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Gefräßiges Nagetier: der Biber.

Tötung noch nicht notwendig gewesen

Seehausens Biber-Problem: Grundstücksbesitzer beklagt schwere Schäden

Er nagt und nagt: Biber verursachen im Staffelsee-Uferbereich massive Schäden. Jetzt hat ein Anwohner eine Beschwerde ans Landratsamt geschickt.

Seehausen – Für Markus Hörmann (CSU) ist er ein „massives Problem am Staffelsee“: der Biber. In der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte der Seehauser Bürgermeister über eine Beschwerde von Patrick von Seubert, die der Grundstücksbesitzer am Seewaldweg ans Landratsamt gerichtet habe. Darin beklagt er laut Hörmann schwere Schäden an den Bäumen auf seinem Grundstück am See, die auf das Konto des Bibers gingen. Mehr als 100 Tiere, schätzt Seubert, seien entlang der südlichen Uferlinie des Staffelsees auf rund fünf bis sechs Kilometer aktiv.

    Unterstützung bekommt Seubert von Bürgermeister Hörmann. Auch er sieht die Biberpopulation als großes Problem für den Uferbereich sowie für den Ortsbereich an. Davon betroffen sei nicht nur Seehausen, sondern auch die Nachbargemeinde Uffing. Zwar sei der Wald am See in Privatbesitz, erklärt Hörmann. „Aber die Gemeinde hat die Verkehrssicherungspflicht.“ Das heißt: Sie muss dafür sorgen, dass Verkehrsteilnehmer nicht durch beschädigte Bäume gefährdet werden. Hörmann appellierte daher an alle betroffenen Grundstücksbesitzer, Verbiss-Schäden dem Landratsamt zu melden – „am besten direkt an den Landrat“. Dann, so hofft er, werde die Behörde auf das Ärgernis Biber, das seit längerer Zeit bekannt ist, endlich reagieren.

Landkreis um Kooperation bemüht

    Die Kreisbehörde indes sieht das Ganze als nicht so dramatisch an, bemüht sich aber um Kooperation. „Das Landratsamt geht derzeit von 40 bis 50 Bibern im See aus, die um den ganzen Staffelsee verteilt in etwa zehn Familienburgen leben“, teilt Pressesprecher Stefan Scharf auf Nachfrage schriftlich mit. Dem Landratsamt sei bekannt, dass es durch den Verbiss zu Schäden an Gehölzen kommt und sich der Biber zudem an Fallobst zu schaffen macht, insbesondere in Gärten der Uferanwohner in Seehausen und Uffing sowie auf der Insel Wörth. „Sollte es durch den Biber zu forstwirtschaftlichen Schäden kommen, steht ein Ausgleichsfonds des Freistaats Bayern zur Verfügung“, berichtet Scharf. 

Bei Schäden in privaten Gärten stehe der Ausgleichsfonds allerdings nicht zur Verfügung. Der Landkreis sei aber bemüht, auf dem Weg der Vorbeugung, etwa durch einen Schutzzaun, Schäden zu vermeiden. Scharf weist darauf hin, dass es sich um ein geschütztes Wildtier handle, das nur in Ausnahmefällen gefangen und getötet werden dürfe – etwa dann, wenn es in Fischteichen, im Bereich von Kläranlagen oder der Hochwasserschutzdämme siedelt. Bislang sei es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aber noch nicht notwendig gewesen, einen Biber zu töten. „Auch weiterhin versucht das Landratsamt im Dialog mit den von Biberschäden Betroffenen passende Lösungen zu finden, die mit der Natur und den berechtigten wirtschaftlichen und privaten Interessen in Einklang stehen“, versichert Scharf. Die Entwicklung der Population werde in regelmäßigen Abständen im Auftrag des Landratsamtes erhoben. Hörmann plant indes ein Treffen mit allen betroffenen Grundstücksbesitzern. Ziel sei es, eine gemeinsame Linie zu finden und dann Kontakt zum Landratsamt aufzunehmen.

Franziska Seliger

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