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Stehpaddler auf dem Staffelsee sind nicht überall erwünscht. Am Seehauser Strandbad wurde den SUPs ein Riegel vorgeschoben. 

Verbot wird nicht zurückgenommen

Stehpaddler unerwünscht: Gemeinde bleibt konsequent - „Nun wird hier nicht mehr ständig gestritten“

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Die Stehpaddler nahmen zu, die Beschwerden auch: Die Verantwortlichen des Strandbads reagierten mit einem Verbot. Ein Jahr später bereuen sie den Schritt keineswegs.

Seehausen – Die Veranwortlichen des Strandbads Seehausen rudern nicht zurück: Seit einem Jahr müssen Stand Up-Paddler (SUP) draußen vor der Tür bleiben, und daran wird auch nicht gerüttelt. Rosemarie Biehler jedenfalls bereut diesen Schritt „keine Sekunde. Die Situation war ja immer mehr eskaliert, und es war damals keine Adhoc-Entscheidung“, sagt die Verkehrsamtsleiterin in Seehausen und Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, der das Strandbad betreibt. Er hatte die Reißleine gezogen und ein Verbot ausgesprochen, weil die Zahl der Stehpaddler von Jahr zu Jahr stieg. Sie habe auf die vielen Beschwerden ihrer Badegäste reagieren müssen, die sich zunehmend gestört fühlten, sagt Biehler. Im Wasser und am Ufer habe es regelrechte Kriege gegeben. Das sei ein länger währender Prozess gewesen, der sich über viele Jahre hingezogen habe.

Stehpaddler unerwünscht: Gemeinde bleibt konsequent - „Nun wird hier nicht mehr ständig gestritten“

Seit dem Verbot geht es in Biehlers Augen wieder friedlich und ruhig zu im Seehauser Bad. 80 Prozent der Gäste waren froh, dass sie kurzen Prozess gemacht habe: „Einige, etwa zehn Prozent, haben gemault, etwa ebenso vielen war es egal“, beschreibt Bieler die Reaktionen. Aber Nörgler gebe es ja immer. Allen, die trotz des Verbots versuchten, über die Seeseite ins Bad zu gelangen, habe man unmissverständlich klargemacht, dass sie sich andere Orte aussuchen müssten. „Die Wut darüber hat sich schnell gelegt.“

Immer mehr Stehpaddler: Es gab Engpässe im Wasser

Oft, erinnert sich Biehler, befanden sich an die 70 SUPs im Bade- und Schwimmbereich und sorgten für Engpässe im Wasser. „Da war es klar, dass etwas passieren musste.“ Das Strandbad Seehausen war die erste Einrichtung dieser Art in der Region, die eine Mitnahme von SUP-Boards rigoros verboten hat. Biehler ist auch ein Jahr danach froh darüber. „Nun wird hier nicht mehr ständig gestritten.“ Weniger Badegäste habe sie durch diesen Schritt jedenfalls nicht, mehr aber auch nicht. „Die Saison war nicht so gut.“ Das wechselhafte Wetter ohne jede Konstanz habe keinen Besucher-Rekord purzeln lassen.

Klar ist: Seehausen wird in der SUP-Frage keinen Rückzieher machen. „Da würden wir ja wieder von vorn anfangen, das kommt überhaupt nicht in Frage“, sagt Biehler. Der Verein hat übrigens nicht nur die SUP-Boards, sondern auch gleich alle Kanus und Schlauchboote untersagt. „Jetzt“, so Biehler, „haben die Badegäste wieder genügend Platz und das Bad für sich. Viele haben sich bei uns für unser aktives Eingreifen bedankt“. 

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