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Dauer-Baustelle: Projektplaner Mario Nowak hofft auf eine Fertigstellung im April 2017.

Mittenwalder Baustelle mit Stolpersteinen

Senioren-Residenz frühestens im April 2017 fertig

Mittenwald - Die Arbeiten am Alma-Senioren-Domizil in Mittenwald sind vom Pech verfolgt. Seit dem Spatenstich vor über einem Jahr tauchen dort immer wieder Probleme auf. 

Manchmal hat man einfach Pech. Keiner weiß das zur Zeit besser als Mario Nowak. Als der Projektsteuerer am 22. September 2015 feierlich den Spaten in die Hand nahm, um die Bauarbeiten rund um das ehemalige Mittenwalder Gewa-Gebäude offiziell anlaufen zu lassen, hatte er noch keine Ahnung, mit welchen Schwierigkeiten er in den kommenden Monaten konfrontiert sein wird. Einer der größten Stolpersteine: das Dach.

„Als wir hörten, dass dort oben früher palettenweise Prospekte gelagert wurden“, berichtet Nowak, „dachten wir uns eigentlich, dass es trotzdem kein Problem ist, dort Wohnungen zu errichten.“ Im Nachhinein zu blauäugig: Denn der Statiker zeichnete schnell ein anderes Bild der Lage. Aus ungeklärten Gründen stimmten die Pläne des Bestandsgebäudes nicht mehr mit der Realität überein. Vieles schien dort oben unterm Dach eher provisorisch errichtet worden zu sein. „Die Tragfähigkeit war jedenfalls nicht gegeben“, erläutert Nowak. Somit musste die komplette Decke neu eingezogen werden, samt Träger und Betonarbeiten. Auch das Dach war in einem weitaus schlechteren Zustand, als zunächst vermutet. Statt nur eines kleinen Teils musste es ebenfalls komplett abgetragen werden. „Das Ganze kostete uns leicht sechs bis sieben Monate.“ Die Fertigstellung war ursprünglich heuer im Herbst geplant.

Doch Nowak will sich gar nicht zu lange mit der Vergangenheit aufhalten. Sein größter Gegner ist nun der Winter. „Ein Wettlauf gegen die Zeit“, resümiert der Projektplaner. Denn noch ist ein kleiner Teil des Daches offen. Auch die Außenfassade ist nach wie vor in Arbeit. „Wir müssen nun vor dem Wintereinbruch das Gebäude dicht bekommen.“

Zudem sind die Kanalanschlüsse noch nicht verlegt beziehungsweise installiert. Auch das funktioniert nur bei milden Temperaturen. Nowak hofft nun auf die Fertigstellung im April 2017. „Im schlechtesten Fall, also wenn das Wetter nicht mitspielt, dann verzögert sich diese noch einmal um drei bis vier Monate.“ Ein Horrorgedanke – schon aus finanziellem Aspekt. Denn schon jetzt ist klar, dass es bei den veranschlagten sieben Millionen Euro Investitionssumme auf keinen Fall bleiben wird, Winter hin oder her. Um wie viel genau kann – oder will – Nowak nicht erläutern. „Einiges mehr“, so viel steht fest.

Doch trotz der Bauchschmerzen ist Nowak stolz auf das, was bereits geschehen ist. Bei einem Rundgang kann erahnt werden, welch prächtiges Domizil dort an der Isarauenstraße entstehen wird. „Hier werden die Apartments sein“, erklärt er, als er das Dachgeschoss betritt. Dabei stellt er sich symbolisch vor das Fenster. „Hier wird das Bett stehen. Dieser Ausblick ist doch ein Traum“, fragt er in die Runde, als die Sonne gerade langsam Richtung Wettersteinmassiv wandert.

Entstehen werden unter dem komplett neu errichteten Dachgeschoss Doppelzimmer-Wohnungen für zu Pflegende und deren Angehörige. „Jeder hat darin seinen separaten Bereich.“ Mehr als 40 Mitarbeiter werden gebraucht für 60 Senioren in Vollpflege. Zudem entstehen 23 Räume für Rollstuhlfahrer und Apartments. Nun hofft Nowak auf einen milden Winter, der noch lange auf sich warten lässt.

Josef Hornsteiner

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