Wunderschöne Lage am Seehauser „Stachus“: das Gebäude des ehemaligen Lokals Fischerstüberl.
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Wunderschöne Lage am Seehauser „Stachus“: das Gebäude des ehemaligen Lokals Fischerstüberl.

Sanierung an ortsbildprägender Stelle muss vorerst warten

Seehauser Fischerstüberl: Noch keine Baugenehmigung

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    VonSilke Reinbold-Jandretzki
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Michaela Zöttl hofft, das Café, das nach Sanierung und Umbau ins frühere Lokal Fischerstüberl einziehen soll, Ostern 2022 eröffnen zu können. Damit verzögert sich das für Seehausen so wichtige Projekt. Die Beteiligten warten auf grünes Licht vom Landratsamt. Das könnte in absehbarer Zeit eintreffen.

Seehausen – Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass eine Café-Terrasse in solch exquisiter Lage an den vergangenen traumhaften Spätsommertagen ausgezeichnet besucht gewesen wäre. Die Plattform bietet ein Top-Panorama, nur einen Steinwurf von Staffelsee und Bootslände entfernt. Auch wegen der nahen Anlegestelle der MS Seehausen wäre für Besucherfrequenz gesorgt.

Fischerstüberl Seehausen: Café und sechs Ferienwohnungen geplant

Doch das Gebäude des früheren Traditionslokals Fischerstüberl, in dem Bernhard und Michaela Zöttl – sie stehen hinter dem Familienunternehmen Zöttl mit Bäckerei-/Konditoreifilialen in München – ein Café sowie sechs Ferienwohnungen einrichten möchten, gibt seit Jahren ein unverändertes Bild ab: die Wirtschaft leer und ohne Leben, das ganze Objekt in die Jahre gekommen. „Wir hätten im Sommer zumindest das Café schon gerne aufgesperrt“, sagt Michaela Zöttl. Daraus wurde nichts: „Es hat sich sehr lange gezogen mit der Baugenehmigung.“ Das Plazet des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen steht noch aus.

Vorhaben an ortsbildprägender Stelle kommt gut an

Zöttls hatten das Objekt, das bereits ausgeräumt und für Sanierung und Umbau vorbereitet worden ist, 2019 erworben. Ihre Pläne kamen in Seehausen und bei Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) an – immerhin war damit klar, dass an einem der markanten Punkte im Dorf wieder Leben einkehren und die Immobilie eine Aufwertung erfahren würde. Doch das alles dauert länger als zunächst angenommen; zuletzt stand eine Änderung des Bebauungsplans an. Die Arbeiten, sagt Michaela Zöttl, sollen Mitte September starten. Sie hofft nun: darauf, dass das klappt, auch, dass eine Öffnung an Ostern 2022 möglich ist – „oder sobald es geht“. Und darauf, dass die beauftragten lokalen Handwerker im Falle von Verzögerungen verfügbar bleiben.

Umbau am Fischerstüberl: „Uns laufen Zeit und Geld davon“

Denn auch ein Start der Arbeiten Mitte September ist alles andere als fix – der fehlenden Baugenehmigung wegen. Eine Tatsache, die Joachim Gießlers Geduld strapaziert. „Uns laufen Zeit und Geld davon“, sagt der Seehauser vom beauftragten Planungsbüro. Einen Teilbauantrag, den man „vor einiger Zeit stellte“, habe das Landratsamt abgelehnt. Längst klar ist: Das ursprüngliche Vorhaben, heuer zumindest das Café zu öffnen, „können wir vergessen“.

Landratsamt betont: Bebauungsplan ist noch nicht rechtsverbindlich

Doch es gibt begründete Hoffnung, dass es bis zum Eintreffen der Baugenehmigung nicht mehr allzu lange dauern wird. Aus Sicht des Amts liegt ein triftiger Grund dafür vor, dass die Zustimmung noch fehlt: „Der Bebauungsplan ist bisher nicht rechtsverbindlich, das Verfahren nicht abgeschlossen“, stellt Behördensprecher Stephan Scharf klar. Eine beteiligte Seite muss noch ihre Stellungnahme abgeben. Scharf weist darauf hin, dass eine Plan-Auslegungsfrist bei der Gemeinde Seehausen auch erst am 23. August abgelaufen sei. Von Seiten des Landratsamts habe es nie die Zusicherung gegeben, dass eine Genehmigung zu einem bestimmten Zeitpunkt vorliegen werde, betont Scharf. Die Gemeinde habe aber mitgeteilt, dass „eine Planreife vorhanden ist“.

Seehauser Verwaltung hält grünes Licht noch im September für möglich

Erwin Mayrhans bestätigt, das Bebauungsplanverfahren laufe noch; zuletzt habe man eine verkürzte öffentliche Auslegung vornehmen müssen. Er wähnt jedoch „ein Ende des Verfahrens in Sicht“. Die Gemeinde könne dieses im September zum Abschluss bringen, sagt der Leiter des Bauamts der Verwaltungsgemeinschaft Seehausen; es fehle nur noch der formale Akt, die Satzung (zur Änderung des Bebauungsplans, Anm.d.Red.) zu beschließen und in Kraft zu setzen. Mayrhans hofft, dass auch das Landratsamt in diesem Monat noch grünes Licht gibt. Bürgermeister Hörmann selbst setzte sich bei der Behörde offenbar schriftlich dafür ein, dass jetzt nicht unnötig Zeit verloren geht. „Er hat darauf hingewiesen, wie wichtig es für die Gemeinde ist, dass an dieser ortsbildprägenden Stelle etwas passiert“, erklärt Mayrhans. „Das ist der Stachus von Seehausen.“ Mit jeder Menge Besucherfrequenz.

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