Idylle am Seehauser Strandbad - am Sonntagnachmittag wurde diese durch einen Aufsehen erregenden Vorfall gestört (Symbolfoto).
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Idylle am Seehauser Strandbad - am Sonntagnachmittag wurde diese durch einen Aufsehen erregenden Vorfall gestört (Symbolfoto).

Tumult vor einigen hundert Besuchern

Sie ging mit Hund ins Seehauser Strandbad - am Ende muss Polizei renitente Münchnerin fesseln

  • Silke Reinbold-Jandretzki
    vonSilke Reinbold-Jandretzki
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Eine psychisch auffällige Münchnerin hat am Sonntagnachmittag für riesiges Aufsehen unter den Besuchern des vollen Seehauser Strandbads gesorgt. Die Polizei hatte alle Mühe, sie unter Kontrolle zu bringen.

Seehausen  Die 51-Jährige hielt sich trotz eines Hundeverbots mit ihrem Cocker Spaniel auf dem Freizeitgelände auf und weigerte sich, die Einrichtung zu verlassen. Beamte der Inspektion Murnau mussten die renitente Frau, die nach den Polizisten immer wieder trat und einen zu beißen versuchte, am Ende an Armen und Beinen fesseln, um sie auf die Dienststelle zu bringen. Sie kam wegen bekannter psychischer Probleme in die Fachklinik nach Garmisch-Partenkirchen; Angehörige holten ihren Hund ab. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und des Hausfriedensbruchs. Nach Angaben von Murnaus Inspektions-Chef Joachim Loy ist die Frau in München polizeibekannt.

Tumult im Seehauser Strandbad: „So etwas in 24 Jahren noch nie erlebt“

Rosemarie Biehler, die als Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Seehausen fürs Strandbad zuständig ist und ebenfalls versucht hatte, die Frau zur Vernunft zu bringen, stand am Montag noch unter dem Eindruck des Geschehenen: „Ich mache das jetzt 24 Jahre, und es hat fast alles schon gegeben. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Man habe das Geschrei der Frau übers ganze Gelände hört. „Man kann sich vorstellen, wie die Leute geschaut haben.“ Im Strandbad hielten sich am Sonntagnachmittag einige hundert Besucher auf.

Seehauser Strandbad: Frau offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation

Die Münchnerin war vom Personal mehrfach aufgefordert worden, das Gelände mit ihrem Hund zu verlassen, hatte aber nicht darauf reagiert. Schließlich sollte die Polizei helfen – zwei Beamte der Wasserschutzstreife steuerten mit ihrem Boot das Bad an. „Die Frau befand sich offensichtlich in einer psychischen Ausnahmesituation, reagierte auf direkte Ansprache ausweichend und bewegte sich weiter im Strandbad umher“, erklärt Loy. Man drohte der 51-Jährigen „unmittelbaren Zwang“ an, woraufhin sie sich in Richtung Ausgang bewegte – und dann ins Restaurant abbiegen wollte. Ein Beamter stellte sich ihr in den Weg und hielt sie fest. Es kam zu dem Aufsehen erregenden Tumult, den die Polizei folgendermaßen schildert: Die Münchnerin machte durch lautes, panisches Brüllen auf die Situation aufmerksam. Sie begann, mit den Füßen nach den Beamten zu treten und versuchte, einen der Männer in den Arm zu beißen. Beide hielten sie fest. Als sie sich am Ausgang erneut losreißen wollte, fesselten die Polizisten sie. Zwei Kollegen, darunter eine Frau, kamen hinzu, um die 51-Jährige auf die Dienststelle zu transportieren.

Die zwei Beamten, die Tritte gegen Füße und Schienbeine einsteckten, wurden nicht verletzt und blieben dienstfähig. Biehler bescheinigt ihnen ein ruhiges, besonnenes Vorgehen, so lange dies möglich war – und zollt ihnen und dem beteiligten Personal Respekt.

Lesen Sie auch: Strandbad Seehausen: Gerichtsurteil zwingt zum Handeln

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