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An der B 2: Im Norden Murnau soll’s eines Tages zum neuen Seehauser Gewerbegebiet an den Längenwiesen gehen. Im Hintergrund das Straßäcker-Areal.

Komplizierte Planungen

Seehauser Gewerbegebiet: Die Zufahrt ist der Knackpunkt

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Seehausen - Seehausen will das geplante Gewerbegebiet über die B 2 erschließen. Das Staatliche Bauamt befürchtet eine höhere Verkehrsbelastung und fordert ein schlüssiges Konzept.

Im Staffelseegebiet ist freier Grund zur Ansiedlung von Betrieben rar. Entsprechend hoch ist die Bedeutung des Seehauser Großprojekts Gewerbegebiet, das  auf dem rund fünf Hektar großen Areal an den Längenwiesen nordöstlich des Ortsteils Riedhausen entstehen soll. Doch die Planungen kommen nur schleppend voran. Als Knackpunkt kristallisiert sich die Frage heraus, wie das Gelände erschlossen werden soll.

Wie berichtet, favorisieren die Seehauser eine Zufahrt über die Bundesstraße 2 nördlich des großen Nachbarn Murnau. Doch das Staatliche Bauamt Weilheim befürchtet eine Zunahme der Verkehrsbelastung auf der ohnehin schon stark befahrenen Strecke. „Wir brauchen ein Konzept, wie der Verkehr bewältigt werden kann“, sagt Werner Hüntelmann, der in der Behörde für den Straßenbau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zuständig ist. Die Gemeinde Seehausen sei in dieser Sache gefordert, das vorgelegte Gutachten reiche nicht aus. Der Fachmann stellt klar: Eine simple Zufahrt zu bauen, das funktioniere in diesem neuralgischen Abschnitt nicht. Er verweist auf das Risiko von Rückstaus und Unfällen. Die Kommune müsse einen Gutachter beauftragen. Mit konkreten Vorschlägen hält sich Hüntelmann zurück. Denkbar wären seiner Ansicht nach beispielsweise ein Kreisel oder eine gemeinsame Zufahrt mit dem benachbarten Murnauer Gewerbegebiet Straßäcker. Möglich wäre eines Tages auch eine Anbindung an die geplante Westumfahrung, die ebenfalls in diesem Bereich in die B 2 einmünden soll.

Die Bundesstraße ist in der Tat stark frequentiert. Bei einer Zählung 2010 wurden durchschnittlich 14 000 Fahrzeuge pro Tag ermittelt. Zu Spitzenzeiten, etwa am Feierabend, sind es deutlich mehr. Seehausens Gemeinde-Oberhaupt Markus Hörmann (CSU) bleibt optimistisch: „Das ist lösbar“, ist sich der Kommunalpolitiker sicher. Die heikle Frage der Zufahrt sei jetzt im Zuge der zur Schaffung des Gewerbegebiets notwendigen Änderung des Flächennutzungsplanes die „einzige Hürde“. Den anderen Bedenken der Behörden sei man nachgekommen. Zum Beispiel habe man sich mit Murnau auf einen Korridor für die besagte Umgehungsstraße verständigt, der freigehalten werden soll. Grundsätzlich hat Hörmann mit einer Abzweigung von der B 2 kein Problem. „Murnau hat das auch hinbekommen“, sagt er – und verweist auf den Kemmelpark. Hörmann nennt als Varianten, die seiner Ansicht nach bei den Längenwiesen unter anderem in Frage kommen, eine Ampelanlage, einen Kreisel oder die bereits von Hüntelmann ins Gespräch gebrachte Kombi-Zufahrt mit dem Murnauer Straßäcker. Der Rathaus-Chef hofft, den neuen Flächennutzungsplan zügig unter Dach und Dach zu bekommen – und noch heuer den Bebauungsplan aufzustellen. Wenn alles glatt läuft, könnten vielleicht schon nächstes Jahr die ersten Firmen auf dem Gelände, das der Gemeinde und Privateigentümern gehört, mit dem Bauen anfangen. An Interessenten mangelt es jedenfalls laut Hörmann nicht.

Murnaus Rathaus-Chef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hält sich indessen mit Aussagen über eine gemeinsame Gewerbe-Zufahrt zurück. „Ich will erst eine konkrete Planung sehen“, sagt er. Grundsätzlich würde aber die von Seehausen angepeilte B 2-Zufahrt zum Längenwiesen-Areal mehr Verkehr mit sich bringen und somit auch Murnau stärker belasten. „Das sehe ich kritisch“, sagt Beuting – und fordert: „Wir brauchen eine langfristige Antwort.“ Man sollte über eine Erschließung im Zusammenhang mit der Westtangente nachdenken.

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