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Eine Zeitreise durch die Geschichte können die Besucher des Seehauser Staffelseemuseums unternehmen.

Dachgeschoss wird gedämmt

Staffelseemuseum: Exponate kommen in den Speicher

Am alten Pfarrhof in Seehausen, der das Staffelseemuseum beherbergt, steht 2020 eine größere Aktion an. Das Dach bekommt eine Dämmung. Im Speicher sollen dann Exponate eingelagert werden. Das behördliche Prozedere zog sich etwas.

Seehausen – Die höheren Weihen ließen nicht lange auf sich warten: 2018 wurde das Seehauser Staffelseemuseum eröffnet. Heuer erhält die Einrichtung des örtlichen Heimatvereins den Bayerischen Museumspreis in der Kategorie der ehrenamtlich geführten Museen. Er ist mit 10 000 Euro dotiert.

Um das Kleinod ging es auch kürzlich im Gemeinderat. Denn die Kommune bekam Post vom Landratsamt – in Sachen Dämmung des Dachgeschosses. Zweieinhalb Jahre habe man darauf gewartet, stöhnte Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). Die Gemeinde braucht nämlich eine denkmalrechtliche Erlaubnis. Schließlich wurde der alte Pfarrhof im Kern 1776 erbaut. Im Dachgeschoss sollen Exponate eingelagert werden. Bisher hat der Heimatverein drei verschiedene Depots.

Mit dem Zeitraum „2,5 Jahre“ ist laut Landratsamtssprecher Stephan Scharf womöglich ein Erlaubnisantrag gemeint, der im Februar 2016 im Landratsamt einging. Dieser „war mangels Detailunterlagen nicht entscheidungsreif“. Nach einigem Hin und Her wurde die Erlaubnis dann im Juni 2019 erteilt. Hörmann spricht von einem „umständlichen Abstimmungsprozess“ mit der Denkmalpflege.

Es ist eine so genannte Aufdachdämmung geplant. Dafür muss das Dach abgedeckt werden. Und zwar mit allem Drum und Dran: also mit Gerüstaufbau, -sicherung und -abbau und manchem mehr. Die Gemeinde will das Vorhaben 2020 anpacken. Verwendet wird dabei ein Polyurethan-Hartschaum. Die Dämmung ist nötig, damit die Exponate nicht großer Kälte und Hitze ausgesetzt sind. Es handelt sich um einen offenen Dachstuhl. Von dem Gedanken, eine Art Container zu installieren, nahm die Gemeinde Abstand. „Das wäre ein Riesenaufwand“, sagt Hörmann.

Museumsleiter Joseph Führer hört es natürlich gern, dass die besagte Erlaubnis vorliegt. „Es wäre von Vorteil, wenn alle Exponate unter einem Dach fachgerecht untergebracht sind“, sagt er. Was der Heimatverein freilich auch brauchen könnte, wäre ein Raum für Sonderausstellungen. „Im alten Museum hatten wir da mehr Platz.“ Führer: „Es wäre toll, wenn der Speicher für Sonderausstellungen ausgebaut würde.“ Wobei ihm klar ist, dass das Zukunftsmusik ist; die Kommune habe schließlich in den vergangenen Jahren viel Geld ins Museum gesteckt. Hörmann sagt zum Thema Sonderausstellungsraum: „Das wäre ein zweiter Schritt.“

Roland Lory

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