gemeinde Seehausen nimmt dafür heuer ordentlich Geld in die Hand. Um genau zu sein, sind es 570 000 Euro, die im Haushalt 2019 für die Maßnahme eingeplant sind.

Der Gemeinderat hat das Zahlenwerk einstimmig befürwortet. Eine noch deutlich höhere Summe ist für ein Straßen-, Wasserleitungs- und Kanalbauprojekt an der Mauritiusstraße und Am Fügsee im Ortsteil Riedhausen vorgesehen. „Das müssen wir aber eventuell auf nächstes Jahr verschieben“, sagt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Grund ist das wasserrechtliche Verfahren. Das Vorhaben war nicht unumstritten. Riedhauser Bürger befürchteten, dass der Dorfcharakter verloren geht (wir berichteten). Die Einwände sind nach Angaben des Rathauschefs „im Wesentlichen berücksichtigt“. Von daher glaubt Hörmann nicht, dass von den Anliegern noch große Bedenken vorgebracht werden. Insgesamt sind für das Vorhaben rund 2,5 Millionen Euro einkalkuliert.

Teuer wird vermutlich auch der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses werden. Im Haushalt 2019 sind Planungskosten enthalten. Vorhandene Unterlagen müssen aktualisiert werden. Zuletzt sahen sich Verantwortliche in Nachbarorten Feuerwehrhäuser an, um einen Blick für das Thema zu bekommen. Die Immobilie soll auf der Pausenwiese der Grundschule entstehen.

Ein Stück bergauf ist ein anderes Großprojekt am Anlaufen: die lang ersehnte Bahnunterführung für Fußgänger. Dabei ist neben anderen Geldgebern auch die Gemeinde Seehausen finanziell gefordert. 450 000 Euro sind im Etat an Ausgaben eingeplant, aber auch ein Zuschuss von 270 000 Euro.

In dieser Größenordnung bewegen sich auch Erschließungsbeiträge für die Straßen Auweg und Am Fügsee. Die Posten werden laut Hörmann „wahrscheinlich“ aber noch aus dem Haushalt herausfallen. „Wir gehen davon aus, dass wir im Sommer, spätestens Herbst eine verbindliche rechtliche Aussage haben.“ Die bayerischen Regierungsparteien CSU und Freie Wähler wollen dafür sorgen, dass die Gemeinden vor Ort selbst entscheiden können, ob und in welcher Höhe sie den Bürger bei einer so genannten erstmaligen Erschließung zur Kasse bitten. 

Hörmann hebt hervor, dass die Kommune heuer keine Kreditaufnahmen beabsichtigt, „obwohl wir massive Investitionen planen“. Vor allem wegen seit Jahren hoher Gewerbesteuereinnahmen steht Seehausen finanziell gut da. Die Schulden sind gering, Rücklagen sind vorhanden. „Bis 2022 wollen wir schuldenfrei sein“, betont Hörmann. Kehrseite der Medaille: Die Kommune erhält vom Freistaat Bayern keine Schlüsselzuweisungen. Von dieser „Sozialhilfe“ sollen vor allem schwächere Städte und Gemeinden profitieren. Seehausen fällt definitiv nicht in diese Kategorie.

Roland Lory

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