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Geschütztes Wildtier: der Biber.

Steigende Biber-Population sorgt für Ärger  

Ungeliebter Baumeister am Staffelsee

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Der Biber ist, rein äußerlich, ein putziger Geselle. Doch am Staffelsee wächst der Ärger über das geschützte Wildtier, das Bäume und Fischernetze anknabbert – und sich offenbar sprunghaft vermehrt. Die Rede ist bereits von einer Plage.

Seehausen/Uffing – Der Biber war einst fast ausgerottet. Doch vom Aussterben – darin sind sich seine Fans und Kritiker einig – ist Europas größter Nager nicht mehr bedroht. Im Gegenteil: Der Bestand hat in den letzten Jahren rasant zugenommen. In ganz Bayern sollen es mittlerweile rund 20 000 Tiere sein.

Dieser Trend lässt sich auch im Landkreis beobachten: Vor rund 15 Jahren begann der Biber laut Angaben des Landratsamtes damit, den Staffelsee zu besiedeln. Er nutzt nicht nur die Uferbereiche, um seine Burgen und Staudämme zu bauen, sondern auch die Zu- und Abflussgewässer. Da es kaum natürliche Feinde, dafür aber genügend Nahrung gibt, werden es immer mehr Tiere. Die Kreisbehörde geht aktuell von 40 bis 50 Exemplaren im See aus, verteilt auf etwa zehn Familienburgen. In Seehausen kursieren weitaus höhere Schätzzahlen: Angeblich sind es um die 100.

Wie dem auch sei: Die Schäden, die die Biber anrichten, sind am Staffelsee-Ufer und auf der Insel Wörth nicht zu übersehen. Dem Vernehmen nach fielen die Nager, deren Markenzeichen wache Augen, ein glänzendes Fell und ein platter Schwanz sind, auch schon in Privatgärten über wertvolle Obstbäume her. Der Verbiss darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn betroffene Gehölze können umfallen – ein Sicherheitsrisiko, wenn sich darunter beispielsweise ein Weg, eine Straße, ein Gebäude oder wie auf den Campinginseln Buchau und Burg ein Zelt befinden. Die leidgeplagten Kommunen – in erster Linie sind dies Seehausen und Uffing – reagierten bislang mit den üblichen Abwehrmaßnahmen. Baumstämme wurden mit Maschendrahtzaun oder Manschetten umwickelt, um sie zu schützen.

„Das ist eine richtige Plage. Der Biber frisst alle Bäume an“, schimpft ein alteingesessener Seehauser Fischer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Und die Fischernetze, so genannte Reusen, würden laufend zerbissen. Sein Lösungsvorschlag: „Abschießen.“

Auch Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) schlägt Alarm: Der Rathaus-Chef spricht von einer „ungehinderten Ausbreitung“, von „massiven Schäden“ und einer „gefährlichen Entwicklung“. Er habe nichts gegen den Biber, betont der Politiker, aber die Population sei einfach zu groß. Für Hörmann steht daher fest: Es bestehe Handlungsbedarf. Sein Uffinger Amtskollege Rupert Wintermeier (WGU) sieht es ähnlich: „Das ist ein Problem. Es sind zu viele. Das wird von Jahr zu Jahr schlimmer.“

Das Landratsamt versucht indessen, die Wogen zu glätten: Die Schäden seien bekannt, räumt Sprecher Stephan Scharf ein. Man sei um Lösungen zur Vorbeugung bemüht. Dazu zählten etwa Schutzzäune. Für die Forstwirtschaft stehe überdies ein Ausgleichsfonds des Freistaats zur Verfügung. Bislang sei es im Landkreis noch nicht nötig gewesen, einen Biber zu töten, betont Scharf. Dies solle auch so bleiben. Der Sprecher weiter: „Das Landratsamt weist darauf hin, dass der Biber ein geschütztes Wildtier ist, das nur in Ausnahmefällen gefangen und getötet werden darf. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Biber in Fischteichen, im Bereich von Kläranlagen oder Hochwasserschutzdämme siedeln.“

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