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Sorgenvolle Mienen: Für viele ist das Westtor Wohnzimmer und zweite Heimat.

Riedhauser Kulturzentrum bedroht

Westtorhalle: Den zeitlichen Druck rausnehmen

Wie geht es weiter mit der kultigen Westtorhalle? Weil der bisherige Standort akut gefährdet ist, lud das Forum für Donnerstagabend zur außerordentlichen Mitgliederversammlung. Entscheidungen sind noch keine gefallen.

Riedhausen – Viele Vereine und Organisationen haben mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Anders liegen die Dinge beim Forum Westtorhalle. Der Verein hat derzeit rund 400 Mitglieder – Tendenz steigend.

Doch die Zeiten sind nicht leicht für die Ehrenamtlichen. Denn der Standort in Riedhausen ist in akuter Gefahr. Das Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb) möchte gern erweitern. ifb-Chef Hans Schneider hat gegenüber der Gemeinde Seehausen, der die Westtorfläche gehört, ein Kaufinteresse signalisiert. Dem Verein hat der Unternehmer wiederum angeboten, eine „neue“ Westtorhalle an gleicher Stelle im Keller eines neuen Bürobaus unterzubringen und auch eine großzügige Unterstützung für den Umzug angedeutet. Seit Oktober führen die Beteiligten Gespräche, ohne dass bisher ein Ergebnis vorliegen würde.

Das Thema stand am Donnerstag im Zentrum einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Die Halle war gut voll, neben Mitgliedern und Freunden des Westtors waren auch Kommunalpolitiker vor Ort. Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) sagte, dass es außer der erwähnten noch zwei andere Varianten gebe. Eine verriet Dritter Bürgermeister Daniel Schreyer (CSU). „Eine Alternative ist ein Neubau auf einer gemeindlichen Fläche“ – finanziert durch den Erlös, der sich aus dem Verkauf des Westtorareals ergäbe. Einen Standort nannte Schreyer nicht. Nach Tagblatt-Informationen handelt es sich um ein Areal im neuen Seehauser Gewerbegebiet. Es soll östlich von Riedhausen in direkter Nachbarschaft zu Murnau entstehen. Doch das Projekt ist noch nicht in trockenen Tüchern. So wird noch über die Zufahrt für das Wirtschaftsareal debattiert.

Schreyer kann sich auch vorstellen, dass die Gemeinde Seehausen einen etwaigen Hallen-Neubau auf Murnauer Flur unterstützen würde. „Aber ich bin nur einer von 15 Gemeinderäten.“ Wolf Rall, früher für die Liste Bürgernah im Seehauser Gemeinderat, hatte sich danach erkundigt. Für ihn wäre es eine „Katastrophe“, wenn es die Westtorhalle nicht mehr geben würde. Rall hat ferner Zweifel, dass die Genehmigung für die Keller-Lösung in dem Büro-Neubau „durchgeht“. Rathauschef Hörmann erklärte, dass das Grundstück „sicher nur verkauft wird, wenn es eine Baugenehmigung gibt“.

Vor Ort war auch Murnaus Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Die Westtorhalle ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Kulturlebens in Murnau“, betonte er und erhielt Applaus dafür. Sie müsse „so oder so auf jeden Fall bleiben“. Die Marktgemeinde habe sich mit der Thematik noch nicht beschäftigt. Aber eines machte Beuting klar: „Ich hätte die Westtorhalle gern in Murnau.“ Laut dem Vereinsvorsitzenden Claus Auwärter wurden „alle Locations geprüft, die es gibt“. Es sei aber noch keine Lösung gefunden worden, die alle zufriedenstellt. Wie Hörmann darlegte, soll im Sommer eine Entscheidung fallen. Den Westtor-Leuten geht das zu schnell. „Wir wünschen uns von allen Verhandlungspartnern, den zeitlichen Druck aus dem Prozess zu nehmen, um eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden“, heißt es auf einem Flugblatt. Das Forum hätte gern, dass die Kommune nicht über den Verkauf des Grundstücks entscheidet, bis die Zukunft des Vereins und eine Spielstätte gesichert sind. Die diesjährige Mitgliederversammlung ist am Mittwoch, 16. Mai. Vielleicht weiß man dann schon mehr.

Roland Lory

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