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Umfrage in den Strandbädern

Stand-Up-Paddling am Staffelsee: Das sagen Badegäste zum geplanten Verbot 

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Es ist ein harter Schritt: Ab 2019 sind Stand-Up-Paddel-Boards im Seehauser Strandbad verboten. Die Meinungen unter den Badegästen gehen dazu weit auseinander. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage in Murnau und Seehausen.

Murnau/Seehausen – „Ich wollte schon einen Leserbrief schreiben, so erbost war ich, als ich den Artikel gelesen habe“, ärgert sich Wolfgang Richter. Er ist einer von vielen, die sich an der Tagblatt-Umfrage über das Stand-Up-Paddelverbot, das das Strandbad Seehausen ab dem kommenden Jahr verhängt, beteiligt hat. Der Fremdenverkehrsverein will auf diese Weise Konflikte mit anderen Badegästen vermeiden. Der 61-jährige Drucker aus Oberau kann dieses rigorose Vorgehen nicht nachvollziehen: „Ich paddle seit fünf Jahren hier in der Murnauer Bucht und liebe die Ruhe dieser Sportart, die Körper, Geist und Seele wohl tut. Da ich Rücksicht auf die Schwimmer und Badegäste nehme, habe ich noch nie Ärger gehabt.“

Auch Rainer Horn (48) aus München hält ein Paddel-Verbot für „absoluten Schwachsinn“. Wenn man beim Aufblasen seines Boards aufpasse und nicht allzu viel Lärm mache, „stören die Boards niemanden“. Einzig in einem Naturschutzgebiet würde er das Untersagen der Sportgeräte nachvollziehen können.

Einer sagt: Ungeübte haben Board nicht unter Kontrolle

Ebenfalls „ganz schlimm“ findet Kellen Michaelis (46) die Einschränkungen, die auf die Paddler zukommen. „Ich paddle dreimal die Woche – und auch meine drei jugendlichen Kinder sind von diesem trendigen Sport begeistert. Warum richtet das Seehausener Strandbad und auch andere nicht einen eigenen Bereich für uns ein, dann wäre das Problem doch gelöst?“, fragt sich die Brasilianerin mit Wohnsitz in Murnau. Sie gibt zu bedenken, dass man doch meist auf dem Wasser unterwegs sei und die Uferzone lediglich zum Hinein- und Herausgehen nutze. So habe Kurt Höller vom Strandbad Murnau schon darum gebeten, dass man die Bretter gleich im Wasser liegen lassen soll. „Das ist doch eine gute Idee, es kommt nur auf gute Organisation an.“

Claudia Schletz gehört zu denjenigen, die das Verbot der Seehauser verstehen können. Die 43-Jährige aus Murnau paddelt seit sechs Jahren, ist im Sommer fast täglich auf ihrem grasgrünen Board unterwegs. „Ich liebe es, um die Inseln im See herum zu paddeln, dort anzulanden und weitab vom Trubel zu schwimmen und auf dem Board ein Sonnenbad zu genießen“, erzählt die Lehrerin. Sie ist froh, dass es in der Murnauer „Schweinebucht“ noch erlaubt sei. „Käme hier ein Verbot, ich würde schäumen.“

Für einen konsequenten Schlussstrich

Verständnis für den radikalen Schritt hat Paddler Martin Lehmeyer (58), seit über 20 Jahren Stammgast im Seehausener Strandbad. „Ich habe häufiger Probleme im Bad bekommen, ich durfte zuletzt nur noch am Rand ins Wasser steigen.“ Der erfahrene Wasserwachtler aus Fürth, der jedes Jahr in Murnau und Oberammergau seinen Urlaub verbringt, bedauert, dass viele unter dem Verhalten einiger weniger rücksichtsloser Leute leiden müssten. „Ich persönlich verhalte mich rücksichtsvoll und passe auf. Aber wenn es im Bad richtig zugeht, dann wird es zuweilen gefährlich für die Schwimmer, denn die ungeübten Hobby-Paddler haben ihre Boards oft nicht richtig unter Kontrolle.“ Im kommenden Sommer wird der Elektrotechniker nun nach Uffing oder in die Murnauer Bucht ausweichen.

„Warum gibt es keine eigenen Bereiche nur für Schwimmer?“, fragt sich dagegen Claudia Kronberg. Die 43-jährige Erzieherin aus Rheinsfelden/Baden macht Urlaub in Bad Kohlgrub und ist seit zwei Jahren Feuer und Flamme für das Stand Up Paddling, kurz SUP genannt. Jede freie Minute verbringt sie auf ihrem Brett und beklagt: „Schade, dass diese auf der Welt am schnellsten wachsende Trend-Sportart auf diese Weise ausgebremst wird.“

Unter den Badegästen waren die Meinungen geteilt. Während Michaela Friedmann aus Augsburg es nicht für notwendig hält („Ich habe mich noch nie wirklich gestört gefühlt.“), begrüßt eine andere Besucherin des Seehauser Strandbads, die namentlich nicht genannt werden möchte, „dass man endlich einen konsequenten Schlussstrich zieht. Denn: „An manchen Sonntagen ging es hier derart zu, dass man kaum einen freien Platz gefunden hat. Und die wenigen Schattenstellen, da lagen oft die Boards herum. Ich war schon drauf und dran, mir einen anderen Badeplatz zu suchen.“

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