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Zu verkaufen: das „Seehaus“, das am Südufer des Staffelsees steht.

Zukunft des Seniorenheims  „Seehaus“

Investor plant betreutes Wohnen

Das BRK-Seniorenheim „Seehaus“ soll verkauft werden. Ein Investor würde dort gerne betreutes Wohnen realisieren.

Seehausen – Nachdem klar ist, dass aktuell keine Flüchtlinge ins BRK-Seniorenheim „Seehaus“ kommen, wird hinter den Kulissen über die künftige Nutzung des Areals verhandelt. Die Gemeinde Seehausen will nach Angaben von Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) „auf keinen Fall“, dass dort eine Bungalow-Siedlung für betreutes Wohnen entsteht. Die Befürchtung sei, dass dann irgendwann Privatwohnungen daraus werden.

Eigentümerin der Immobilie „Seehaus“ und angrenzender Flächen – dort stand früher das Sanatorium St. Uli – ist nach wie vor die Sozialservice-Gesellschaft (SSG) des Bayerischen Roten Kreuzes. Eigentlich war mal geplant, im „Seehaus“ Geflüchtete unterzubringen. Doch dieses Vorhaben wurde im vergangenen Jahr gekippt. Der Grund waren gesunkene Flüchtlingszahlen.

Die SSG will das Objekt nun verkaufen, was eigentlich erst nach einer befristeten Asyl-Nutzung vorgesehen war. Die Gesellschaft hat auch aktuell einen Interessenten an der Hand. Dieser möchte nach Darstellung von SSG-Geschäftsführer Christian Pietig auf dem Areal betreutes Wohnen schaffen beziehungsweise Räumlichkeiten für Tagespflege/Nachtpflege. Momentan liefen Abstimmungsgespräche mit dem Landratsamt und der Gemeinde, ob das Konzept mit dem vorhandenen Bebauungsplan kompatibel ist.

„Erst wenn das einvernehmlich geklärt ist, entscheidet der Investor, ob er kauft oder nicht“, erklärt Pietig . Wie der Interessent heißt, verrät er nicht. Der Geschäftsführer hat festgestellt: Es gebe ein großes Interesse, das Angebot für Senioren zu verbreitern. Rathauschef Hörmann hat vom Landratsamt noch nichts gehört, was es von den Plänen des besagten Investors hält. Laut Bebauungsplan handelt es sich bei dem 16 000 Quadratmeter großen Areal um ein Sondergebiet Altenpflege. Betreutes Wohnen sei dort nur „zu einem bestimmten Prozentsatz“ möglich, sagt der Bürgermeister.

Was die Gemeinde nicht will, legt Hörmann auch dar: Und zwar eine BungalowSiedlung mit betreutem Wohnen. Man fürchtet, dass dann eines Tages Privatwohnungen in exklusiver seenaher Lage daraus werden, egal ob Erst- oder Zweitwohnsitze. „Das wäre nicht im Sinne der Gemeinde.“ Denn damit könnten 300 bis 400 Bürger dazukommen. Das will die Kommune nicht, denn es würde sie vor große logistische und auch infrastrukturelle Herausforderungen stellen. Hörmann nennt als Beispiel nur die Kindergarten-Kapazitäten. Der Gemeinde wäre es am liebsten, wenn auf dem Gebiet wieder ein Seniorenheim entstünde. Die SSG hat derweil schon mal ausholzen lassen. Der Gemeinderat hatte im Oktober einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Allerdings legte das Gremium damals Wert drauf, dass gewisse Baumgruppen, die im Bebauungsplan aufgeführt sind, erhalten bleiben. Ebenso Stämme, die direkt nördlich angrenzend auf kommunalem Grund stehen.

Roland Lory

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