Das Werk des Baumfrevlers: Rosemarie Biehler mit dem umgeschnittenen Baum im Staffelsee-Strandbad.
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Das Werk des Baumfrevlers: Rosemarie Biehler mit dem umgeschnittenen Baum im Staffelsee-Strandbad.

Fremdenverkehrsverein erstattet wegen lädierter Bäume Anzeige

Sachbeschädigungen: Videoüberwachung soll Seehauser Strandbad schützen

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Immer wieder treiben Vandalen im Strandbad Seehausen ihr Unwesen, richten mutwillig Schaden an. Zuletzt vergriff sich ein Unbekannter an zwei wichtigen Bäumen. Beim zuständigen Fremdenverkehrsverein zieht man nun Konsequenzen: Eine Videoüberwachung soll Täter künftig abschrecken.

  • Sachbeschädigungen im Seehauser Strandbad sorgen beim zuständigen Fremdenverkehrsverein für Verärgerung.
  • Zuletzt hat sich ein Unbekannter an zwei Bäumen vergriffen. Schaden: etwa 1500 Euro.
  • Die Vereinsvorsitzende Rosemarie Biehler will dem Treiben nicht länger tatenlos zusehen und kündigt eine Videoüberwachung an.

Seehausen – Rosemarie Biehler macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube: „Da kriegt man eine Riesen-Wut“, sagt die langjährige Vorsitzendes des Fremdenverkehrsvereins Seehausen. „Wir arbeiten ehrenamtlich – und dann muss man so etwas sehen. Das ist nur respektlos.“

Strandbad Seehausen: Verein will mit Technik aufrüsten, damit Sachbeschädigungen aufhören

Ein Akt von sinnlosem Vandalismus treibt Biehler die Zornesröte ins Gesicht. Sachbeschädigungen gab es immer wieder mal im Strandbad des Fremdenverkehrsvereins Seehausen. Sie gingen ins Geld: Vor zwei Jahren etwa, als man die Terrasse erweiterte, betonierte man Lichtmasten ein, die prompt am nächsten Tag umgebogen waren. Schaden damals: über 1000 Euro. Doch nun wähnt Biehler eine rote Linie überschritten. Die Vorsitzende will mit Technik aufrüsten, um ähnliche Taten, die das Budget des Vereins belasten, zu verhindern: Man sehe sich gezwungen, „eine Videoüberwachung im Bad zu installieren“, erklärt Biehler. Der Tropfen, der das Fass für sie zum Überlaufen brachte: Ein Unbekannter vergriff sich offenbar im Februar an zwei rund zehn Jahre alten Bäumen. Die Rotbuche und die Esche, zuletzt fünf bis sechs Meter hoch, wurden links und rechts der riesigen Pappel am Hauptsteg gepflanzt, die irgendwann in den nächsten Jahren aus Sicherheitsgründen wird weichen müssen. Bei der Baumpflege hatte man der Pappel „baumgroße Äste“ entnommen, die innen bereits hohl waren. Esche und Rotbuche sollten langfristig als Ersatz dienen.

Staffelsee-Bad: Zwei Bäume sind massiv beschädigt - sehr zum Frust von Rosemarie Biehler

Doch nun das: Ein Unbekannter schnitt einen Stamm fast komplett um; der obere, umgeknickte Teil hängt derzeit noch wie ein Mahnmal am unteren. Am zweiten Gewächs fand sich jetzt trotz einer Drahthose gegen Biberverbiss ein rund acht Zentimeter tiefer, horizontaler Schnitt im Stamm. Wegen des Metallschutzes ist nicht klar, seit wann der Baum lädiert ist. Biehler, die den Schaden mit mindestens 1500 Euro beziffert, vermag nicht einmal zu sagen, ob der Täter sich nicht noch an weiteren Bäumen vergriffen hat: „Wir sind noch nicht alle abgegangen, dazu fehlt uns momentan die Lust“, sagt Biehler, die frustriert klingt.

Fremdenverkehrsverein Seehausen: Vorsitzende kann sich Baumfrevel „beim besten Willen nicht erklären“

Sie zeigt sich überzeugt, dass der Schuldige den Frevel, für den die Vorsitzende „beim besten Willen“ keine Erklärung sieht, nachts und vermutlich mit einer Handsäge begangen hat. Tagsüber, argumentiert Biehler, hielten sich viel zu viele Menschen im Strandbad auf, die den Täter bemerkt hätten. Im Winter ist das Gelände – der Gemeinde gehört das Grundstück, das der Verein, in dessen Eigentum sich die Bebauung befindet, per Nießbrauch nutzt – frei zugänglich: „Die Menschen sitzen am Ufer und kommen zum Spielplatz“, erzählt Biehler. Sie hatte in einer ersten Reaktion auf den Baumfrevel für sich beschlossen: „Wenn das so weitergeht, sperren wir rigoros zu.“ Und tatsächlich verfuhr Biehler ein paar Tage lang so – doch „die Leute haben sich beschwert“. Also gelangt man nun wieder auf das Strandbadgelände.

Strandbad: Videoüberwachung mindestens im Eingangsbereich geplant

Doch es muss etwas passieren. Deshalb will der Verein, der Anzeige bei der Polizei erstattet hat, in eine Videoüberwachung investieren: „Anscheinend geht es nicht anders“, sagt Biehler. Zumindest am Eingang soll aufgezeichnet werden, was sich abspielt. Zudem setzt die Vereinsvorsitzende darauf, dass Seehauser und Gäste die Augen offen halten – und Verdächtiges vielleicht mitbekommen.

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