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Zukunft weiter ungewiss: das ehemalige Seniorenheim „Seehaus“ in Seehausen.

Verwaister Komplex am Staffelsee

Kombi-Lösung für das „Seehaus“?

Knapp zwei Jahre ist es her, dass Bewohner des BRK-Seniorenheims „Seehaus“ ins Hauptgebäude am Garhöll verlegt wurden. Doch es ist immer noch unklar, wie der Komplex weiter genutzt werden soll. Es ist im Gespräch, betreutes Wohnen und stationäre Pflege zu kombinieren.

Seehausen – Die Lage ist exzellent. Am Südufer des Staffelsees steht das „Seehaus“, eine Immobilie der Sozialservice-Gesellschaft (SSG) des Bayerischen Roten Kreuzes. Früher waren dort betagte Herrschaften untergebracht, doch 2016 ließ die SSG das Objekt räumen, weil geflüchtete Menschen einquartiert werden sollten. Doch dazu sollte es nie kommen. Der Grund: rückläufige Flüchtlingszahlen.

    Nun ist die SSG am überlegen, wie sie mit dem verwaisten Komplex weiter verfährt. „Wir haben viele Optionen, das macht es schwierig“, sagt Geschäftsführer Christian Pietig. Es gebe für das „Seehaus“ die Idee, betreutes Wohnen mit stationärer Pflege zu kombinieren. Dies sei mit der Gemeinde vorbesprochen. „Diese Kombi-Nutzung haben wir an sechs Standorten, zum Beispiel in Bad Tölz. Unsere Erfahrung ist, dass es da keine Probleme gibt.“

    Das Thema sei in kleiner Runde mit Mitgliedern des Gemeinderats mal behandelt worden, sagt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). „Unter bestimmten Bedingungen könnte man sich damit anfreunden.“ Ein Punkt, der zu klären ist, ob das Vorhaben mit dem Bebauungsplan „Seewaldweg Ost“ kompatibel ist und ob die Kommune bereit ist, etwaige Abweichungen zuzulassen. Nicht gewollt ist seitens der Gemeinde, dass auf dem 16 000 Quadratmeter großen Areal eines Tages leerstehende Ferienappartements entstehen. Hörmann weist zudem darauf hin, dass sich die Ideen, die die SSG bringe, alle anderthalb Jahre änderten.

    Geschäftsführer Pietig zeigt sich derweil in Bezug auf die Verhandlungen mit der Gemeinde Seehausen zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir es hinbringen.“ Doch eine Lösung hänge auch damit zusammen, „wie wir mit dem Gesamtstandort weiterkommen. Es braucht eine Lösung, die für beide Häuser passt“.

    Zur Erklärung: Oben am Garhöll betreibt die SSG weiterhin das SeniorenWohnen Staffelsee, das auf Murnauer Flur liegt. Denkbar wäre es laut Pietig, unten stationäre Pflege anzubieten und im „Berghaus“ betreutes Wohnen. „Dies ist aber nicht die von uns favorisierte Lösung.“ Mit dem Projekt „Seehaus“ befassen sich gerade die Anwälte der SSG. Nach Angaben des Geschäftsführers sind viele Interessenten für diese Immobilie vorhanden. „Es gibt einen harten Kern, der ernsthaftes Interesse hat.“ Der Komplex sei sanierungsfähig und „ist in einem guten Zustand, aber nicht optimal für die stationäre Pflege“. Das Gebäude zu veräußern und dann zu pachten, wäre laut Pietig auch denkbar. Wie viel ein Käufer auf den Tisch legen müsste, ist unklar. Hierzu macht Pietig keine Angaben. Jedenfalls sei es „unser großes Ziel“, den Standort zu erhalten. Generell hofft er, „dass wir im nächsten Vierteljahr einen Schritt vorankommen“. Es gibt auch Kontakt zur Marktgemeinde Murnau. Zu den Inhalten der Gespräche äußert sich Pietig aber nicht.

Roland Lory

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