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In der Kreativwerkstatt können Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Zukunft des Riedhauser Kulturzentrums

Westtorhalle: Auch der Untermieter ist in Gefahr

Die Betreiber der Westtorhalle setzen alle Hebel in Bewegung, um am bisherigen Standort bleiben zu können. Was nicht so im Fokus der Öffentlichkeit steht: Nicht nur das Westtor ist gefährdet, sondern auch die im Keller angesiedelte Kreativwerkstatt.

Riedhausen – Die Verantwortlichen der Westtorhalle wollen am Montag, 28. Mai, im Seehauser Rathaus Unterschriften übergeben. Die Forderung lautet: Die Lokalität, die die Kommune als Eigentümerin dem Verein Forum Westtorhalle verpachtet hat, soll weiterhin zur Verfügung stehen – zumindest so lange es keine Alternative gibt.

Dabei steht nicht nur das Westtor, sondern auch der Verein Kreativwerkstatt Murnau vor einer ungewissen Zukunft. Seit mehr als 20 Jahren betreibt er in den Kellerräumen des Riedhauser Kulturzentrums eine Werkstatt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Angeboten werden Kurse wie freie Malerei, Holzbearbeitung, Arbeiten mit Ton oder Speckstein, Buchwerkstatt, Pappmache, Upcycling und manches mehr. Wer will, kann dort seiner Fantasie freien Lauf lassen. Zudem sei die kreative Ausrichtung von Kindergeburtstagen „der Renner“, wie Susanne Assum erzählt, die Vorsitzende des Vereins Kreativwerkstatt.

Dieser ist ehrenamtlich auch bei Veranstaltungen wie dem Kulturknall-Festival, MurNow, dem Hallenfest und anderen Gelegenheiten mit von der Partie. „Die Kreativwerkstatt erhält keine öffentlichen Fördergelder und trägt sich weitgehend durch Mitgliedsbeiträge, Kursgebühren, und Spenden“, sagt Assum.

Dies sei bisher auch nur möglich gewesen, da die Westtorhalle die Kellerräume „zu sehr günstigen Konditionen“ untervermietet. „Mit ihr besteht ein langjähriges freundschaftliches Verhältnis, in dem man sich gegenseitig unterstützt und fördert. Wir vertreten und leben eine Förderung für Kinder, die kreatives Potential ,herauskitzeln‘ soll, ohne Leistungsdruck und ohne Orientierung an einer Norm.“ Der Verein ist davon überzeugt, dass sich in freiem Handeln die Persönlichkeit entfalten kann, Selbstwertgefühl und Kreativität wachsen können. „Abseits einer passiven Konsumhaltung wollen wir die Entwicklung eigener Fähigkeiten unterstützen.“ Falls nun eine Kündigung der Westtorhalle anstünde, sei die Kreativwerkstatt unmittelbar davon betroffen. „Wir sehen momentan keine Alternative, in der unser Verein als solcher eine Bleibe finden kann“, betont Assum.

Claus Auwärter, Vorsitzender des Forums Westtorhalle, nennt die Kreativwerkstatt „eine Bereicherung und ideale Ergänzung zum Angebot der Westtorhalle“. Denn auch dort werde Kreativität von Jung und Alt gefördert und unterstützt. „Außerdem konnten in Zusammenarbeit von Kreativwerkstatt und Westtorhalle große und kleine Feste und Festivals zu echten Familienfesten werden.“

Das Forum erachte es als „dringend notwendig, dass die Kreativwerkstatt ihren angestammten Platz“ beibehalten kann, „ungeachtet der Größe und der eventuell geringeren öffentlichen Wahrnehmung des Vereins“. Denn wie beim Forum sei „das ehrenamtliche Engagement der Betreiber eine der wichtigsten Grundlagen für Kunst, Kultur und Begegnung in unserer Gesellschaft“. Engagiert gingen auch die Beteiligten des Repair Cafés zu Werke, das in den vergangenen Jahren insgesamt zehn Mal im Westtor unter Leitung der Volkshochschule Murnau stattfand. Jetzt ist allerdings erst einmal Schluss. „Wir machen Pause“, sagt Auwärter. Doch das Repair Café sei nicht für alle Zeit begraben. „Es kann sein, dass die Veranstaltung wieder kommt.“

Der Standort der Westtorhalle am Rande des Murnauer Kemmelparks (aber auf Seehauser Flur) ist gefährdet. Denn das benachbarte Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb) möchte gerne erweitern und hat ein Auge auf die Fläche geworfen, auf der das Gebäude steht.

Für den Erhalt der Halle setzt sich auch Martin Schmötzer ein, der früher für die Liste Bürgernah im Seehauser Gemeinderat saß. Er macht darauf aufmerksam, dass die Halle der einzige Platz in dem Ortsteil sei, wo sich die Bürger treffen können. „Das ist für uns Riedhauser wichtig.“

Roland Lory

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