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Immer aktiv: Bis heute gibt Wiltrud Roithmeier jeden Montag Lehrersport in der Turnhalle des Murnauer Staffelsee-Gymnasiums.

Wiltrud Roithmeier im Porträt

Sport als Jungbrunnen

Wer gesund bleiben möchte, der kommt um Bewegung nicht herum. Dass Sport hilft, fit älter zu werden, dafür ist Wiltrud Roithmeier aus Riedhausen das Paradebeispiel. Mit 74 Jahren wirkt sie eher wie Anfang 60 – auch dank ihres täglichen Sportprogramms.

Riedhausen – Schon im Bett geht es los: Dehnübungen für den Rücken, Kreisen der Handgelenke, Gesichtsgymnastik. „Mein Augenarzt hat gesagt, dass meine Augen durch diese Übungen noch sehr beweglich sind“, erzählt Wiltrud Roithmeier. Natürlich ist die 74-Jährige stolz auf ihren guten Gesundheitszustand, auf ihren elastischen, kräftigen Körper. Aber dafür tut sie auch eine Menge. Jeden Tag.

Nach der Bettgymnastik geht es auf dem Balkon weiter: ein paar Kniebeugen, Laufen auf den Zehenspitzen und ganz viel frische Luft für die Lungen. Roithmeier weiß, was ihrem Körper guttut. Schon als junges Mädchen in Marquartstein am Chiemsee hat sie mit dem Sport angefangen, war unter anderem aktive Skirennläuferin und Leichtathletin. „Und ich musste täglich zehn Kilometer in die Schule radeln. Einfache Strecke“, erinnert sie sich. Und da es in ihrer Jugend noch keine Lifte auf den Bergen gab, musste sie fürs Skitraining rauf laufen auf den Berg. „Das ist dann so eine Grundfitness, die man sich aufbaut.“ Wer eine solche Grundfitness in jungen Jahren aufgebaut habe, tue sich natürlich im Alter mit dem Sporttreiben leichter, räumt Roithmeier ein, die als Sportlehrerin an Haupt- und Realschule gearbeitet hat und viele Jahre im Tennissport international erfolgreich war. Dennoch könne jeder in jedem Alter jederzeit mit Sport anfangen, betont sie.

Roithmeier selbst legt bei ihrem täglichen Programm großen Wert auf Vielseitigkeit. Bis vor wenigen Jahren hat sie an der Volkshochschule Skigymnastik-Kurse gegeben. Und Gymnastik, die je nach Übung mal dehnt, mal kräftigt, ist bis heute für sie ein wichtiger Baustein für einen gesunden Körper, denn: „Wenn die Muskulatur kräftig ist, kann man damit Probleme am Rücken, Knie oder allgemein den Gelenken leichter bewältigen.“ Die Muskulatur also als wesentliche Stütze. Sie weiß, wovon sie spricht, denn natürlich zwickt es auch bei Roithmeier schon etwas in den Knochen. Vor allem im Knie. Um dieses Gelenk zu kräftigen, trainiert sie beim Fernsehen immer mit einem Theraband. Dadurch hält sie ihr Knie so stabil, dass sie immer noch Skitouren gehen kann. Und zum Wandern. „Meinem Knie zuliebe gehe ich die Berge zwar rauf, aber nicht mehr hinunter.“

Und statt dem Auto nimmt sie das Fahrrad so oft es geht. Jeden Tag um 8.30 Uhr machen sie und ihr Mann beim Telegym im Bayerischen Fernsehen mit. Wer seinen Körper regelmäßig dehnt, so Roithmeier, bleibe beweglich. Ebenso wichtig sei es, mit zunehmendem Alter an der Koordination und dem Gleichgewicht zu arbeiten, denn: „Wenn man dann mal ausrutscht, fällt man nicht gleich hin.“ Dieses Koordinationstraining absolviert sie immer im Bad: „Beim Zähneputzen lasse ich den rechten Fuß kreisen und putze die Zähne mit der linken Hand, dann umgekehrt. Das stärkt jeweils Koordination und Gleichgewichtssinn“, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder, die längst fünffache Oma ist.

Zweimal in der Woche findet man sie auf dem Golfplatz. Beim Golf, sagt sie, muss man sich sehr konzentrieren. Das hält das Gehirn fit. Außerdem wandert man viele Kilometer an der frischen Luft über den Platz. „Da tut man schon was.“ Für Roithmeier sind es diese vielen verschiedenen Arten des Sports, die sie fit halten. Und warum ist ihr Sport so wichtig? „Weil ich mich dann innerlich viel fröhlicher fühle.“

Franziska Seliger

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