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Ungewisse Zukunft: die Westtorhalle.

Unterschriftenaktion in Murnau und Seehausen

Westtor-Freunde machen mobil

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Die Freunde und Unterstützer der Seehauser Westtorhalle, die vor einer unsicheren Zukunft steht, formieren sich: Eine Unterschriftenaktion stößt auf große Resonanz.

Seehausen – Die Westtorhalle ist für viele wie ein zweites Wohnzimmer. Rund 140 Veranstaltungen stellt dort der gemeinnützige Trägerverein, das Forum Westtorhalle, jedes Jahr auf die Beine, vom Tango-Abend bis hin zum Rockkonzert – und lockt tausende Besucher an. Doch der Standort am Rande des Murnauer Kemmelparks (aber auf Seehauser Flur) ist bekanntlich in Gefahr, da das benachbarte Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb) gerne erweitern möchte und ein Auge auf die Fläche geworfen hat, auf der das Gebäude steht.

Nun erfährt das beliebte Kulturzentrum, das seit 23 Jahren besteht und auch die Kreativwerkstatt beheimatet, eine unglaubliche Welle der Unterstützung. In erster Linie in Murnau, aber auch in Seehausen, liegen seit einigen Wochen in Geschäften Unterschriftenlisten des Forums Westtorhalle aus – und werden fleißig ausgefüllt. Die Forderung: Die Lokalität, die die Gemeinde Seehausen als Eigentümerin dem besagten Verein verpachtet hat, soll weiterhin zur Verfügung stehen – zumindest so lange es keine Alternative gibt. „Wir wollen Druck und Zeit rausnehmen“, erklärt Claus Auwärter, Chef der zirka 470 Westtor-Mitglieder, das Anliegen.

Es seien bereits jede Menge Unterschriften zusammengekommen, berichtet er – und spricht von einer Anzahl im „vierstelligen Bereich“. Wahrscheinlich nächste Woche will er die Dokumente an Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) übergeben. Nach Ansicht Auwärters handelt es sich um ein überörtliches Thema. Woher die Solidaritätsbekundungen stammen, spiele daher keine Rolle. „Das ist ein Statement, unabhängig davon, woher jemand kommt.“ Es ist kein Geheimnis, dass die Westtorhalle von vielen als Murnauer Kulturstätte wahrgenommen wird, obwohl sie im Seehauser Ortsteil Riedhausen liegt. Entsprechend ausgeprägt ist beim großen Nachbarn das Interesse an einem Fortbestand.

Und wie geht’s jetzt weiter? „Alles ist offen“, sagt Auwärter. Wenn sich sein Verein zur Mitgliederversammlung trifft, werde er noch nichts Konkretes präsentieren können. „Bis jetzt ist es unsere Präferenz, hier zu bleiben.“ Ein Arbeitskreis mit Vertretern aller Beteiligter beschäftigt sich derzeit mit der heiklen Causa und lotet Lösungsvarianten aus. Zum Beispiel hat das ifb angeboten, die Westtorhalle an gleicher Stelle im Keller eines neuen Bürohauses unterzubringen. Rathauschef Hörmann gibt sich zugeknöpft: „Der Prozess ist am laufen.“ Entscheidend sei es, das Westtor zu erhalten. Denn: „Das ist im Oberland eine einzigartige Einrichtung.“

Bemerkenswert: Hörmann schließt einen Umzug nach Murnau nicht aus. Offenbar laufen diesbezüglich bereits Gespräche. Im Markt scheint man nicht abgeneigt zu sein. „Ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass die Halle in Murnau steht“, meint etwa die Grünen-Gemeinderätin Veronika Jones. Aber auch ihrer Meinung nach muss es vor allem darum gehen, das Kulturangebot zu retten. Denn: „Etwas Vergleichbares gibt es nicht.“

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