Allerlei Equipment liegt an einem schönen Tag auf dem Fiedler-Grundstück in Seehausen. Zudem wird gebadet. Ein Anwohner regt sich über Regelverstöße auf. 
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Allerlei Equipment liegt an einem schönen Tag auf dem Fiedler-Grundstück. Zudem baden Besucher.

Gemeinde soll sich kümmern

Baden eigentlich verboten: Besucher belagern Natur-Grundstück an oberbayerischem See - Anwohner entsetzt

  • Roland Lory
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Baden, Grillen, Hunde und manches mehr sind auf dem Seehauser Fiedler-Grundstück nicht erlaubt. Doch einige Besucher halten sich offenbar nicht an die Regeln.

  • Einige Besucher halten sich nicht an die Regeln, die auf dem Fiedler-Grundstück in Seehausen gelten.
  • Ein Anwohner prangert diese Missstände an.
  • „Man kann die Leute nur ermahnen“, betont Bürgermeister Markus Hörmann (CSU).

Seehausen – Das Fiedler-Grundstück ist ein besonderes Fleckchen Erde am Ostufer des Staffelsees. Die Gemeinde hatte das Gelände einst gekauft, um es der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Das darauf stehende Haus wurde 2013 abgerissen. Es war baufällig. Dem Schritt gingen jahrelange Debatten im Gemeinderat voraus, was man am besten mit der rund 5000 Quadratmeter großen Fläche machen soll. Im Gespräch war zum Beispiel eine Gastronomie, doch davon nahm man Abstand.

Am Fiedler-Grundstück am Staffelsee gibt es eigentlich klare Regeln

Heute gibt es eine Streuobstwiese. Eine „Benutzungsordnung“ klärt den Besucher auf, dass auf dem Seegrundstück Räder, Hunde, Grillen, offenes Feuer sowie Übernachten verboten sind. Auch die Nutzung als Liegewiese und das Baden sind nicht erlaubt. Nach 21 Uhr darf man sich nicht mehr in der Parkanlage aufhalten.

Die Regeln stehen auf einem Schild. 

Anwohner am Fiedler-Grundstück am Staffelsee beklagt Missstände

Doch anscheinend halten viele Besucher nicht ein, was auf dem Schild steht. Anwohner Dr. Peter Jung berichtet, dass auf dem Grundstück zum Beispiel gebadet wird und Stand-Up-Paddler starten. „Abends werden Feste gefeiert.“ Besucher entzünden nach Angaben des 76-jährigen Rentners Lagerfeuer, bringen Campingstühle mit, platzieren Hängematten zwischen den Bäumen. Hunde würden gebadet. Zudem werde das Areal als Toilette genutzt. „Es ist eine unendliche Schweinerei“, poltert der Anwohner. Auch vor dem Hintergrund, dass der Corona-Erreger möglicherweise durch Fäkalien übertragen werde. „Da geht das wirklich nicht.“ Jung findet: Die Gemeinde Seehausen müsste schauen, dass die Besucher die Regeln einhalten.

Staffelsee: Fünf Kontrollen am Fiedler-Grundstück pro Woche

Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) sagt, dass es stichprobenartige Kontrollen auf dem Areal gebe. Etwa fünf Mal pro Woche würden Gemeindemitarbeiter oder auch mal er persönlich dort nach dem Rechten sehen. „Man kann die Leute nur ermahnen“, betont der Rathauschef. Die Besucher ganz aus dem Fiedler-Grundstück herauszubekommen, sei utopisch. Die Gemeinde habe es ja öffentlich zugänglich machen wollen. Eine Sperrung „ist kein Thema“. Was Hörmann zudem sagt: Die Kommune sei auch auf Bürger angewiesen, die Vorfälle melden.

Anwohner am Fiedler-Grundstück: Bürger nicht zuständig

Anwohner Jung räumt ein, dass es sicher schwierig sei, das Problem in den Griff zu bekommen. „Doch der Bürger ist nicht dafür zuständig, die Arbeit der Gemeinde zu erledigen.“

In Corona-Zeiten werden Regeln bei Ausflügen immer häufiger missachtet. Am Walchensee beispielsweise spitzt sich die Lage bei Ausflugswetter regelmäßig zu, ebenso am Schliersee. In Garmisch-Partenkirchen sieht man den Besucherströme immer verzweifelter entgegen.

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