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Idyll am Staffelsee: Der geplante Weg soll das Fiedler-Grundstück mit gemeindeeigenen Flächen im Norden verbinden.

Geplanter Seeuferweg in Seehausen

Fachbehörde legt Veto ein

Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) sieht den geplanten Seeuferweg in Seehausen sehr kritisch. So wie sich die Gemeinde das Vorhaben vorstellt, kann es aus Sicht des WWA wahrscheinlich nicht genehmigt werden.

Seehausen – Es ist ein Vorhaben, das den Seehauser Gemeinderat schon ein paar Jahre beschäftigt. Geplant ist, einen durchgehenden Seeuferweg auf der Ostseite des Staffelsees zu schaffen. Konkret geht es darum, das Fiedler-Grundstück, das sich im Besitz der Kommune befindet, mit gemeindeeigenen Flächen im Norden zu verbinden.

Derzeit läuft ein so genanntes Planfeststellungsverfahren für den Bau eines ufernahen, etwa 40 Meter langen Weges. Diesen soll eine massive Natursteinmauer mit frostfesten Wasserbausteinen zum See hin abgrenzen. Im vergangenen Jahr rechnete Rathauschef Markus Hörmann (CSU) mit Kosten in Höhe von etwa 47 000 Euro, die allein die Gemeinde tragen müsse.

Doch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim (WWA) hat erhebliche Bedenken. Der zuständige Gewässerökologe sieht das Projekt „sehr kritisch“, teilt Horst Hofmann mit, der bei der Behörde für den Wasserbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen verantwortlich zeigt. Ein solcher Weg würde einen „Eingriff in Flachwasserzonen“ bedeuten. Beim WWA befürchtet man, dass Fauna und Flora beeinträchtigt werden. Hofmann nennt zum Beispiel Armleuchteralgen und Großmuscheln. Diese Weichtiere sind nach seinen Angaben am Staffelsee zahlenmäßig rückläufig. Fazit: So wie sich die Gemeinde Seehausen den Weg vorstellt, „wird er wahrscheinlich nicht genehmigungsfähig sein“.

In absehbarer Zeit wollen sich WWA und Kommune an einen Tisch setzen. „Wir schauen, dass wir die Bedenken ausräumen können“, sagt Dritter Bürgermeister Daniel Schreyer (CSU). „Dann kriegen wir hoffentlich grünes Licht.“ Dem WWA wäre es am liebsten, der Weg würde auf dem Festland verlaufen. Doch es gibt private Grundeigentümer, deren Flächen betroffen wären. Vor allem einer sperrt sich offenbar.

Aus Gründen des Naturschutzes hatte das Landratsamt einen frei über den Staffelsee verlaufenden Steg nicht befürwortet. So verfolgte die Kommune die ufernahe Lösung. 

Die Kreisbehörde hält sich in der Sache ziemlich bedeckt. Auf die Frage nach kritischen Einwänden, die eingingen, antwortete Sprecher Stephan Scharf: „Wir bitten um Verständnis, dass Einzelheiten im laufenden Verfahren, noch dazu die Interessen privater Grundeigentümer betreffend, nicht von uns weitergegeben werden können.“ Es fänden derzeit Gespräche statt mit dem Ziel, die gewünschte Wegverbindung zu realisieren.

Roland Lory

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