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Gewählt: (v.v.l.) Felix Maderspacher, Claus Auwärter, Florian Liederl, (M.v.l.) Caro Linke, Marina Pantele, Vincent Klein, Zoë Tautorus, Manolo Stäblein, (h.v.l.) Eva Krapf, Udo Sommerfeld, Felix Habermann, Uli Hanke, Leo Schrank, Kilian Schlegel und Daniel Lang. Mit im Bild ist Hallenwirtin Anke Stöhrer (v.r.). 

Ungewisse Zukunft des Riedhauser Kulturzentrums

Westtor-Leute gehen in die Offensive

Das Forum Westtorhalle will für den Erhalt des Kulturzentrums am angestammten Platz kämpfen. Die unsichere Lage hat bereits Folgen. Für 2019 werden derzeit keine Künstler gebucht.

Riedhausen – „Träume träumen statt Räume räumen“ steht in großen Lettern über der Bar der Westtorhalle. Und der Zusatz „Westtor bleibt!“ Ob das Kulturzentrum tatsächlich an seinem angestammten Platz in Riedhausen bleiben kann, ist derzeit nicht sicher. Denn Hans Schneider, Chef des benachbarten Instituts zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb), hat ein Auge auf das Areal geworfen, das das Forum Westtorhalle von der Gemeinde Seehausen gepachtet hat. Der Unternehmer möchte gern erweitern und hat gegenüber der Kommune Seehausen ein Kaufinteresse bekundet.

Doch eins wurde anlässlich der Mitgliederversammlung  deutlich: Die Westtor-Leute wollen nicht kampflos das Feld räumen. „Jetzt schalten wir in den zweiten Gang“, kündigte Vereinschef Claus Auwärter an. Das heißt: Man will mit dem Problem verstärkt in die Öffentlichkeit gehen, ein Bewusstsein schaffen, Medien kontaktieren und Kontakte spielen lassen. Denn von der Gemeinde seien seit Oktober „keine realistischen Alternativen und Vorschläge“ erarbeittet worden, so dass man sagen könnte, wir können weitermachen“, wie Felix Maders-
pacher betonte. Er ist neu gewählter Zweiter Vorsitzender des Forums, mit rund 470 Mitgliedern zweitgrößter Verein Seehausens. Im Gemeinderat ist das Thema noch gar nicht besprochen worden. Dies erklärte Ratsmitglied Dr. Robert Roithmeier (Liste Bürgernah). Er machte aus seiner Meinung kein Hehl: „Die Westtorhalle muss hier bleiben, und dafür müssen wir kämpfen.“ Ins selbe Horn stieß Vereinschef Auwärter. „Wir haben keine Alternative. Wir müssen hier bleiben.“

Deutliche Worte fand zudem der ehemalige Bürgernah-Gemeinderat und Vizebürgermeister Wolf Rall. „Man kann auch nicht die Feuerwehr aus dem Feuerwehrhaus rausschmeißen. Das geht nicht.“ Es sei Aufgabe der Gemeinde, „für die Kultur da zu sein“. Im Übrigen bezweifelte Rall, dass Schneider nächstes Jahr bauen könne. Roithmeier betonte, dass die Kommune die Firma ifb „natürlich“ halten wolle. Sie ist größter Gewerbesteuerzahler. Doch vielleicht könnte das Unternehmen zwischenzeitlich Räume anmieten, sagte Roithmeier. Zwischenrufe waren an dem Abend auch zu vernehmen. Einer enthielt die Forderung „Kultur vor Kommerz“.

Im Fall Westtor gibt es verschiedene Optionen. Eine besteht darin, in den „Untergrund“ zu gehen. Denn Schneider hat dem Verein angeboten, eine „neue“ Westtorhalle an gleicher Stelle im Keller eines neuen Bürobaus unterzubringen und auch eine großzügige Unterstützung für den Umzug angedeutet. Doch ohne Einwilligung der Nachbarn kann und will der Verein dieser Variante nicht zustimmen. Das Forum hat der Kommune einen umfangreichen Fragenkatalog zukommen lassen. Beantwortet ist dieser laut Auwärter noch nicht. Man sei auf Juni verwiesen worden.

Die unsichere Lage hat bereits Konsequenzen. Für 2019 werden derzeit keine Künstler gebucht. Denn falls die Kommune das Grundstück verkauft, ist Ende 2018 nach 23 Jahren Schluss im Westtor. Das wollen die Ehrenamtlichen verhindern. Der Verein wünscht sich einen Fünfjahresvertrag.

Gewählt: Erster Vorsitzender: Claus Auwärter, Zweiter Vorsitzender: Felix Maderspacher, Schriftführerin: Marina Pantele, Kassier: Leo Schrank, Beisitzer: Peter Clement, Andreas Reindl, Lars Rehm, Eva Krapf, Daniel Lang, Vincent Klein, Manolo Stäblein, Uli Hanke, Felix Habermann, Moritz Moroff, Zoë Tautorus, Florian Liederl, Caro Linke, Michael Niggel, Kilian Schlegel, Udo Sommerfeld.

Roland Lory

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